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Ukraine-Konflikt: Russland-Sanktionen könnten Zypern-Rettung gefährden

Bank in Zyperns Hauptstadt: Russlandsanktionen gefährden Rettungsprogramm Zur Großansicht
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Bank in Zyperns Hauptstadt: Russlandsanktionen gefährden Rettungsprogramm

Zypern hat vor Wirtschaftssanktionen gegen Russland gewarnt - sie könnten das Rettungsprogramm für das Euro-Land gefährden. Im "Handelsblatt" warnt Präsident Anastasiades vor "äußerst negativen Auswirkungen".

Berlin - Die möglichen EU-Wirtschaftssanktionen gegen Russland könnten weitreichende Folgen für Zypern haben. Der Präsident des Inselstaates, Nikos Anastasiades, warnte davor, dass Sanktionen das Rettungsprogramm für das Euro-Land gefährden könnten. "Wenn Wirtschaftssanktionen gegen Russland verhängt würden, hätte das äußerst negative Auswirkungen auf unser Anpassungsprogramm, das wir mit der Troika vereinbart haben", sagte Anastasiades dem "Handelsblatt". "Es würde all die Fortschritte gefährden, die wir seit einem Jahr mühsam erreicht haben."

Die EU erwägt im Zuge des Ukraine-Konflikts schärfere Sanktionen gegen Russland. Dessen Unternehmen haben aus Steuergründen Milliardensummen nach Zypern transferiert. Zudem hat Russland Zypern hohe Kredite gegeben. Anastasiades forderte, die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten sollten bei Entscheidungen über Strafmaßnahmen "den Schaden berücksichtigen, den sowohl die EU selbst als auch die Wirtschaft unserer Länder aufgrund solcher Sanktionen erleiden würden".

Neben Risiken gebe es aber auch Chancen für Zypern, sagte der Präsident. "Wir verfügen über Ressourcen, welche die EU unabhängiger von russischen Gaslieferungen machen", sagte Anastasiades. Vor Zyperns Küste sind Gasvorkommen entdeckt worden. Sein Land werde innerhalb Europas ein wichtiger Energielieferant, sagte er.

Generell sieht Anastasiades Zypern auf dem Weg der Besserung. Ein Beleg sei, dass sich das Land kürzlich Geld bei Investoren leihen konnte. Das sei die erste Emission von Staatsanleihen seit dem Jahr 2010 gewesen, sagte Anastasiades der Zeitung. "Die Reaktionen waren positiv." Zypern hatte an private Personen Anleihen für 100 Millionen Euro verkauft. "Es wird weitere Emissionen geben", kündigte er an. "Wir wollen das auf monatlicher Basis wiederholen."

Die Notwendigkeit für ein weiteres Rettungsprogramm sieht Anastasiades nicht. Der Präsident kündigte in der Zeitung an, dass Zypern eine Förderinstitution für kleine und mittlere Unternehmen gründen will, bei der sich auch Deutschland beteiligen werde. "Dazu wird neben Zypern auch die Europäische Investitionsbank Kapital beitragen und die deutsche KfW-Bank", sagte Anastasiades. Das habe ihm Bundeskanzlerin Angela Merkel angeboten.

nck

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1. Blablabla
Corinna 15.05.2014
Wenn die Zyprioten Angst um die bei ihnen gebunkerten Schwarzgeld-Konten haben könnten sie ja alle deren legale Herkunft nicht beweisbar ist erst mal blockieren und nach einer gewissen Klärungsperiode verstaatlichen.
2. auf zypern registriert!?!
christian0061 15.05.2014
gestern haben wir vom spiegel gelernt, dass die zwielichten ukrainischen gasversorger und explorer, die ihre lizenzen, und damit die lizenz zum gelddrucken, von der jeweiligen regierung bekommen alle auf zypern registriert, um die anteilseigner zu verschleiern. damit wäre gegen eine schliessung des schwarzgel und korruuptionskarussel zypern nichts einzuwenden. herr putin hat sicher auch nichts dagegen, wenn seine oligarchen ihren reichtum wieder heim bringen, weil es ausserhalb russland durch sanktionen zu gefährlich wird.
3. Schnell graben...
BettyB. 15.05.2014
Dann mal los, denn der Winter kommt bestimmt...
4. Preis für ein hohes Ziel
ulrich-lr. 15.05.2014
Zitat von sysopAFPZypern hat vor Wirtschaftssanktionen gegen Russland gewarnt - sie könnten das Rettungsprogramm für das Euro-Land gefährden. Im "Handelsblatt" warnt Präsident Anastasiadis vor "äußerst negativen Auswirkungen". http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ukraine-konflikt-russlandsanktionen-gefaehrden-zypern-rettungsprogramm-a-969509.html
Es war von Anfang an klar, dass die EU-Politik gegenüber Russland niemandem nützt, aber vielen schadet - u. a. uns selbst. Die EU hat sich aber fest entschlossen - gegen ihre Interessen - Werte zu vernichten. Das Ziel unseres Kampfes gegen Russland ist ja noch viel bedrohlicher als die gegenwärtigen Begleiterscheinigungen: Wenn erst einmal die Ukraine fest an die EU gebunden ist, dann geht das Geldverbrennen erst richtig los. Dagegen sind Zypern oder Griecheland ein Klacks. Kurz: Zypern wäre eben der Preis für das Ziel, einen tausendfach höheren Preis zu bezahlen. Es lebe die durchdachte, ausgewogene EU-Expansionspolitik!
5. Putins Marionetten auf Zypern
plagiatejäger 15.05.2014
Jeder Russe kann sich über Zypern einen EU-Paß kaufen, das ist hinlänglich bekannt. Dann darf er als Ausländer auch Immobilien in der EU kaufen. Deutschland sollte aus der EU austreten, solange Zypern die Aufenthaltsbewilligung für Deutschland verkaufen darf. Besser wäre man schließt Zypern ganz aus der EU aus, z.B. könnte Putin es annektieren, da ja 90% russ. Schwarzgeld (und wohl sein eigenes auch) dort verwaltet werden.
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Fläche: 5364 km²

Bevölkerung: 890.000

Hauptstadt: Nikosia (Lefkosa)

Staats- und Regierungschef: Nicos Anastasiades

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