Boom Türkische Wirtschaft kämpft mit hoher Inflation

Der Wirtschaftsboom in der Türkei hat eine Kehrseite: eine hohe Inflationsrate. Die Türkische Notenbank würde gerne gegensteuern, müssten dafür allerdings auf Konfrontationskurs zu Staatspräsident Erdogan gehen.

Istanbuler Stadtteil Eminönü
imago/ Lars Berg

Istanbuler Stadtteil Eminönü


Die Schwäche der Währung Lira macht das Leben für Verbraucher in der Türkei immer teurer. Wie das Statistikamt Turkstat am Dienstag in Ankara mitteilte, lagen die Preise im Juni um 15,4 Prozent über dem Stand des Vorjahres. Das ist die höchste Inflationsrate seit Oktober 2003. Im Mai hatte die Teuerung bezogen auf das Vorjahr noch bei 12,2 Prozent gelegen.

Im Monatsvergleich legten die Verbraucherpreise im Juni ebenfalls kräftig um 2,6 Prozent zu. Im Mai waren sie deutlich schwächer um 1,3 Prozent gestiegen. Die türkische Lira verlor nach der Vorlage der Daten weiter an Boden. Zum US-Dollar und zum Euro büßte sie in etwa ein Prozent an Wert ein.

Die steigende Inflation setzt die Notenbank der Türkei unter Druck. Sie hat in den vergangenen Monaten zwar ihre Leitzinsen angehoben. Allerdings kämpfen die Zentralbanker um ihre Unabhängigkeit. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat angekündigt, die Geldpolitik stärker beeinflussen zu wollen. Er ist ein Gegner hoher Zinsen, die als klassisches Instrument zur Inflationsbekämpfung und Währungsstützung gelten, gleichzeitig aber etwa Kredite verteuern.

mik/dpa



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