Proteste gegen Uber in Frankreich Taxifahrer blockieren Zufahrt zu Pariser Flughafen

Brennende Reifen, Jagdszenen auf der Schnellstraße und Reisende, die zu Fuß zum Flughafen laufen: Mit Protesten gegen Uber haben Taxifahrer in Frankreich den Verkehr blockiert.


Französische Taxifahrer haben ebenso wie ihre deutschen Kollegen den Fahrdienst Uber als Feindbild auserkoren. Doch die Proteste gegen das US-Unternehmen fallen in Frankreich wesentlich heftiger aus. Bei einer Aktion von Taxifahrern rund um den Pariser Flughafen Charles de Gaulle brannten sogar Reifen.

Aus Protest gegen Uber blockierten die Taxifahrer den Verkehr auf Autobahnen und Zufahrten zum wichtigsten Airport der Stadt. Auch Bahnstationen wurden belagert. Auf der Ringautobahn um die französische Hauptstadt zündeten Demonstranten Reifen an, wie auf Fernsehbildern zu sehen war. Polizisten setzten Tränengas ein, um wütende Demonstranten zurückzuhalten. Der Flughafen Charles de Gaulle empfahl Fluggästen, mit dem Zug anzureisen.

Entlang von Schnellstraßen machten sich einige Reisende mit ihren Koffern zu Fuß auf den Weg zum Flughafen, um ihre Maschinen zu bekommen. Parallel dazu spielten sich dort Jagdszenen zwischen Taxifahrern und Polizisten ab. Die Fahrer waren aus Protest zu Dutzenden auf die Schnellstraßen gelaufen. Als die Polizei sie von der Fahrbahn holen wollte, flitzten sie davon. Fahrer sollen auch einen Pressefotografen angegriffen haben.

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Wut auf Uber: Taxifahrer in Frankreich machen mobil
Landesweit beteiligten sich Taxifahrer an den Protesten. In mehreren großen französischen Städten gab es deshalb Verkehrsbehinderungen. Die Wut der Taxifahrer richtet sich gegen das Angebot UberPop, mit dem sich Privatleute mit ihren Autos als Fahrer anbieten können. Dies ist in Frankreich verboten, trotzdem sind Wagen unterwegs. Auch wirbt Uber weiter Fahrer an.

Zuletzt kam es verstärkt zu Auseinandersetzungen zwischen Taxifahrern und UberPop-Fahrern. Teils wurden die Streitereien sogar vor den Augen der Fahrgäste ausgetragen. Ein Fahrgast trug sogar Brüche und ein blaues Auge davon, weil er gegenüber einem Taxifahrer Uber gelobt hatte.

Innenminister Bernard Cazeneuve hatte zur Ruhe aufgerufen und angekündigt, die Kontrollen zu verstärken. Uber will Kunden nicht nur mit günstigeren Tarifen, sondern auch mit Service anlocken, indem Fahrer etwa die Zahlung mit Kreditkarte anbieten. Hier haben Taxis in Frankreich Nachholbedarf.

SPIEGEL.TV

mmq/AP/Reuters

insgesamt 140 Beiträge
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Alfred Ahrens 25.06.2015
1. Vive la France! Liberte, Egalite, Fraternite !
Es ist so schön, immer wieder zu sehen, wie die Gewerkschaften und ihre Mitglieder in Frankreich die grundsätzlichen Werte der Grande Nation oben halten ! Wir lieben die Franzosen dafür ! Was für ein tolles Land !
Badischer Revoluzzer 25.06.2015
2. Tja - liebe Mitmenschen,
SO geht Protest. Da müssen wir uns eine Scheibe abschneiden. Die FR können einfach mehr Demokratie als wir.
Minette 25.06.2015
3. Wiedermal
sind es die Franzosen, die sich - vielleicht etwas übertrieben - aber doch deutlich gegen Uber zu Wehr setzen. Verdammt, warum bekommen wir deutschen Lemminge das nicht hin?? Wir schlucken einfach alles. Es ist zum Heulen, was wir uns alles bieten lassen in diesem Land! Nicht nur Uber, airbnb & Co.
cdrenk 25.06.2015
4. Wettbewerb
Mit dem Wettbewerb (der Bessere möge gewinnen.....) hatten die Franzosen schon immer ein Problem - und mit dem Aushebeln der Marktwirtschaft zu Gunsten der Verbraucher (CAP) sowieso. Na...wird wie üblich ein wenig länger dauern in Frankreich...
cyblord 25.06.2015
5.
Tja, wer dem Filz an die Pfründe will.... Sicher wünschen sich alle ein schönes Biotop in dem man horrende Preise verlangen kann und gleichzeitig vor jeglicher Konkurrenz geschützt ist. Aber wer hat das heute schon? Und will man das als Kunde? Diese Biotope werden zum Glück weniger. Die Taxifahrer sind als nächstes dran. Die sind längst überfällig.
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