Verhandlungen über Sparprogramm: Troika reist nach Zypern
Auch für Zypern steht ein Sparprogramm unmittelbar bevor: Die Experten von EU, Internationalem Währungsfonds und Europäischer Zentralbank werden von Freitag an mit der Regierung in Nikosia über die Vorgaben verhandeln. Ein Sparpaket ist die Bedingung dafür, dass Finanzhilfen ausgezahlt werden.
Nikosia - Die Regierung in Nikosia hat kein Interesse daran, sich dem Spardiktat der EU zu unterwerfen - auch nicht gegen milliardenschwere Finanzhilfen. Jetzt gibt es aber Anzeichen, dass die Verhandlungen doch schneller vorangehen könnten, als gedacht: Die so genannte Troika aus Experten der Europäischen Union, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) werden von Freitag an mit der zyprischen Regierung verhandeln.
Am Mittwochmorgen gab der zyprische Regierungssprecher Stefanos Stefanou bekannt: "Die Troika kommt morgen nach Zypern und am Freitag starten wieder die Verhandlungen." Ziel sei ein Abkommen für einen Kredit für Zypern. Bevor die Finanzhilfen aus dem europäischen Rettungsfonds (ESM) ausgezahlt werden, muss das Land allerdings ein paar Bedingungen erfüllen - eine davon ist ein Sparpaket.
Zypern hatte schon Ende Juni einen Antrag auf finanzielle Hilfen gestellt. Über die Höhe ist offiziell noch nichts bekannt, in Nikosia ist aber von einem Betrag von mindestens zehn Milliarden Euro die Rede. Experten von EU-Kommission, EZB und IWF haben den Finanzbedarf des Mittelmeerstaates im Sommer sondiert und waren danach abgereist. Zyprische Medien gehen davon aus, dass das Sparprogramm für Zypern schon Mitte Dezember stehen könnte.
Die EU-Kommission hatte Zypern bereits Ende Mai aufgefordert, unter anderem sein ausuferndes Haushaltsdefizit zu reduzieren und seine Banken stärker zu beaufsichtigen. Zudem verlangte Brüssel Reformen am Rentenmarkt, im Gesundheitssektor und am Arbeitsmarkt. Die Republik Zypern ist die drittkleinste Volkswirtschaft im Währungsraum.
nck/dpa/dapd
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