Trotz Energiewende Bundesregierung fördert umweltschädliche Ölheizungen 

Die Bundesregierung will die CO2-Emission senken. Trotzdem wurden 2015 Ölheizungen in Millionenhöhe bezuschusst - Wärmetechniken im Bereich erneuerbarer Energien waren weniger gefragt beim Kunden.

Zentralheizung
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Trotz beschlossener Klimaschutz-Ziele werden Ölheizungen in Deutschland weiterhin großzügig vom Staat gefördert. Im vergangenen Jahr flossen Fördergelder von rund 52 Millionen Euro. Das geht es aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der energiepolitischen Sprecherin der Linken im Bundestag, Eva Bulling-Schröter, hervor.

Demnach wurden 2015 über das CO2-Sanierungsprogramm über 14.100 Öl-Brennwertkessel mit zinsverbilligten Krediten und Zuschüssen gefördert. Der Absatz von Heizungen auf Basis erneuerbare Technologien erlitt einen Einbruch. Bulling-Schröter kritisiert die Förderung von Ölheizungen über Zuschussprogramme: "Die Förderung von Ölheizungen setzt für mehr Klimaschutz eindeutig die falschen Anreize."

Der Heizungsbranche beschert das Förderprogramm einen Geldsegen: Wie der Branchenverband mitteilte wurde der Absatz im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent gesteigert. Demnach wurden etwa 60.000 Geräte neu angeschafft.

Bulling-Schröter fordert die Bundesregierung auf, das Ziel der Energiewende auch im Wärmebereich konsequenter zu verfolgt: "Die Fördersumme, die derzeit in die Förderung von Ölheizungen gesteckt wird, wäre für Heiztechnik auf Basis erneuerbarer Energien besser eingesetzt."

Um das Ziel der Energiewende zu erreichen, wäre die Abschaffung staatlicher Anreize für den Kauf von Ölheizungen ein erster wichtiger Schritt, sagte Bulling-Schröter.

Auf der Uno-Klimakonferenz im vergangenen Jahr in Paris einigten sich alle Staaten auf ehrgeizige Ziele, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu bremsen. Auch die G7-Staaten setzten sich das Ziel, ihre Energieversorgung bis 2050 weitgehend auf erneuerbare Energien umgestellt haben.

asc

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