Ex-Arcandor-Manager Middelhoff wechselt in den offenen Vollzug

Thomas Middelhoff darf nach einer ersten Überprüfung seine Haftstrafe im offenen Vollzug fortsetzen. Ob er weiter als Hilfskraft in einer Behindertenwerkstatt arbeiten kann, ist noch unklar.

Thomas Middelhoff
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Der frühere Arcandor- und Bertelsmann-Manager Thomas Middelhoff darf seine Haft vorerst im offenen Vollzug verbüßen. Der 63-Jährige hatte am 13. Mai seine Haft angetreten. Während des Aufnahmeverfahrens durfte er die Anstalt nicht verlassen. Er war wegen Untreue und Steuerhinterziehung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Es hätten sich in einem mehrtägigen Aufnahmeverfahren mit Medizinchecks und längeren Gesprächen keine Hinweise für Fluchtgefahr oder die Gefahr neuer Straftaten ergeben. Das sagte die Leiterin der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Senne, Kerstin Höltkemeyer-Schwick. Die Entscheidung gelte nur, wenn Middelhoff sich an die Regeln für den offenen Vollzug halte.

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Sehr kurzfristig werde nun auch entschieden, ob Middelhoff als Freigänger tagsüber wieder außerhalb der Anstalt arbeiten darf, sagte Höltkemeyer-Schwick. Der ehemalige Chef des Karstadt-Mutterkonzerns Arcandor hatte Anfang Mai eine Stelle als Hilfskraft in einer Behindertenwerkstatt in Bielefeld angetreten.

Nach Angaben der Einrichtung hat er dort einen Vertrag als ungelernte Hilfskraft für anderthalb Jahre bekommen. Das Gehalt in Höhe von 1785 Euro ging allerdings nicht an ihn, sondern direkt an den Insolvenzverwalter. Middelhoff hatte vor gut einem Jahr Privatinsolvenz anmelden müssen. Seine Gläubiger machen Millionenforderungen gegen ihn geltend.

brt/dpa

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