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Überhitzter Immobilienmarkt: Harvard-Professor sieht Anzeichen für China-Crash

Steuert China mit Volldampf in die Krise? Obwohl die Zentralregierung die Hürden für den Hauskauf immer höher baut, lässt sich der Crash des Immobilienmarktes nach Überzeugung des Harvard-Professors Rogoff nicht mehr vermeiden - seiner Überzeugung nach steht der Kollaps sogar kurz bevor.

Skyline des Shanghaier Bezirks Pudong: Gefahr für die chinesische Wirtschaft? Zur Großansicht
AFP

Skyline des Shanghaier Bezirks Pudong: Gefahr für die chinesische Wirtschaft?

Peking - In China beginnt nach Einschätzung des früheren IWF-Chefökonomen Kenneth Rogoff der Zusammenbruch des Immobilienmarktes. Der startende Kollaps werde dem Bankensystem zu schaffen machen, sagte der weltweit geachtete Harvard-Professor am Dienstag Bloomberg TV.

Die chinesische Bankenaufsicht CBRC hatte bereits Mitte Juni davor gewarnt, dass viele Kredite im Immobiliensektor notleidend werden könnten. "Die Solidität des Bankensektors wird durch faule Kredite auf eine Probe gestellt", zitiert der Bericht den CRBC-Vorsitzenden Liu Mingkang. Gerade bei den Immobilien ist das Problem aber auch ein Stück weit hausgemacht. Denn es werden zahlreiche Immobilienprojekte in China von Banken unterstützt, obwohl sie nicht sonderlich lukrativ erscheinen.

Dadurch erwachse auch eine große Gefahr für die heimische Wirtschaft, hieß es in dem Jahresbericht der Kommission, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Die CBRC machte vor allem die "unvernünftige Kreditvergabe" der Banken für das Problem verantwortlich. Das Risikomanagement bei einigen Banken sei unangemessen gewesen, heißt es.

Einnahmequelle für Regionalregierungen

Anders als Rogoff rechnet Mao Yushi, Gründer und Präsident des Pekinger Wirtschaftsinstituts Unirule, allerdings erst in einem oder in zwei Jahren mit ernsten Verwerfungen. Im vergangenen Jahr hatten chinesische Banken umgerechnet mehr als eine Billion Euro an Krediten in die Wirtschaft gepumpt, um die Folgen der Krise zu bekämpfen.

Der Immobilienmarkt wird insbesondere von den Lokalregierungen angeheizt, die einen großen Teil ihrer Einnahmen aus Landverkäufen an Immobilien-Entwickler beziehen. Die Konkurrenz der Regionen untereinander verstärkt den Effekt noch, so dass sich Land- und Immobilienpreise gegenseitig in die Höhe treiben, ohne den tatsächlichen Marktwert zu berücksichtigen.

Die Zentralregierung versucht seit einigen Monaten gegenzusteuern, etwa durch die Vorschrift, dass Käufer von Häusern oder Apartments höhere Anzahlungen leisten müssen. Wer sich etwa eine zweite Wohnung zulegen möchte, der muss 40 Prozent des Kaufpreises vorab bezahlen, bei der dritten sind es 60 Prozent. Gleichzeitig wurden die Rabatte bei den Hypothekenzinsen für Erstkäufer reduziert und für Zweitkäufer gänzlich gestrichen.

Aktienmarkt nur kurz irritiert

Trotzdem haben die Investitionen in Immobilien in den ersten vier Monaten des Jahres um 36,2 Prozent zugenommen. Und trotz der höheren Mindestreserven befördern die Staatsbanken den Boom weiterhin fleißig mit Krediten. Die Kreditsumme in diesem Bereich erhöhte sich allein im April gegenüber dem Vorjahreswert nochmals um 24,1 Prozent.

Die Anleger in Fernost ließen sich durch die jetzt noch einmal verschärften Warnungen Rogoffs ebenfalls nur sehr kurzfristig beeindrucken. Nach anfänglichen Verlusten drehte der Nikkei-Index der 225 führenden Werte 0,8 Prozent auf 9338 Zähler ins Plus. Der breiter gefasste Topix-Index gewann 1,2 Prozent auf 847 Punkte. Auch die Börsen in Taiwan, Südkorea und Singapur, Hongkong und Shanghai verzeichneten Gewinne.

Schwung gaben Kursgewinne an den Börsen in China, die in diesem Jahr arg in Mitleidenschaft gezogen wurden. Analysten zufolge griffen die Anleger ausgerechnet bei Banken- und Immobilientiteln zu.

mik/Reuters

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 17 Beiträge
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1. Haltet den Dieb.....
existentialist09 06.07.2010
Zitat von sysopSteuert China mit Volldampf in die Krise? Obwohl die Zentralregierung die Hürden für den Hauskauf immer höher baut, lässt sich der Crash des Immobilienmarktes nach Überzeugung des Harvard-Professors Rogoff nicht mehr vermeiden - seiner Überzeugung nach steht der Kollaps sogar kurz bevor. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,704931,00.html
........................................................... wird immer wieder gern genommen, um von dem Disaster im eigenen Land abzulenken.
2. ...
mlu 06.07.2010
Schon wieder der... Wen will der denn noch alles in die Pleite reden?
3. Richtig?
gordito255 06.07.2010
Zitat von sysopSteuert China mit Volldampf in die Krise? Obwohl die Zentralregierung die Hürden für den Hauskauf immer höher baut, lässt sich der Crash des Immobilienmarktes nach Überzeugung des Harvard-Professors Rogoff nicht mehr vermeiden - seiner Überzeugung nach steht der Kollaps sogar kurz bevor. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,704931,00.html
Wenn die Anbieter bzw. Verkäufer konkurrieren, dann führt das eher zu niedrigeren Preisen...
4. .
Fuinlhach, 06.07.2010
Zitat von existentialist09........................................................... wird immer wieder gern genommen, um von dem Disaster im eigenen Land abzulenken.
Angesichts der desolaten Lage in den US of A zeigen deren Wissenschaftler letzthin allzu oft auf andere. Auffällig oft. so far.... ein Bürger PS: Wann hat endlich mal wer genug Arsch in der Hose zurückzuzeigen?
5. aw
kdshp 06.07.2010
Zitat von sysopSteuert China mit Volldampf in die Krise? Obwohl die Zentralregierung die Hürden für den Hauskauf immer höher baut, lässt sich der Crash des Immobilienmarktes nach Überzeugung des Harvard-Professors Rogoff nicht mehr vermeiden - seiner Überzeugung nach steht der Kollaps sogar kurz bevor. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,704931,00.html
Hallo, so etwas nennt man "Marktwirtschaft" und warum soll so was nicht auch in china passieren? China muss irgendwann eben die rechnung zahlen wie alle anderen auch und dann gehts weiter wie bei uns auch.
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