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Syrizas erste Sparaktion: Griechische Regierung schafft Minister-Limousinen ab

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Corbis

Dienstwagen in Griechenland: Die Minister sollen ein bescheidenes Leben führen

Alexis Tsipras macht nicht nur beim Geldausgeben ernst: Die neue griechische Regierung verkauft ihren Fuhrpark, darunter einen 750.000-Euro-BMW. Statt Dienstwagen greifen die Minister auf Taxis zurück - oder fahren Motorrad.

Athen/Hamburg - Eines ist in den eineinhalb Wochen seit dem fulminanten Syriza-Wahlsieg deutlich geworden: Die neue griechische Regierung will vieles fundamental anders machen als Vorgänger-Regierungen. Das gilt aber nicht nur fürs Geldausgeben - sondern auch für die Einnahmeseite: Die Dienstwagen des Kabinetts Tsipras sollen verkauft werden. Regierungskreise in Athen bestätigten SPIEGEL ONLINE entsprechende Medienberichte.

Man kann es angesichts der gigantischen Probleme Griechenlands für Symbolpolitik halten. Aber die Verkleinerung des Fuhrparks ist ein mächtiges Symbol für ein Land, dessen politische Klasse vor allem für Korruption und Vetternwirtschaft bekannt ist.

Die gesamte Dienstwagenflotte der griechischen Minister steht zum Verkauf, unter anderem ein maßgefertigter kugelsicherer BMW mit Satelliten-Kommunikationsanlage und zahllosen Extras im angeblichen Gesamtwert von 750.000 Euro. Angeschafft hatte ihn die Papandreou-Regierung. Genutzt wurde er bis kurz vor der Wahl von Evangelos Venizelos, bis Januar dieses Jahres Vizeregierungschef und Außenminister, Chef der griechischen Sozialisten (Pasok) und früher Finanzminister. Jetzt haben sich die Zeiten wenigstens auf den griechischen Straßen grundsätzlich geändert.

Alexis Tsipras fährt als neuer Regierungschef mit gutem Beispiel voran: Er benutzt weiterhin den schlichten schwarzen Audi A4, den er bereits als Oppositionsführer gefahren hat. Ein Vertrauter bestätigte SPIEGEL ONLINE, dass Tsipras schon vor der Wahl angekündigt hat, sein Auto nicht zu wechseln.

Die Maßnahme gehört offenbar zum Selbstverständnis der neuen Regierung. Tsipras persönlich hat seine Minister angewiesen, genügsam zu sein, kein Geld zu verprassen und auch Dienstreisen möglichst in der Economy-Klasse zu absolvieren. Seine Regierungsmitglieder halten sich dran:

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Finanzminister Giannis Varoufakis legt die meisten Strecken in Athen mit dem Taxi oder gar dem Motorrad zurück, auf seiner Europareise zeigen ihn Fotos in der Economy-Class.

Verantwortlich für den Fuhrparkverkauf ist Vize-Verwaltungsreformminister Georgios Katrougalos. "Minister brauchen keine Staatskarossen", sagt der Minister der griechischen Zeitung "To Vima", auch er selbst werde für Dienstfahrten künftig seinen Privatwagen nutzen, ein alter MG Cabrio - ein Sammlerstück mit ein paar Altersschwächen. Die Frage nach seiner persönlichen Sicherheit weist Katrougalos amüsiert zurück: "Wozu brauche ich Polizeischutz? Wenn ich merke, dass jemand einen Joghurt nach mir werfen will, dann trete ich sofort zurück." Denn das, so Katrougalos, würde ja heißen, dass ihn die Leute nicht mehr als Minister haben wollen.

Mitarbeit: Florian Diekmann und Nicolai Kwasniewski

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 301 Beiträge
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1. viel Symbolik
hagenvon 03.02.2015
aber sowas nenn ich mal mit gutem beispiel vorangehen!!
2. Na...
warndtbewohner 03.02.2015
das ist doch schon mal ein Anfang. Unsere Politiker sollten sich ein Beispiel an den Griechen holen. Sooo schlecht sind die vielleicht gar nicht.....
3.
zlep 03.02.2015
Zumindest in dem Punkt könnten sich die deutschen Minister eine Scheibe von abschneiden...
4. Unglaubwürdig
mukulele 03.02.2015
Sicherlich mehr Show als eine ernstgemeinte Sparmaßnahme. Generell aber immer gut, wenn ALLES bei einem Regierungswechsel auf den Prüfstand gestellt wird
5. vorbildlich
paulroberts 03.02.2015
ich sagte doch, lasst uns auf Griechenland schauen-die werden zum zweiten mal Wiege der Demokratie
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Fläche: 131.957 km²

Bevölkerung: 11,063 Mio.

Hauptstadt: Athen

Staatsoberhaupt:
Prokopis Pavlopoulos

Regierungschef: Alexis Tsipras

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