Tierquälerei Landkreise verbieten Rinder-Exporte in 14 Länder

Durchgeschnittene Sehnen, ausgestochene Augen - wegen solcher Tierquälerei haben zwei Landkreise in Schleswig-Holstein nun Rindertransporte in 14 Länder gestoppt. Betroffen ist auch die Türkei.

Rindertransport (Archiv)
DPA

Rindertransport (Archiv)


Zwei Landkreise in Schleswig-Holstein haben den Transport von Rindern in 14 Länder außerhalb der Europäischen Union verboten. Es bestehe der Verdacht der Tierquälerei.

"Wenn Tieren vor der Tötung die Augen ausgestochen und Sehnen durchgeschnitten werden, damit sie sich nicht wehren können, ist das mit unserem tierärztlichen Ethos nicht vereinbar", sagte Manuela Freitag, Leiterin der Veterinäraufsicht des Kreises Rendsburg-Eckernförde.

Hintergrund sind mehrere Berichte über tierquälerische Transporte. Betroffen von dem Exportverbot sind die Türkei, Jemen, Libanon, Marokko, Algerien, Ägypten, Aserbaidschan, Syrien, Jordanien, Kasachstan, Kirgistan Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. Nicht betroffen sind Tiertransporte innerhalb Deutschlands oder innerhalb der EU.

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde habe sich an das Landwirtschaftsministerium gewandt, eine Regelung für ganz Schleswig-Holstein zu erlassen, sagte Freitag. "Notwendig wäre aber eine bundesweite Regelung und zudem auf Ebene der Europäischen Union." Der Kreis hat seit Donnerstag ein 14-tägiges Exportverbot erlassen.

brt/dpa

insgesamt 98 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
stingray266 15.02.2019
1. Schurkenstaaten
Diese Transporte gehören nicht nur für 14 Tage in diese Schurkenstaaten verboten, sondern generell! Auch in Europa und D stellt sich die Frage, wozu der Kreisverkehr sinnvoll ist. Am Besten den Wahnsinn verbieten und dann regelt es der Markt selbst!
fritz_64 15.02.2019
2. Flächenbindung
Der ganze Mist mit der Massentierhaltung und den damit verbundenen Problemen, hier der Export von lebenden Tieren in Drittstaaten, hat seine Ursache in der Aufhebung der Flächenbindung für die Landwirtschaft durch Horst Seehofer. Einfacher Weg aus der Misere wäre also genau diese Flächenbindung wieder einzuführen, jeder Landwirt darf nur so viele Tiere halten die er mit seiner eigenen Fläche ernähren kann.
bissig 15.02.2019
3. Und was
wenn ich die Rinder von Schleswig Holstein z.B. nach Bayern verkaufe/transportiere und von dort exportiere? Ohne eine bundesweite oder besser europaweite Regelung wird es den Export nicht unterbinden, nur ein klein bischen schwieriger machen.
frenchie3 15.02.2019
4. Der Wahnsinn gehört abgeschafft
Transporte ausschließlich zum Schlachten im Umkreis von ..x.. Kilometern. Kein Transit durch Deutschland mehr.
Gleichstrom 15.02.2019
5.
Augen ausstechen, Sehnen durchschneiden ... solches Vorgehen, aus irgendeiner menschlichen Bequemlichkeit heraus, macht mich immer wieder fassungslos. Wie kann man nur so sein? Wie wird man so? Ne, da hilft am Ende wohl nur eines - Grenze dicht für Tierprodukte! Für Tiere erst Recht. Generell, bei gewerbsmäßigem Verstoß gegen das TSchG, müssen empfindlichere Strafen her, die sicherstellen, daß es sich niemals lohnt. Wenn man es mal ganz neutral betrachtet, ist in dieser Beziehung Mensch - Rind sowieso der Mensch der einzige, wenn auch größtenteils vermeintliche, Nutznießer - alles unterhalb maximaler Rücksicht ist daher von vorneherein schon ethisch untragbar, bevor man sich angesehen hat, wieviel Schaden an Menschen die Tierwirtschaft anrichtet.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.