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Wahlkampf in Griechenland: Tsipras will Hilfspaket neu verhandeln

Ex-Ministerpräsident Tsipras: Ziel bleibt eine Schuldenerleichterung Zur Großansicht
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Ex-Ministerpräsident Tsipras: Ziel bleibt eine Schuldenerleichterung

Alexis Tsipras möchte das dritte Hilfspaket seines Landes wieder aufschnüren: Im Falle eines Wahlsiegs werde er die Bedingungen für das Kreditprogramm neu verhandeln. Das Ziel bleibe eine Schuldenerleichterung.

In knapp zwei Wochen wird in Griechenland gewählt, und die Syriza-Partei von Alexis Tsipras liegt in den Umfragen nur noch knapp vor den Konservativen. Jetzt hat der zurückgetretene Ministerpräsident angekündigt, im Falle seines Sieges bei der Wahl am 20. September die Bedingungen der internationalen Gläubiger für das kürzlich vereinbarte dritte Hilfspaket neu zu verhandeln.

"Die Schlacht um seine Verbesserung ist noch längst nicht vorbei", sagte Tsipras am Sonntag über das bis zu 86 Milliarden Euro schwere Programm. Er werde weiterhin versuchen, eine Schuldenerleichterung zu erreichen. Gleichzeitig versprach Tsipras bei dem Wahlkampfauftritt in Thessaloniki, Tausende neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Tsipras war auch innerhalb seiner Partei in die Kritik geraten, weil er die Reform- und Sparpolitik seiner Vorgänger nicht wie versprochen beendete. Stattdessen vollzog er nach monatelangen Verhandlungen mit den internationalen Gläubigern und einem drohenden Austritt seines Landes aus der Eurozone eine Kehrtwende, um das dritte Hilfsprogramm zu vereinbaren. Im August trat er zurück, in der Hoffnung, gestärkt aus der Neuwahl hervorzugehen.

Ein Fünftel der Wähler unentschlossen

Zwei Wochen vor der Wahl setzt Tsipras trotz knapper Umfrageergebnisse auf die Bildung einer stabilen Regierung. Bis zu 20 Prozent der Wähler seien noch immer unentschlossen, sagte der Linkspolitiker in einem am Sonntag ausgestrahlten Interview des Fernsehsenders Skai.

Sollte der Wahlsieger keine absolute Mehrheit im Parlament erzielen, wäre die siegreiche Partei diesem Ziel aber doch nahe. "Also wird auch eine Regierung zustande kommen." Zugleich bekräftigte Tsipras, keine Koalition mit der konservativen Nea Dimokratia eingehen zu wollen. Die Ziele und die Unterschiede in den Parteiprogrammen seien dafür zu groß. Tsipras hatte im Januar die Wahl mit dem Versprechen gewonnen, die Reform- und Sparpolitik des Konservativen Antonis Samaras zu beenden.

Den Umfragen zufolge ist der Vorsprung von Syriza vor den Konservativen verschwunden. Beide Parteien liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen, in dem mal Syriza, mal die ND einen minimalen Vorsprung hat.

In zwei am Samstag veröffentlichten Erhebungen führen die Linken mit 0,6 beziehungsweise 0,4 Prozentpunkten vor Nea Dimokratia. Deren Chef Evangelos Meimarakis ist inzwischen beliebter als Tsipras. Die Zahl der unentschiedenen Wähler wurde in den Umfragen mit 11,6 und 14,1 Prozent angegeben.

nck/Reuters

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insgesamt 163 Beiträge
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1. .
karend 07.09.2015
So hatte ich es mir gedacht. Wer glaubte, dass die Verhandlungen vor Wochen beendet seien, irrt erneut. Den Schuldenschnitt wird es geben - vielleicht anders genannt, damit die Bürger nichts merken. Merkel alternativlos… Nichts wird sich verändern.
2. Griechenland ...
lenitti 07.09.2015
...the never ending story ...
3. Oh mein Gott...
bonner85 07.09.2015
Nimmt dieser Typ sich selbst noch Ernst?! Mittlerweile fällt mir nichts als Kopfschütteln ein...
4. neue Arbeitsplätze schaffen?
MarkusH. 07.09.2015
das hätte er ja schon vorher machen können! neue Beamte einstellen zählt nicht? trotzdem lächerlich, was willst neu verhandeln? zinssatz ist wie ne schenkung und tilgungsfrei bis ins nächste Jahrtausend ebenfalls.
5. Schon wieder!
Inselbewohner, 07.09.2015
Nun müßten sämtliche Hilfszahlungen eingestellt werden solange bis GL sich ausgeklart hat. Aber das wird wohl nicht passieren denn die EU steht Schulter an Schulter mit GL. Traurig aber Warzenschwein wie ein großer Philosoph (Otto) einmal treffend bemerkt hat. Ich kann über diese ganze Farce nur noch lachen. Schönen Montag HP
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