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12. September 2018, 10:01 Uhr

Kampf gegen Bestechung

Antikorruptionswächter loben Deutschland

Deutschland gehört im Kampf gegen Korruption bei Exportgeschäften zu den vorbildlicheren Ländern. Besonders schlecht schnitten bei einer Auswertung von Transparency International China und Indien ab.

Eine Mehrheit der Industriestaaten verfolgt den Kampf gegen Korruption bei Exportgeschäften nicht oder nur halbherzig. Zu diesem Ergebnis kommt die Antikorruptionsorganisation Transparency International. Laut ihrem Bericht bekämpften nur 7 von 44 untersuchten Ländern aktiv derartige Bestechungen durch Unternehmen oder Einzelpersonen.

Deutschland wird neben den USA, Großbritannien, Italien, Norwegen, Israel und der Schweiz als positives Beispiel genannt. Besonders schlecht schnitten 22 Staaten ab - darunter China und Indien, die erstmals in dem Bericht ausgewertet wurden. Auch EU-Mitglieder wie Belgien, Polen oder Finnland bestrafen Transparency International zufolge Unternehmen nicht, die im Ausland ranghohe Mitarbeiter bestechen.

Grundlage für die Untersuchung ist eine Konvention der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die 1997 unterzeichnet wurde.

Transparency International begrüßte zwar den Kampf gegen Korruption in Deutschland, sieht aber auch Verbesserungsbedarf. "Allerdings muss Deutschland endlich ein Unternehmensstrafrecht einführen, das Staatsanwaltschaften die Verfolgung von Unternehmen zwingend vorschreibt und dies nicht wie bisher ihrem Ermessen überlässt", sagte die Vorsitzende der Korruptionsbekämpfer, Edda Müller. Ferner müsse es klare Regeln für Absprachen zwischen Staatsanwaltschaften und Unternehmen geben.

mmq/dpa

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