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EU-Vergleich: Arbeitnehmer in Deutschland machen die meisten Überstunden

Büros am Abend: "Wichtig ist am Ende, dass das Land wettbewerbsfähig ist" Zur Großansicht
Corbis

Büros am Abend: "Wichtig ist am Ende, dass das Land wettbewerbsfähig ist"

Niemand rackert so viel wie die Deutschen: In keinem Land der Eurozone machen Arbeitnehmer mehr Überstunden als hierzulande. Die Unternehmen kalkulieren mit dieser kostenlosen Mehrarbeit.

Berlin - Statt 37,7 Stunden arbeiten Deutsche durchschnittlich 40,5 Stunden pro Woche - und machen damit EU-weit die meisten Überstunden. Das geht aus Erkenntnissen der EU-Kommission in Brüssel hervor. "In keinem Land der Eurozone gibt es einen so großen Unterschied zwischen der tarifvertraglich vereinbarten Wochenarbeitszeit und der tatsächlichen Wochenarbeitszeit wie in Deutschland", sagte der zuständige EU-Sozialkommissar László Andor der "Welt".

Laut EU-Studien liege die tatsächlich vereinbarte Wochenarbeitszeit in Deutschland demnach bei den genannten 37,7 Stunden - tatsächlich arbeiteten die Beschäftigten aber 40,5 Stunden in der Woche. Jedes Land habe bei der Arbeitszeit seine Eigenheiten. "Wichtig ist am Ende, dass das Land wettbewerbsfähig ist und dass die Vorgaben der EU-Arbeitszeitrichtlinie eingehalten werden - das ist in Deutschland im allgemeinen der Fall", sagte Andor.

Einer aktuellen Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zufolge wird jedoch nur die Hälfte der Überstunden bezahlt. Diese Mehrarbeit haben die Firmen auch nicht durch Freizeit ausgeglichen.

yes/dpa

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insgesamt 72 Beiträge
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1. Leben ohne Überstunden
ptaszek74 08.09.2014
bei den ah so hohen Bruttolöhnen ist es wohl kein Wunder, dass die meisten oder zumindest sehr viele auf Überstunden angewiesen sind. Viele könnten vom normalen Lohn nicht mal die Fahrtkosten zur Arbeit bestreiten. Aber ist ja nicht schlimm. Wir erhöhen jetzt Harz IV dann braucht man keine Überstunden mehr. Wir können dann gleich zu Hause bleiben, mit Miete und allem drum und dran ist es dann genauso viel was am Ende übrig bleibt.
2. Diese
rosskal 08.09.2014
Sie machen nicht nur die meisten Überstunden, sondern sie haben gegenüber z.B. Frankreich auch weniger Urlaub, weniger Sozialleistungen, einen geringeren Mindestlohn und bürgen aber europaweit für Schulden, Darlehen, Haftungsansprüche u.a. am allermeisten. Die Europisten sollen uns endlich von dieser €-Fessel befreien. Auch ohne diese Zwangswährung hat Europa 60 Jahre in Harmmonie und Frieden gelebt. Auf die wirtschaftlichen Beziehungen und auf den Warenaustausch kommt es an, eine gemeinsame Währung legt die einzelnen Länder nur an die Kette und treibt die Staatsverschuldungen ins Unermessliche.
3.
pepe_sargnagel 08.09.2014
Ist doch ok! Dafür werden die Arbeiter immer wieder als die Produktivsten und Fleißigsten gepriesen. Nicht von den Chefs, aber von den Lobbyverbänden, der Politik und den Medien. Das muss es doch schließlich wert sein!
4.
Leser161 08.09.2014
Zitat: "Die Unternehmen kalkulieren mit dieser kostenlosen Mehrarbeit. " Das ist der Punkt. Ich bin immer bereit, wenn es nötig ist, was dranzuhängen. Schliesslich will ich meinen Job ordentlich machen. ABER. Es ist immer noch ein besonderer Einsatz durch mich. Das möchte ich zumindest bezahlt wissen. Und ich finde es einfach respektlos, wenn Arbeitgeber meinen auf solche Methoden zurückgreifen zu müssen. Ich bin doch nicht blöd. Und wenn Sie knapp auf Tasche sind sollen sie halt niedrigere Gehälter zahlen.
5. Spezialexperte
Steuersklave 08.09.2014
Das ist doch völlig klar: Standort wettbewerbsfähig, d.h. volle Auftragsbücher, d.h. viele Überstunden. Umgekehrt gilt das natürlich auch. Ohne Arbeit Überstunden schieben nur Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes, um dann Ausgleichstage nehmen zu können.
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