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Von Gas bis Kaviar: Welche russischen Waren die EU boykottieren könnte

Die Pläne für weitere Sanktionen gegen Russland nehmen offenbar Form an. EU-Vertreter haben einem Bericht zufolge zahlreiche russische Erzeugnisse aufgelistet, die boykottiert werden könnten. Sie reichen von Kaviar und Pelzen bis zu Öl und Gas.

Luxusgut Kaviar: Teil der ersten Eskalationsstufe Zur Großansicht
Getty Images

Luxusgut Kaviar: Teil der ersten Eskalationsstufe

Brüssel - Die vom Westen wegen des Ukraine-Konflikts gegen Russland verhängten Sanktionen schaden den Unternehmen des Landes schon jetzt - das räumte Präsident Wladimir Putin gerade beim Wirtschaftsgipfel in Sankt Petersburg ein. Kurz vor der Präsidentenwahl in der Ukraine suchen die EU-Staaten nun offenbar nach einer gemeinsamen Position für mögliche weitere Handelssperren. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf ein zweiseitiges Dokument, das von den EU-Staats- und Regierungschefs bei ihrem nächsten Treffen in Brüssel erörtert werden solle.

Den Anfang könnten demnach Einfuhrbeschränkungen für Luxusgüter wie Wodka, Kaviar, Pelze oder Diamanten machen. In einer zweiten Stufe könne es Exportbeschränkungen für Dünger, Chemikalien, Reifen und Schiffe sowie ein Waffenembargo geben. Als schärfste Sanktionen würden schließlich ein Embargo auf russische Gas- und Ölimporte sowie Verbote im Kapitalverkehr erwogen, sagten mit der Angelegenheit vertraute EU-Diplomaten gegenüber Reuters.

In der Ukraine sind die Bürger am Sonntag zu Präsidentenwahlen aufgerufen. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande hatten Russland Wirtschaftssanktionen angedroht, falls es die Wahlen im Nachbarland torpediere. Putin kündigte in Sankt Petersburg zwar an, den Ausgang der Abstimmung in der Ukraine zu "respektieren", sprach aber nicht ausdrücklich von einer Anerkennung.

Nach Angaben des wirtschaftlichen Beraters Putins hat der Kreml Gegenmaßnahmen für den Fall weiterer Sanktionen des Westens vorbereitet. Diese Maßnahmen seien in einem Geheimdokument dargelegt, sagte Putins Berater Andrej Belousow im russischen Staatsfernsehen.

Am Dienstag wollen sich die 28 EU-Staats- und Regierungschefs treffen, um das Ergebnis der Europawahl und der Präsidentenwahl in der Ukraine zu erörtern. Mit einer Entscheidung über bestimmte Sanktionen sei dabei aber nicht zu rechnen, sagten Diplomaten. Vor allem die südeuropäischen EU-Länder fürchten durch harte Maßnahmen negative Auswirkungen auf die Konjunktur.

Bisher haben die USA und die EU Sanktionen gegen Personen und einzelne Firmen aus Russland und der Ukraine verhängt. Der Westen wirft Russland vor, sich die Krim völkerrechtswidrig einverleibt und zur Destabilisierung der Lage in der Ostukraine beigetragen zu haben.

