Umweltschutz Tübingen will Einwegverpackungen besteuern

"In Tübingen packen wir das Übel an der Wurzel": Die Stadt will eine Steuer auf den Verkauf von Einwegverpackungen von Geschäften, Cafés und Imbissbuden einführen.

Einweg-Kaffeebecher
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Einweg-Kaffeebecher


Nach Angaben der Stadtverwaltung ist Tübingen bundesweit die erste Kommune, die sich zu diesem Schritt entschlossen hat: Sie will eine Steuer auf den Verkauf von Einwegverpackungen von Geschäften, Cafés und Imbissbuden einführen. Einen entsprechenden Grundsatzbeschluss hat der Gemeinderat am Donnerstag gefasst.

Geplant sei, in den kommenden Monaten einen Vorschlag für eine Satzung über eine örtliche Verbrauchssteuer zu erarbeiten. Geschäfte, Cafés und Imbissbuden in Tübingen sollen diese Steuer auf Verpackungen von Speisen und Getränken bezahlen, die zum Verzehr unterwegs bestimmt sind, also beispielsweise Pizzakartons, Nudelboxen oder Kaffeebecher.

"In Tübingen packen wir das Übel an der Wurzel", sagte Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) laut Mitteilung. "Indem wir die Produktion von Müll teurer machen, beseitigen wir finanzielle Fehlanreize. Einwegverpackungen dürfen nicht billiger sein als Mehrweg-Pfandsysteme." Allein 2017 seien die Kosten für die Müllbeseitigung im Vergleich zum Vorjahr im öffentlichen Raum um rund 50.000 Euro gestiegen.

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aar/dpa

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insgesamt 19 Beiträge
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chjuma 21.12.2018
1. coole Idee
Allerdings... Mal was aus eigenem Erleben zum Besten gegeben: Seit geraumer Zeit hab ich meinen soliden, bedeckelten Edelstahlkaffeepott mit, wenn ich zur Nachtschicht raus fahr. Bei Kaffeestops an Mc Donalds oder Burger King geht das dann wie folgt ab... Ich sage an dass ich einen Kaffee Topf mit hab. Dann haben die den Schneid, vor meinen Augen den Kaffee in einen Pappbecher zu befüllen um dann die Brühe in meinen Topf zu gießen. Meine entgeisterte Frage was der Unsinn soll und sie nicht gleich den Topf drunter stellt, muss ich mir anhören dass das verboten sei. Soviel zu dem Unterschied von Theorie und Praxis. Aber, heißer Tip, auf Tankstellen sind sie da schon weiter und ich kriege den Topp im direkten richten ohne zu kleckern und Pappmüll voll gemacht... ??
qwertreiber 21.12.2018
2. Blödsinn
Wer Steuern erhebt, will verdienen. Wer ändern will, untersagt einfach. Dieses Gedöns der Tübinger Palme nervt einfach nur. Im Sinne des Ansehens der Stadt würde ich diesen Selbstproduzenten mal schleunigst abwählen.
dasfred 21.12.2018
3. Das Problem sind nicht die Einwegverpackungen
Das Problem ist die ständige außer Haus fresserei, der Kaffee alle hundert Meter im Stehen draußen. Wer wieder anständig frühstücken lernt, der kommt bis zum Mittag aus ohne Burger und Döner aus. Imbisse sind sinnvoll für Menschen, die weit weg von Zuhause arbeiten und dort auch keine Kaffemaschine aufstellen können. Die anderen neunzig Prozent können sich den Kaffee notfalls in der Thermoskanne mitnehmen und sich morgens Brote machen oder einen Apfel einstecken. Die Schwemme an Fastfood Läden ist nur eine Folge von Langeweile und Bequemlichkeit. Wer richtig Hunger hat, muss nicht auf der Straße essen und trinken.
5b- 21.12.2018
4. Pizzalieferungen
Gibt es denn schon Mehrweg- oder Pfandsysteme für Pizzaverpackungen? Es bringt der Umwelt nämlich nichts, wenn die sie verschmutzenden weiterhin verschmutzen, nun aber dafür mehr zahlen müssen. Damit würden lediglich die Verschmutzet bestraft, ohne dass sie weniger verschmutzen würden.
mgrevenstein 21.12.2018
5. Viel
merken die aber auch nicht mehr,oder? Wieder mal die kleinen Unternehmer zu höheren Zahlungen verpflichten. Das Tübingen mehr in diese Richtung unternimmt als andere ehrt sie aber das geht leider in die falsche Richtung Herr Palmer. "An der Wurzel...?" Natürlich, ich vergaß. Die stellen die Umverpackungen ja zu Hause selbst her um Kosten zu sparen. Die Discounter dürfen weiterhin schön ihren ganzen Krempel in Plastik und PET und was weiss ich noch verpacken und lachen sich kaputt. Nicht mal das Einsehen dieser Konzerne und die dem entsprechenden Diskussionen gegen weiteren Plastikmüll kommen auf. Warum auch solange Frau Schulze sich nur Gedanken zum Erhalt Ihrer Position macht. "Zwingen sie die Hersteller zum Umdenken und besteuern sie jede Herstellung von Plastikverpackungen Herr Palmer oder wechseln Sie die Partei"
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