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Trotz Krise: Ex-Finanzminister Waigel gibt Euro noch 390 Jahre

Ganz Europa bangt um den Euro. Ganz Europa? Nein, ein Mann hat immenses Vertrauen in die Gemeinschaftswährung: Ex-Finanzminister Waigel glaubt, dass der Euro 400 Jahre alt wird - und beruft sich auf einen historischen Vorläufer.

CSU-Politiker Waigel: "Ich habe da eine Idee, die leider niemand aufgreift" Zur Großansicht
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CSU-Politiker Waigel: "Ich habe da eine Idee, die leider niemand aufgreift"

Hamburg - Er gilt als Vater des Euro, sogar der Name der Gemeinschaftswährung geht auf einen Vorschlag von ihm zurück. Nun packt den früheren Bundesfinanzminister Theo Waigel offenbar der Vaterstolz.

In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" nannte er Aussagen, wonach die EU wegen des vor zehn Jahren eingeführten Euro derzeit ihre größte Krise durchlebt, "maßlos übertrieben". Zugleich prophezeite er der Währung ein äußerst langes Leben. Der Denar, das Zahlungsmittel des Römischen Reichs, habe 400 Jahre lang Geltung gehabt, sagte der CSU-Ehrenvorsitzende. "So viel Zeit gebe ich dem Euro auch."

Waigel plädierte außerdem dafür, den Rat erfahrener pensionierter Staatsmänner einzuholen: "Ich habe da eine Idee, die leider niemand aufgreift: Man sollte einen Senat der Älteren gründen, in dem es vor allem um die Zukunft Europas geht."

Als Senatsmitglieder schlug Waigel ehemalige Bundespräsidenten, Kanzler und Außenminister sowie den einen oder anderen Ex-Finanz- oder Wirtschaftsminister vor. Das könnte helfen, schwierige europapolitische Entscheidungen auf eine breitere Basis zu stellen.

