Handelskonflikt mit den USA Türkei will WTO als Schlichter

Der Streit zwischen den USA und der Türkei spitzt sich weiter zu. Nun sucht die Türkei offenbar einen Schlichter: Sie wendet sich mit einem Antrag an die Welthandelsorganisation.

Recep Tayyip Erdogan und Donald Trump
AFP

Recep Tayyip Erdogan und Donald Trump


Ankara hat im Streit mit Washington um US-Strafzölle die Welthandelsorganisation (WTO) einbezogen. Ein Antrag zu einem entsprechenden Streitschlichtungsverfahren sei eingegangen, teilte die WTO mit.

Zunächst haben beide Seiten 60 Tage Zeit, miteinander zu reden. Im Handelskonflikt fahren Ankara und Washington einen harten Kurs. US-Präsident Donald Trump hatte die Strafzölle für die Türkei vor einer Woche auf bis zu 50 Prozent verdoppelt - als Reaktion auf den Fall des US-Pastors Andrew Brunson, der in der Türkei unter Hausarrest steht.

Ankara wehrte sich mit einer Verdopplung der Einfuhrzölle auf 22 Produkte: Dazu gehören unter anderem Autos, alkoholische Getränke, kosmetische Produkte, Tabak, Papier und Reis aus den Vereinigten Staaten. Zudem kündigte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan einen Boykott amerikanischer Elektronikgeräte an.

Video: Erdogan will US-Elektronik boykottieren

Die USA hatten sich zuvor wegen der Vergeltungszölle verschiedener Staaten - unter anderem aus der Türkei - an die WTO gewandt. Dabei hatten die USA die internationale Organisation in der Vergangenheit scharf kritisiert.

Unter anderem ausgelöst durch den Streit mit den USA, verliert die Lira seit Monaten an Wert. Der Währungsverfall droht die gesamte Wirtschaft der Türkei abzuwürgen.

Wie die Türkeikrise auf die Weltwirtschaft wirkt, lesen Sie hier.

ans/dpa

TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.