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Symbolischer Sieg für Griechenland: Die Troika heißt jetzt nicht mehr Troika

Demonstration in Athen: "Troika, fahr' zur Hölle" Zur Großansicht
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Demonstration in Athen: "Troika, fahr' zur Hölle"

Es ist ein Erfolg für die neue Athener Regierung, wenn auch nur ein symbolischer: Die EU hat sich darauf verständigt, den verhassten Begriff Troika aus dem diplomatischen Sprachgebrauch zu verbannen.

Berlin - Die "Troika" heißt jetzt "Die Institutionen". Der bei den Griechen seit Jahren verhasste Begriff "Troika" für die Kontrolleure der internationalen Geldgeber EU, EZB und IWF soll aus dem diplomatischen Sprachgebrauch verbannt werden. Das verkündete der Sprecher von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), Martin Jäger, an diesem Freitag in Berlin. Das neue Etikett ändere aber nichts am Prüfauftrag der "Troika".

In Brüsseler Diplomatenkreisen kursierte noch ein anderer, nicht ernst gemeinter Vorschlag: "Tifkat" für "The institutions formerly known as troika" (Die früher als Troika bekannten Institutionen) - in Anspielung auf frühere Namenswechsel des US-Sängers Prince. Bei der EU hieß es zur Debatte, man könne die "Troika"-Sensibilität der Griechen verstehen, das öffentliche "Tohuwabohu" sei nun aber leicht überzogen.

Am Freitag saßen in Brüssel erstmals seit Monaten wieder die Griechen mit Vertretern von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) zusammen. Die "Troika" überwacht die Umsetzung der Reformen beim Euro-Sorgenkind. Sie wurde für die Griechen zum Inbegriff der von ihnen als Schuldendiktat empfundenen Sparauflagen für die gewährten Milliardenhilfen. "Troika"-Mitglieder mussten bei ihren Athen-Besuchen teils mit Leibwächtern geschützt werden.

ssu/dpa-AFX

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1.
Pandora0611 13.02.2015
Die politische Auseinandersetzung um die Bedingungen für eine Verlängerung des zweiten Hilfsprogramms für Griechenland nahmen am Freitag teils skurrile Züge um einen Namensstreit für die sogenannte "Troika" an. Diese überwacht im Auftrag der Geldgeber die Reformen der griechischen Regierung. Experten der beteiligten EU-Institutionen und des Währungsfonds (IWF) setzten in Brüssel ihre Beratungen über mögliche Anpassungen des Hilfspakets fort, die nach der Sitzung der Finanzminister der Eurogruppe in der Nacht auf Donnerstag unterbrochen worden waren. Beim EU-Gipfel hatte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel dann aber Bereitschaft gezeigt, auf Ministerpräsident Alexis Tsipras bei dessen Wunsch nach Änderungen zuzugehen. Tsipras gab daraufhin grünes Licht für die "technischen Gespräche" mit der Geldgeberseite. Er pochte aber darauf, dass sie nur "mit den EU-Institutionen", nicht aber mit der "Troika" sprechen sollten, wie die von der Eurogruppe beauftragten Beamten und Experten genannt wurden. Die Troika "existiert nicht mehr", behauptete Tsipras. Das führte dazu, dass Diplomaten mit hoher Kreativität aufwarteten, wie man gegenüber der Regierung in Athen vorgehen solle. "Die Institution, die früher T geheißen hat, hat ihre technischen Arbeiten begonnen", witzelte ein Botschafter am Rande der Beratungen. Es habe auch schon den Vorschlag gegeben: "Die Troika heißt jetzt Dreifaltigkeit". Denn nicht nur seien die Experten und Beamten, die verhandeln, dieselben wie vorher. Sie vertreten nach wie vor auch die drei Institutionen. Die griechische Regierung gab nach Auskunft eines Verhandlers zu Protokoll, dass sie "zu allem bereit sei", um eine Lösung zu ermöglichen.
2. Frei nach AsterixLeider
bMüller 13.02.2015
die spinnen die Griechen. Ob die Troika nun die Institution oder sonst wie heißt ändert doch gar nichts an der miserablen Situation der Griechen. Eine selbstkritische Reflektion ist der Mehrheit der Griechen offensichtlich nicht möglich, nur so ist es mir erklärlich ,dass Griechenland geradewegs in sein Verderben rennt.
3. Tifkat
Senf-Dazugeberin 13.02.2015
Herrlich, endlich mal ein GR-Artikel bei dem man lauthals lachen muss :-)
4. wie herlich....
johnnypistolero 13.02.2015
wie alleforisten immer auf dem armen griechischen wähler rumprügeln...nur weil der griechische wähler das einzig richtige getan hat, er hat das schiff um 180 grad gewendet... sowas wird hierzu lande nicht passieren, dafür gehts uns noch viel zu gut, auch wenn die leute immer weniger verdienen und die kosten und abgaben stetig steigen, irgendwann, werden die leute hierzu lande auch auf den trichter kommen, das es da parteien, fern ab der blockparteien gibt, die man wählen kann, z.b. die linke, aber die wird ja nach wie vor mit der stasi gleichgesetzt, oder die afd, die in ihrem wahlprogramm die direkte demokratie im parteiprogramm stehen hat, sowie volksentscheide, versuchen sie sowas mqal mit unseren etablierten blockparteien, das ist auch der grund, warum die afd diesen nazi anstrich von der presse bekommen hat und die linke immer noch die stasipartei ist... aus basta... zurück zu den griechen... das traurige an der sache ist nur, erst, wenn der karren komplett vor die wand gefahren wurde, dann beschliesst man etwas zu ändern, nur dann, aber sind wir mal ehrlich, es ist doch auch zu süss, was einem die politiker hierzu lande immer wieder vor den wahlen versprechen, und alle lassen sich alle 4 jahre aufs neue besch...
5. Laut
glaubeuchnix 13.02.2015
... sind die deutschen mehrheitlich für den Verbleib von GR im Euro. Und die AfD kann auch nicht von der GrExit Diskussion profitieren. Die Prognosen für die HH Wahl sehen die AfD gerade mal bei 5 %. Die z.T. entschiedenen Beiträge hier spiegeln offenbar nicht die Meinung der Mehrheit wieder ? ! ?
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Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 11,063 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Prokopis Pavlopoulos

Regierungschef: Alexis Tsipras

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