dab/dpa

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1. ...
kimba2010 23.12.2011
Zitat von sysopGanz Europa bangt um den Euro. Ganz Europa? Nein, ein Mann hat immenses Vertrauen in die Gemeinschaftswährung: Ex-Finanzminister Waigel glaubt, dass der Euro 400 Jahre alt wird - und beruft sich auf einen historischen Vorläufer. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,805650,00.html
Ob Herr Waigel seiner eigenen Propagandalüge glaubt, ist schwer zu sagen. Sicher ist jedoch, dass er hoffe, dass die Totgeburt (T)EURO noch so lange besteht, bis er sich den weltlichen Gerichten entzogen hat. Zudem erinnern solche großsprecherischen Aussagen von "400 Jahren" Euro frappierend an die "1000 Jahre Mauer" des Erich Hocnecker. Was daraus wurde, ist bekannt.
2.
rakatak 23.12.2011
Zitat von sysopGanz Europa bangt um den Euro. Ganz Europa? Nein, ein Mann hat immenses Vertrauen in die Gemeinschaftswährung: Ex-Finanzminister Waigel glaubt, dass der Euro 400 Jahre alt wird - und beruft sich auf einen historischen Vorläufer. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,805650,00.html
Der Mann, der uns das alles eingebrockt hat, dem wir dieses schlecht verhandelte und saudumm konstruierte 'Etwas' zu verdanken haben. Ob er sich fürchtet irgendwann verantwortlich gemacht zu werden? Immerhin ist das allseitige Schweigen der Kartell-Politiker quer durch den Bundestag ohrenbetäubend: Niemand von denen will für diesen Raub am deutschen Volksvermögen verantwortlich gemacht werden, also heißt es, in Deckung zu gehen.
3. Größenwahn und Versagen
kantundco 23.12.2011
Zitat von sysopGanz Europa bangt um den Euro. Ganz Europa? Nein, ein Mann hat immenses Vertrauen in die Gemeinschaftswährung: Ex-Finanzminister Waigel glaubt, dass der Euro 400 Jahre alt wird - und beruft sich auf einen historischen Vorläufer. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,805650,00.html
Soso, Herr Waigel schlägt also einen Ältestenrat vor. Warum wird dieser Mann eigentlich noch gefragt? Wo steckt seine Lebensleistung. Wäre es nicht sinnvoller einen Jüngstenrat einzurichten, denn schließlich müssen die folgenden Generationen den Scherbenhaufen aufkehren, den Herr Waigel und Kollegen in ihrem Größenwahn und ihrer Arroganz angerichtet haben. Ältestenrat? Im Gefängnis!
4. ...
asdf01 23.12.2011
Zitat von rakatakDer Mann, der uns das alles eingebrockt hat, dem wir dieses schlecht verhandelte und saudumm konstruierte 'Etwas' zu verdanken haben. Ob er sich fürchtet irgendwann verantwortlich gemacht zu werden? Immerhin ist das allseitige Schweigen der Kartell-Politiker quer durch den Bundestag ohrenbetäubend: Niemand von denen will für diesen Raub am deutschen Volksvermögen verantwortlich gemacht werden, also heißt es, in Deckung zu gehen.
Naja, er hat im Prinzip nur das Übel umgesetzt, zu dem wir verpflichtet wurden. Mitterand hat ja den Euro zur Vorraussetzung für Frankreichs Zustimmung zur Wiederverinigung gemacht. Deswegen kann man den Euro quasi als ewige Reparationsleistung Deutschlands an Europa sehen. Wenn man jemand einen Vorwurf machen kann, dann in erster Linie denjenigen, die sich bei den 2+4 Verhandlungen so über den Tisch haben ziehen lassen...
5.
rakatak 23.12.2011
---Zitat von SPon--- Waigel plädierte außerdem dafür, den Rat erfahrener pensionierter Staatsmänner einzuholen: "Ich habe da eine Idee, die leider niemand aufgreift: Man sollte einen Senat der Älteren gründen, in dem es vor allem um die Zukunft Europas geht." Als Senatsmitglieder schlug Waigel ehemalige Bundespräsidenten, Kanzler und Außenminister sowie den einen oder anderen Ex-Finanz- oder Wirtschaftsminister vor. Das könnte helfen, schwierige europapolitische Entscheidungen auf eine breitere Basis zu stellen. ---Zitatende--- Nee, Ihr habt Eure Chance gehabt und Ihr habt es versaubeutelt, um es mal deutlich zu sagen. Die senilen Geister auf der Empore, die wie Statler und Waldorf, die alten Besserwisser aus der Sesamstrasse, so etwas brauchen wir nun wirklich nicht. Obwohl natürlich die Idee mit dem Senat nicht schlecht ist. Er darf aber kein Klugscheisser-Club für Ex-Regierungsmitglieder sein, die in der Rente nicht loslassen können und die massiv unter dem Bedeutungsverlust abgehalfteter Politikgrößen leiden. Denkbar wäre es, so einen Senat mit Philosophen, Künstlern, Literaten, Forschern, Vertreter der Religionen, Intellektuellen jeder Art etc. zu besetzen, die dem Tagesbetrieb hin und wieder mal die Leviten lesen und dem Politikbetrieb den Blick öffnen in eine Zukunft, die weit über den Zeitraum von ein oder zwei Legislaturperioden hinaus geht. Das fehlt nämlich, eine Art außerparlamentarische Vertretung der noch ungeborenen Generationen.
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Wie Notenbanken funktionieren
Woher nehmen Notenbanken das ganze Geld?
Für die Milliardensummen, die die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-amerikanische Federal Reserve Bank (Fed) im Verlauf der Finanzkrise den Banken zur Verfügung stellten, müssen die Notenbanken nicht die Notenpresse anwerfen und Geldscheine drucken. Die Beträge werden lediglich auf den Konten der Geschäftsbanken gutgeschrieben, die bei den Notenbanken geführt werden. Gegen Wertpapiere als Sicherheiten leiht die EZB oder Fed Geld aus. Nach einer bestimmten Frist zahlen die Banken die Summe inklusive Zins zurück.
Können sie pleitegehen?
Technisch nein. Die EZB hat im Euro-Raum das Monopol über das Zentralbankgeld und kann unabhängig darüber entscheiden, wann sie wie viel Geld in Umlauf bringt.
Warum buttern sie so viel Geld in die Märkte?
Generell leihen sich Geldinstitute auf dem Geldmarkt untereinander oder bei der EZB oder Fed Geld aus und zahlen dafür Zinsen - so wie ein Bankkunde bei einer Bank einen Kredit bekommt und diesen abträgt. Für die Geschäftsbanken ist es wichtig, dass sie über flüssiges Geld (Liquidität) verfügen, zum Beispiel für die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Verbraucher. Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten und eventueller noch unbekannter Risiken bei einzelnen Häusern sind die Banken jedoch misstrauischer geworden und nicht mehr im üblichen Maße bereit, sich gegenseitig Geld auszuleihen. In so einem Fall können die Notenbanken eine Finanzspritze geben, um einen Geldengpass (Kreditklemme) zu verhindern. Vorrangiges Ziel der Notenbanken sind stabile Preise. Die EZB ist laut EU-Vertrag aber auch für die Stabilität des Finanzsystems mitverantwortlich.

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