Trotz Sparmaßnahmen Griechenlands Defizit schnellt auf neun Prozent

Griechenlands Sparplan hat versagt: Das Staatsdefizit des europäischen Problemlandes hat sich zu Jahresbeginn ausgeweitet - und liegt nun bei einer Quote von neun Prozent. Die Regierung in Athen hat rund eine Milliarde mehr ausgegeben als geplant.

Parlament in Griechenland: Schrumpfende Einnahmen
AP

Parlament in Griechenland: Schrumpfende Einnahmen


Hamburg - Die Sorgen um die Zukunft Griechenlands wachsen. Das Staatsdefizit ist zu Jahresbeginn auf neun Prozent gestiegen. Der Grund: Gut eine Milliarde Euro mehr als geplant hat die griechische Regierung in den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres ausgegeben, teilte das Finanzministerium am Freitag in Athen mit.

Eigentlich wollte das hoch verschuldete Griechenland sein Staatsdefizit in diesem Jahr auf 7,4 Prozent senken. 2010 lag es bei 9,4 Prozent. Dem Land droht nun das dritte Rezessionsjahr in Folge.

Der Staat hat mit schrumpfenden Einnahmen zu kämpfen: Sie fielen Anfang des Jahres um 9,2 Prozent auf knapp acht Milliarden Euro. Gleichzeitig legten die Ausgaben um 3,3 Prozent zu.

Wie geht es nun weiter mit dem europäischen Problemland? Die Krise ist auch Thema des Sondergipfels der Euro-Staaten an diesem Freitag in Brüssel. Die zuständigen Staats- und Regierungschefs planen nach Angaben aus EU-Kreisen, eine Erklärung zu den angeschlagenen Mitgliedern Portugal, Griechenland und Irland abzugeben.

Darin könnte die Regierung in Athen aufgefordert werden, weitere Reformen anzugehen. Die Mehrzahl der Euro-Staaten wolle zudem den von Deutschland angeregten "Pakt für den Euro" nicht beschließen, wenn sich die Bundesregierung nicht bei der Reform des Euro-Rettungsschirms bewege, sagten EU-Diplomaten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte bereits mehr Klarheit von den Schuldenstaaten eingefordert - vor allem über die geplanten Privatisierungen in Griechenland und eine Abkehr Irlands von seiner extrem niedrigen Körperschaftssteuer.

tat/Reuters



insgesamt 21 Beiträge
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matt_us, 11.03.2011
1. Die Journalisten die hier schrieben haben keine Ahnung
Was zaehlt is das Defizit am 31 Dezember 2011. Das kann bis dahin auf 7.4% gefallen sein. Es ist ausserdem auf dem Weg nach unten, wenn es am 31.12.2010 auf 9,4% gelegen hat, und jetst auf 9% liegt. Wenn es jeden Monat um 0,4% faellt, wie es das ja wohl den letzten Monat gemacht hat, wird das Defizit Ende des Jahres sogar nur halb so gross sein wie vorhergesagt. Koennte jeder der beim Spiegel ueber oekonomische Themen schreibt mal in eine VWL Vorlesung gehen, oder ein VWL Buch lesen, damit man auch informiert wird. Wir sind hier nicht bei RTL oder der Bildzeitung!
bigcanvas 11.03.2011
2. Drachme ante portas
Mit Sparen allein wird das Defizit nicht ausgeglichen werden können. Mit welcher Wirtschaftsleistung will Griechenland denn gegenhalten?
elpke24 11.03.2011
3. Wie üblich
Zitat von sysopGriechenlands*Sparplan hat versagt:*Das Staatsdefizit des europäischen Problemlandes hat sich zu Jahresbeginn ausgeweitet - und liegt nun bei einer Quote von neun Prozent.*Die Regierung in Athen hat rund eine Milliarde mehr ausgegeben als geplant. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,750396,00.html
Sind bestimmt wieder die Deutschen, die da einspringen müssen. Wir zahlen für die Griechen, obwohl wir zahlreiche ungelöste Probleme in unserem Land haben. Die Kommunen und einige Lände sind pleite, überall Schlaglöcher in den Straßen, die Unis haben zu wenig Geld und und und. Dafür müssen wir Geld aufwenden und nicht für die Griechen. Sie müssen raus aus der WWU.
Baracke Osama, 11.03.2011
4. --
Zitat von matt_usWas zaehlt is das Defizit am 31 Dezember 2011. Das kann bis dahin auf 7.4% gefallen sein. Es ist ausserdem auf dem Weg nach unten, wenn es am 31.12.2010 auf 9,4% gelegen hat, und jetst auf 9% liegt. Wenn es jeden Monat um 0,4% faellt, wie es das ja wohl den letzten Monat gemacht hat, wird das Defizit Ende des Jahres sogar nur halb so gross sein wie vorhergesagt. Koennte jeder der beim Spiegel ueber oekonomische Themen schreibt mal in eine VWL Vorlesung gehen, oder ein VWL Buch lesen, damit man auch informiert wird. Wir sind hier nicht bei RTL oder der Bildzeitung!
Wie sicher kann man hier sein, dass die Griechen nicht schon wieder das hier betreiben? http://www.faz.net/s/Rub3ADB8A210E754E748F42960CC7349BDF/Doc~E36DFBBC8713A40279EDB3730376BE962~ATpl~Ecommon~Scontent.html
hansausberlin 11.03.2011
5. Überrascht mich überhaupt nicht
Wann war denn jemals eine Prognose der Griechen zur eigenen Schuldenkrise und zum Schuldenabbau richtig? Da wird schöngerechnet und gelogen bis sich die Balken biegen. Mit großer Wahrscheinlichkeit müssen diese Angaben doch auch wieder bald nach oben korrigiert werden. Das die Griechen ihre selbst gesteckten Ziele erreichen, halte ich aufgrund der bisherigen Erfahrungen für nahezu ausgeschlossen. Es müsste ein Mechanismus festgelegt werden, der z.B. automatisch Gehaltskürzungen und Kündigungen im öffentlichen Dienst vorsieht sobald die Ziele nicht ereicht werden. Hat man schon einmal über Zwangsanleihen nachgedacht? Kann die griechische Rentenversichtung nicht dazu verdonnert werden, nur noch in griechische Anleihen zu investieren. So macht es auch Japan. Wenn dann alles den Bach runter geht, muss jedenfalls der Bürger des verschuldeten Landes auch dafür einstehen und nicht Menschen, die mit dem ganzen Desaster und dem Betrug nichts zu tun haben.
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