Trumps Wahlversprechen Kohlemanager bezweifelt Jobwunder

Die kriselnde US-Kohleindustrie hofft auf Trump, der Zehntausende neue Jobs in der Energiebranche versprochen hat. Ein wichtiger Kohlemanager hat sich jetzt skeptisch geäußert - die guten alten Zeiten seien vorbei.

Kohlehalde (in Ohio, USA)
DPA

Kohlehalde (in Ohio, USA)


US-Präsident Donald Trump hat der gebeutelten Kohleindustrie in den USA neue Jobs versprochen - ein einflussreicher Kohlemanager aber dämpft die Erwartungen. Es würden zwar Jobs zurückkommen, aber die Beschäftigung in der US-Kohleindustrie werde nicht das Niveau früherer Jahre erreichen, sagte Robert Murray, Chef von Murray Energy in St. Clairsville im US-Bundesstaat Ohio.

Zugleich lobte der 77-Jährige die Wende Trumps in der Energiepolitik. Trump habe mit seiner Abkehr vom "Clean Power Plan" seines Vorgängers Barack Obama bereits 25.000 Jobs gerettet, die sonst verloren gegangen wären. "Donald Trump versteht die Probleme der Arbeiter in den USA sehr gut. Er versteht, was notwendig ist, damit es eine zuverlässige und kostengünstige Stromversorgung gibt", sagte Murray der Nachrichtenagentur dpa.

Trump hatte Ende März weitreichende Schritte unternommen, um Kernstücke der Umweltpolitik Obamas aufzuweichen. Seine Regierung beende den Krieg gegen die Kohle, hatte Trump gesagt. Die Entscheidungen würden zu sehr vielen neuen Jobs in den USA führen, erklärte er damals.

Kohle sei die billigste und zuverlässigste Energieform zur Stromerzeugung, sagte Manager Murray. Die Welt sei noch lange auf fossile Energieträger angewiesen. Murray hatte im Wahlkampf 300.000 Dollar an Trump gespendet und war im Februar zu Gast im Weißen Haus.

Mit dem früheren Präsidenten ging Murray hart ins Gericht: "Obama war der größte Zerstörer, den die Vereinigten Staaten jemals hatten." Obama habe durch seine Klima- und Umweltpolitik mehr als 60.000 Jobs in der Kohlebranche und angegliederten Bereichen in den USA zerstört.

Die Murray Energy Corporation ist nach vielen Branchenpleiten eines der letzten großen privaten Kohleunternehmen in den USA. In den vergangenen Jahren gingen in der US-Kohleindustrie Tausende Jobs verloren. Bei Murray selbst sind derzeit noch 5400 Menschen beschäftigt. Vor zwei Jahren waren es noch 8000. Das Unternehmen fördert rund 65 Millionen Tonnen Kohle im Jahr - fast ein Zehntel der gesamten US-Produktion, und exportiert Kohle auch nach Deutschland.

Wenn Trump die Industrie fördere, werde auch die Kohle als kostengünstigste Energieform davon profitieren, sagte Murray. Der Manager forderte Trump auf, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen. Die Energiewende in Deutschland bezeichnete Murray als Fehler. Sie habe zu steigenden Strompreisen geführt und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen belastet, sagte er.

nck/dpa

insgesamt 27 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
guentherzaruba 05.05.2017
1. noch besser wäre....
übrigens nicht nur in den USA , den Transport der Energie zu verbessern. Die Leitungsverluste auf 330 / 660 kV Trassen und nach der Transformation zu den Wohnungen sollte erstmal auf den Neusten Stand gebracht werden. Das wäre sinnvoller als Produzieren und Verschwenden.
fassadensprayer 05.05.2017
2. Was für ein Visionär !
Wer auf diese Art von Ü70 jährigen hört, ist bestimmt bei ganz vielem ganz vorne dabei. Immer alles richtig gemacht im Leben und die ganz eigenen Interessen über die anderer und vor allem kommender Generationen gestellt. Prima Konzept - wenn man nur an sich selbst denkt.
wasistlosnix 05.05.2017
3. Jobwunder
entstehen nicht in der USA Apple 430 000, Google 200 000, VW 11 000 Gewinn pro Mitarbeiter pro Jahr. Denke das Tesla nicht an VW denkt sondern an Apple und Google und so werden die Fabriken auch vollautomatisiert sein oder billigst in Asien produziert. Da könnte Donald mal nachfragen warum Apple und Google nicht die Belegschaft verdoppeln, bezahlen könnten sie es.
jujo 05.05.2017
4. ...
Was soll er denn sonst sagen? Kein Unternehmen wird sagen, das sein Produkt von gestern ist und keine längerfristige Zukunft mehr hat!
Harald Schmitt 05.05.2017
5. Na und
Wie viele Menschen wurden in der erneuerbaren Energiebranche in dieser Zeit eingestellt? Man muss doch mal gegenrechnen, die Menschheit entwickelt sich weiter aber unter Trump hab ich das Gefühl der dreht das Rad der Zeit zurück bis es bricht. Die haben doch schon genug unterirdische Kohlebrände, die vor sich hinschweelen und die Luft verpesten. Da sind ganze Gegenden unbewohnbar!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.