Tierschutz Bauern fordern Verdoppelung der Preise für Schweinefleisch

Die strengeren Tierschutzauflagen treiben die Kosten für die Bauern in die Höhe. Um den Bankrott vieler Betriebe zu verhindern, fordert der Deutsche Bauernverband eine drastische Erhöhung der Preise für Schweinefleisch.

Schweinemastbetrieb im Landkreis Dahme Spree
imago/ Marius Schwarz

Schweinemastbetrieb im Landkreis Dahme Spree


Die Preise für Schweinefleisch müssen nach Ansicht des Deutschen Bauernverbandes drastisch erhöht werden. Sonst drohe wegen der neuen Tierschutzauflagen vielen Schweinemästern der Bankrott, warnte Verbandsvizepräsident Werner Schwarz in der "Rheinischen Post". "Schweinefleisch müsste für die Verbraucher fast doppelt so teuer werden, damit wir die Tierschutzvorgaben wie die Kastration von Ferkeln unter Narkose oder deutlich mehr Platz für die Sauen erfüllen können - ohne bankrottzugehen." Damit würde nicht mehr Geld verdient, sondern nur der Standard gehalten.

Schwarz monierte, viele Menschen wünschten zwar eine bessere Haltung der Schlachttiere, seien aber oft nicht bereit, dafür mehr Geld auszugeben. "Die Menschen wünschen sich die frei laufende Sau unter dem blühenden Apfelbaum - können oder wollen das aber oft nicht bezahlen. Denn: Sie empfinden keinen Mehrwert, wenn sie für weniger Fleisch mehr Geld bezahlen sollen." Wenn das Fleisch mehr koste, habe der Verbraucher keinen direkten Nutzen davon.

Das Kilo gewürztes Schweinefleisch kostete im Mai im Bundesdurchschnitt 7,19 Euro, im Vorjahr 7,14 Euro.

mik/dpa



insgesamt 187 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
john_rubikon 18.08.2018
1. "Unsichtbare Hand"
Ich verstehe diese immer neue Debatte, die auch bei der Milch sooft auflebt, nicht: Es gibt neue Regeln, die für alle Fleischindustriellen gleichermaßen gelten. Wenn aufgrund des folgenden Preisanstieges die Nachfrage zurückggeht und deshalb ein paar Anbieter vom Markt verschwinden ist dieser Umstand ein ganz normaler Vorgang in unserer "sozialen Marktwirtschaft" und andererseits gerade in diesem Sektor sehr begrüßenswert, wenn man alle weiteren Bauestellen bedenkt, die direkt oder indirekt mit der industriellen Tierhaltung zusammenhängen.
Shantam 18.08.2018
2. Das ist doch wohl Richtig so !
Eventuell merkt der Fleischfresser dann mal was er da Anstellt! Die Ökobilanz von Fleisch ist so dermaßen Katastrophal das muss einfach mal gestoppt werden. Das ist immer noch zu billig! Die Schäden der Fleischindustrie sind um einiges höher!
ex rostocker 18.08.2018
3. Die Marktwirtschaft lässt sich nicht abschalten
Eine Verdoppelung der Schweinefleisch-Preise führt in die Irre: Die Schweinemäster würden einfach die Produktion verdoppeln, wenn sich mit Schweinen wieder Geld verdienen ließe. Die Schweineställe würden bis zur letzten Ecke gefüllt mit allen negativen Folgen für den Tierschutz. Nein - die Lösung kann nur über die Qualität kommen, und das hat der Verbraucher in der Hand.
C.Rainers 18.08.2018
4. Wenn es der Gesetzgeber
beschließt und der Grüne/Verbraucher so will, müssen die entweder auf Schweinefleisch verzichten oder höhere Preise bezahlen. Die Preise sind ja nicht festgelegt, also müssen sich die Bauern eben einig sein nicht zu jedem Kurs zu verkaufen. Wenn natürlich Agrarfabriken wie TÖNNIES den Discountern ihr von Billigproduzenten und Billigarbeitskräften hergestelltes Fleisch andienen, haben die Bauern Pech, aber höhere Preise ‚fordern‘?
susuki 18.08.2018
5. Überschrift
Was ist mit dem freien Markt? Wurde seit gestern die sozialistische Plan-Preis-Feststellung wieder eingeführt? Wen der Produktionspreis am Markt nicht realisierbar ist schlage ich die Abwicklung der industriellen Produktion vor. Ich freue mich auf gutes Schweinefleisch.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.