Angst vor Staatspleite Ukraine ruft Europa zu sofortiger Finanzhilfe auf

Die Finanzreserven der Ukraine schmelzen rapide, dem Land droht die Staatspleite. Nun richtet Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk einen neuen dringenden Appell gen Brüssel - und blitzt ab.

Premier Jazenjuk: Finanzspritze dringend benötigt
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Premier Jazenjuk: Finanzspritze dringend benötigt


Brüssel - Der ukrainische Ministerpräsident Arsenij Jazenjuk hat die EU zu rascher finanzieller Hilfe für sein Land aufgerufen. Seine Regierung unternehme alles, um die schwer angeschlagene Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, sagte Jazenjuk am Montag nach Gesprächen in Brüssel. Aber dabei brauche sie Unterstützung. Auf die Frage von Journalisten, wann die Ukraine eine Finanzspritze benötige, sagte er: "Um es auf den Punkt zu bringen - gestern." Angesichts ausbleibender Reformen hält sich die Europäische Union aber vorerst mit konkreten Zusagen für neue Finanzhilfen an die Ukraine zurück.

Bereits vergangenen Donnerstag hatte Jazenjuk in einer ungewöhnlich emotionalen Rede um Hilfe gebeten und seine eigene Regierung praktisch für bankrott erklärt. Die Devisenreserven sind auf weniger als zehn Milliarden Dollar geschmolzen, am Ende des Jahres werden nur noch rund acht Milliarden Dollar in der Kasse sein. Die ukrainische Wirtschaft dürfte 2014 um mehr als sechs Prozent schrumpfen.

Der Internationale Währungsfonds hatte im vergangenen Jahr ein 17 Milliarden Dollar schweres Hilfsprogramm gestartet, zwei Tranchen wurden bereits überwiesen, die nächste steht diese Wochen an. Doch das Programm stammt aus der Zeit, bevor in der Ostukraine schwere Kämpfe ausgebrochen waren.

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Krisenfolgen: So schwach ist die ukrainische Wirtschaft
Jazenjuk fordert nun weitere 15 Milliarden Dollar. Die Europäische Union verlangt im Gegenzug weitreichende Wirtschaftsreformen. Die EU-Kommission will eine Geberkonferenz für die Ukraine erst dann organisieren, wenn die Regierung in Kiew einen Plan für die Entwicklung der Wirtschaft vorgelegt hat.

Jazenjuk will unter anderem das Rentenalter auf 65 Jahre heraufsetzen und den bislang stark subventionierten Gaspreis stark erhöhen. Das Finanzministerium erwägt Budgetkürzungen von bis zu 25 Prozent.

EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn sagte am Montag, man habe sich mit der Ukraine auf einen Fahrplan für Reformen verständigt, allerdings müssten noch Details geklärt werden. Die Geberkonferenz könne möglicherweise Anfang nächsten Jahres stattfinden.

Jazenjuk ist das offenbar zu spät. Er sagte, die Ukraine tue alles, was sie zugesagt habe. "Aber um diese Zeitspanne zu überwinden, braucht die Ukraine eine Art Polster, und dieses Polster ist ein neues finanzielles Hilfspaket."

ssu/Reuters



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insgesamt 128 Beiträge
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hermann_huber 16.12.2014
1. Ukraine gehört zur EU
Das wird den Russen freuen. Jetzt zahlen wir fur die Osterweiterung schon mal pauschal im Voraus. Ich verstehe nicht warum die selbst in Russlandals total korrupt bekannte Ukraine an die EU geklammert werden soll.
franz.v.trotta 16.12.2014
2. Wie bitte?
"Der Internationale Währungsfonds hatte im vergangenen Jahr ein 17 Milliarden Dollar schweres Hilfsprogramm gestartet [...] Jazeniuk fordert nun weitere 15 Milliarden Dollar." - Er fordert! Unglaublich! --- Ich plädiere dafür, bevorzugt den Millionen Menschen zu helfen, die u.a. aus Syrien geflohen sind und in Zeltstädten den Winter erwarten.
neill1983 16.12.2014
3. Viel Spaß EU
Mit der Ukraine. Zwar geht Russland pleite - aber sie haben Rohstoffe und Währungsreserven um dies abzufedern. Ukraine nicht. Witzig finde ich, dass die USA kräftig die "Revolution" mit voran getrieben hat und nun alles die EU zahlt. Tja Merkel - gute Idee :)
bergerangel 16.12.2014
4. Alle schreien nur noch wegen des Geldes
Aber wer hilft uns wenn wir in Bedrängnisse kommen ? Niemand ... Man kann nur fordern wenn man was geleistet hat ...
silenced 16.12.2014
5.
Reichen die Monsanto-Milliarden nicht? Wo ist das Geld nur versickert ...
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