dab/Reuters

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insgesamt 107 Beiträge
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1. ist es Muttis Hobby?
TomTheViking 23.05.2014
Sanktionen auf was bitte??? Wodka, Kaviar, Pelze oder Diamanten??? Können sich eh nur die einheimischen Oligarchen leisten. Wenn's hoch kommt ess ich mal Seehasenrogen auf Ei zu Silvester. Dünger, Chemikalien, Reifen und Schiffe sowie ein Waffenembargo Wer von uns zieht "Russenschlappen" auf sein Auto Niemand - getroffen werden höchsten deutsche Direktinvestoren. Russische Schiffe werden nicht nach Europa verkauft Russland kauft in Europa Schiffe. Waffen kann Russland in die Ganze Welt verkaufen, ist da Europa marktfähig. Chemikalien, Dünger??? Das gleich wie mit den Reifen, es schadet nur deutschen Firmen und Direktinvestoren auch hier kann Russland locker auf den Weltmarkt ausweichen. geben. Als schärfste Sanktionen würden schließlich ein Embargo auf russische Gas- und Ölimporte sowie Verbot im Kapitalverkehr. Hier kann ich nur lachen. Gerade hat Barroso gegreint Putin möge bitte seine Lieferverträger einhalten. Wen jemand auf Dauer Schaden nimmt dann nicht Russland, welches gezwungen Alternativen aufzumachen und die eigene Industrie weiter zu stärken!!!
2.
totalmayhem 23.05.2014
Zitat von sysopDie Pläne für weitere Sanktionen gegen Russland nehmen offenbar Form an. EU-Vertreter haben einem Bericht zufolge zahlreiche russische Erzeugnisse aufgelistet, die boykottiert werden könnten. Sie reichen von Kaviar und Pelzen bis zu Öl und Gas. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ukraine-konflikt-eu-erwaegt-boykott-von-kaviar-und-gas-a-971398.html
Er "respektiert" den Abstimmungspopanz vielleicht, aber anerkennen wird er garnichts, weil es ihm herzlich egal ist. Er haelt sich alle Optionen offen bis hin zu einer militaerischen Heimholung der Ukraine in Muetterchen Russland's Reich. Viele Russen betrachten die Gebiete, die man dem versoffenen Jelzin einst mit ein paar Pullen Wodka entlockt hat, nach wie vor als russisches Hoheitsgebiet. Und denen ist es Schnuppe ob der Westen nun ihren Kaviar und ihre Pelze boykottiert.
3.
Greed 23.05.2014
Kavier, Pelze, Diamanten und Gas. Das ist wohl die von einigen Foristen beschriebene russische Hochtechnologie.
4. Aha, die Eu-"Intelligenzia" treibt Stilblüten
lupenreinerdemokrat 23.05.2014
Zitat von sysopDie Pläne für weitere Sanktionen gegen Russland nehmen offenbar Form an. EU-Vertreter haben einem Bericht zufolge zahlreiche russische Erzeugnisse aufgelistet, die boykottiert werden könnten. Sie reichen von Kaviar und Pelzen bis zu Öl und Gas. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ukraine-konflikt-eu-erwaegt-boykott-von-kaviar-und-gas-a-971398.html
Öl und Gas aus Russland also will die EU also als mögliche Sanktionsstufe boykottieren. Dann hat man sich doch bestimmt auch schon Gedanken über Alternativen gemacht? Hat man? Aber doch wohl hoffentlich nicht das dreckige, höchst fragwürdige US-Fracking-Gas, oder etwa doch? Falls ja: wie dämlich muss man eigentlich sein, um in der Politik Karriere zu machen? Vermutlich ist in Deutschland und der EU der Reibungskoeffizient der Oberfläche von Kopf und Schultern umgkehrt proportional zum Intelligenzquotienten, was wiederum höchst dienlich ist, wenn man den US-Wirtschaftsinteressen bis über die Schultern in den annalen Ausgang kriecht. Quod erat demonstrantum.
5. Wir sollten nicht drumherum eiern
mail-sms 23.05.2014
sondern sofort Gas boykottieren. Anders wird man Putin nicht aushebeln. Der hat bereits ein Bananenrepubliken-Syndrom entwickelt. Geblendet von den profitablen Rohstoffexporten hat er komplett den Bezug zur Realität verloren. Ihm ist es völlig egal, dass 98 Prozent der russischen Bevölkerung in Armut lebt. Sanktionen auf sonstige Wirtschaftsgüter schaden nur der Bevölkerung und radikalisieren diese zunehmend. Die Oligarchie merkt davon aber nichts. Wir müssen die Rohstoffe sabotieren, erst dann kommen russlands Entscheidungsträger zur Vernunft.
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Fläche: 603.700 km²
(inklusive der Krim, die seit 2014 von Russland annektiert ist)

Bevölkerung: 45,363 Mio.

Hauptstadt: Kiew

Staatsoberhaupt:
Petro Poroschenko

Regierungschef: Volodymyr Hroisman

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