Autor von "Das Kapital im 21. Jahrhundert" Piketty lehnt Mitgliedschaft in der Ehrenlegion ab

Kein Legionär im 21. Jahrhundert: Der Starökonom Thomas Piketty hat die Mitgliedschaft in der französischen Ehrenlegion abgelehnt. Er verband das mit Kritik an Präsident François Hollande.

Thomas Piketty: Auszeichnung abgelehnt
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Thomas Piketty: Auszeichnung abgelehnt


Hamburg - Der französische Wirtschaftswissenschaftler Thomas Piketty hat die Nominierung für die Ehrenlegion abgelehnt. Die Mitgliedschaft in diesem Kreis gilt als eine der höchsten Auszeichnungen Frankreichs.

"Ich denke nicht, dass es der Regierung zukommt zu entscheiden, wer zu ehren ist", sagte der Autor des vieldiskutierten Buches "Das Kapital im 21. Jahrhundert" am Donnerstag der Nachrichtenagentur AFP. Die französische Regierung "sollte sich lieber auf die Wiederankurbelung des Wachstums in Frankreich und Europa konzentrieren".

Im offiziellen Amtsblatt hatte Piketty zuvor in der Liste der Neujahrsnominierungen für die Ehrenlegion gestanden - zusammen mit dem Wirtschaftsnobelpreisträger 2014, Jean Tirole.

Piketty stand früher der Sozialistischen Partei von Präsident François Hollande nahe, er ging dann aber auf Distanz zu seiner Politik. Piketty vertritt in seinem Buch die These, dass kapitalistische Systeme grundsätzlich zu wachsender Ungleichheit neigen. Damit machte er weltweit Furore. Allerdings gab es auch Zweifel an der Datengrundlage seiner Untersuchungen.

rik/AFP



insgesamt 31 Beiträge
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tailspin 01.01.2015
1. Warum sollte man das Spiel mitspielen?
Ich haette zwar lieber in einer Ehrenlegion gedient als in einer echten. Aber Pikettys Begruendung der Ablehnung der zweifelhaften Ehre hat etwas richtiges an sich: Es steht dem Staat nicht zu... Solche Ehrungen sind oft gefaerbt durch eigennuetzige politische Agenda und wechselnde Windrichtungen. Sie sind daher nicht unbedingt ein Guetesiegel, eher voreingenommen und zunaechst mal PR desjenigen der sie austeilt, und danach PR desjenigen, der sie annimmt.
speedy 01.01.2015
2. Keine Ansicht der Eliten!!! Herrschen heißt teilen!!!
Dieses Kapitalistische System erzeugt nur und vorallem auf lange Sicht Ungleichheit.Alle hochentwickelte Zivilisationen von den Ägyptern über die Griechen und dem Römischen Reich sind alle an der Gier und der dadurch mangelnden Solidarität der Gesellschaft zugrunde gegangen.Leider merken das die Eliten nicht sie sind nur auf ihre Privilegien aus und das sie ihnen erhalten bleiben.Auch das ihr Reichtum ihnen auf lange Sicht nur die Vernichtung bringt wenn sie darauf sitzen und allen anderen nichts gönnen ist eine Logische Folge dieser Egoistischen,Gier betonten und auf Ausbeutung aller anderen gründenden Ideologie.
salomohn 01.01.2015
3. Er ist zu jung und modern
Die Mitgliedschaft in diesen überholten Vereinen muss man nicht in alle Ewigkeit erstrebenswert finden. Was die überkommenen Strukturen in Frankreich anrichten, kann man jeden Tag in der Wirtschaft erleben. Die Chefs mittelständischer Unternehmen, die noch von "Eliteschulen" stammen und hierarchisch regieren, behindern die Entwicklung im heutigen Kontext. Die Ergebnisse sind bekannt.
Tolotos 01.01.2015
4. Natürlich gibt es Zweifel!
Schließlich ist das Dogma, dass die wachsende Ungleichheit nur ein Resultat ungleicher Leistung ist, die Basis für die moderne Ausbeutung der auf Arbeit angewiesen sind durch die Kapitaleigner. Es wird ja sogar bezweifelt, dass die Lobby den Umstand, dass Politiker sich legal bestechen lassen dürfen, zulasten der Gesellschaft ausnutzt!
kuac 01.01.2015
5.
Der Mann hat Charakter gezeigt.
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