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Konkurrenz für Gazprom: RWE liefert Gas in die Ukraine

Gasverdichterstation : Deutsche Lieferungen in die Ukraine  Zur Großansicht
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Gasverdichterstation: Deutsche Lieferungen in die Ukraine

Die Ukraine braucht dringend günstige Energie. Nach der drastischen Gaspreiserhöhung durch Russland springt nun der deutsche Energieriese RWE mit Lieferungen ein. Doch es gibt Hindernisse.

Essen/Kiew - RWE beliefert die Ukraine mit Gas. Als erster europäischer Versorger hat der Essener Konzern begonnen, das politisch instabile Land zu beliefern. Das gab das Unternehmen am Dienstag bekannt. Das Gas fließe derzeit über polnische Pipelines, sagte Sprecher Helmut Weintögl SPIEGEL ONLINE. Die genaue Liefermenge nannte er nicht.

Grundlage für die Lieferungen ist ein bereits 2012 unterzeichneter Rahmenvertrag zwischen RWE und dem ukrainischen Staatsunternehmen Naftogaz. Dieser regelt die Option, die Ukraine mit jährlich bis zu 10 Milliarden Kubikmetern Gas zu beliefern. Zum Vergleich: Der deutsche Gasverbrauch liegt bei 80 bis 90 Milliarden Kubikmetern pro Jahr.

RWE hatte die Ukraine bereits 2013 mit einer Milliarde Kubikmeter Gas versorgt. Die Lieferungen erfolgen nach rein wirtschaftlichem Kalkül, sagt Weintögl. RWE verkaufe das Gas zu europäischen Großmarktpreisen. Aus Russland erhielt die Ukraine ihr Gas dagegen lange zum Vorzugspreis. Als sich jedoch die politische Krise auf der Halbinsel Krim und in der Ostukraine verschärfte, erhöhte der russische Staatskonzern Gazprom plötzlich den Preis von 268 auf 485 Dollar pro 1000 Kubikmeter. Das sind rund 100 Dollar mehr als der europäische Durchschnittspreis. Dadurch rechnet sich es für das Land nun wieder, Gas von RWE zu beziehen.

Russland ist für die Ukraine der Hauptlieferant für Erdgas. Präsident Wladimir Putin wird vorgeworfen, er wolle mit der Verteuerung der Energiepreise die wirtschaftliche Krise in der Ukraine verschärfen und so die proeuropäische Regierung destabilisieren, die seit dem Sturz des russlandfreundlichen Präsidenten Wiktor Janukowitsch an der Macht ist.

Lieferungen könnten massiv erhöht werden

RWE stellt in Aussicht, die Liefermengen jederzeit zu erhöhen. Dazu muss das Unternehmen offenbar nicht erst aufwendig Verteilstationen umprogrammieren und die Flussrichtung in den Pipelines umkehren. Es gebe auch die Möglichkeit sogenannter virtueller Buchungen, sagte ein Insider SPIEGEL ONLINE. Dabei werde einfach ein Teil des nach Europa strömenden Gases in der Ukraine entnommen - dies werde dann so behandelt, als ströme das Gas erst in die EU und von dort in die Ukraine zurück. Neben Polen könnte derzeit auch Gas über Ungarn in die Ukraine gelangen.

Ein Versorgungsengpass in Deutschland entsteht durch die Lieferungen in die Ukraine offenbar nicht. RWE bezieht rund ein Drittel seines Gases aus Russland, ein Drittel aus der EU und ein Drittel aus Norwegen. Sollte die Ukraine mit größeren Mengen beliefert werden, könne man zumindest kurzfristig etwas mehr Gas von den eigenen Lieferanten beziehen, sagte ein RWE-Insider.

Dennoch beklagt RWE ein Lieferproblem. Denn die Pipelines durch Polen und Ungarn sind klein. Um die Ukraine im großen Stil zu beliefern, müsste man eine Leitung durch die Slowakei stärker auslasten. Dazu müssten aber "politische und technische Probleme an der slowakisch-ukrainischen Grenze" gelöst werden, hieß es in der RWE-Mitteilung. Zu den Details wollte sich der Konzern auf Anfrage nicht äußern.

Verfall der Währung vorerst gestoppt

In einem anderen Punkt gab es für die Ukraine einen wirtschaftlichen Lichtblick. Nachdem die Regierung den Leitzins am Montagabend um ganze 3,0 Prozentpunkte auf 9,5 Prozent erhöht hatte, ist der Absturz der Landeswährung Griwna vorerst gestoppt. Am Dienstag konnte die Währung im Vergleich zum Dollar leicht zulegen.

Die Griwna hat seit Beginn des Jahres um mehr als 30 Prozent an Wert eingebüßt - mehr als jede andere Währung weltweit. Der Währungsabsturz verteuert Importe und könnte die Inflation anheizen. Investoren hatten aus Sorge vor einer weiteren Eskalation der Ukraine-Krise immer mehr Geld aus dem Land abgezogen.

Experten zweifeln, ob die Maßnahmen der Notenbank auch langfristig etwas an der prekären Lage des Landes ändern können. "Mittelfristig wird der Zinsschritt keinerlei Auswirkungen zeigen", sagte Experte Neil Azous vom US-Analysehaus Rareview Macro der Nachrichtenagentur dpa. Er verwies unter anderem auf die ausstehenden Staatsschulden, die möglicherweise zum Teil gestrichen werden müssten, um das Land vor der Pleite zu bewahren.

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1. Kann sich RWE finanzielle Außenstände dieser Größenordnung leisten?
radeberger78 15.04.2014
Zitat von sysopAPDie Ukraine braucht dringend günstige Energie. Nach der drastischen Gaspreiserhöhung durch Russland springt nun der deutsche Energieriese RWE mit Lieferungen ein. Doch es gibt Hindernisse. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ukraine-rwe-liefert-gas-ueber-slowakei-a-964501.html
Oder springt Mutti mit dem deutschen Steuersäckel dafür ein ? Schäuble hat ja erst berichtet das wir zuviel Geld haben.
2. Daumen hoch!
EU kritiker 15.04.2014
Zitat von sysopAPDie Ukraine braucht dringend günstige Energie. Nach der drastischen Gaspreiserhöhung durch Russland springt nun der deutsche Energieriese RWE mit Lieferungen ein. Doch es gibt Hindernisse. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ukraine-rwe-liefert-gas-ueber-slowakei-a-964501.html
Bravo RWE!
3. Wer zahlt das Gas ?
Plombier 15.04.2014
Die Ukraine bestimmt nicht , denn die ist pleite . Also wieder mal die EU und der deutsche Steuerzahler ? Die RWE wird sich da schon schlau gemacht haben .
4. Keiner merkt's
vonkoesten 15.04.2014
Zitat von EU kritikerBravo RWE!
Ach, geht die Rechnung an Sie?
5. Gut kalkuliert - auf unserem Rücken
Corinna 15.04.2014
Zitat von sysopAPDie Ukraine braucht dringend günstige Energie. Nach der drastischen Gaspreiserhöhung durch Russland springt nun der deutsche Energieriese RWE mit Lieferungen ein. Doch es gibt Hindernisse. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/ukraine-rwe-liefert-gas-ueber-slowakei-a-964501.html
RWE verkauft das Gas zum europäischen Großhandelspreis, irgendwo gilt Angebot und Nachfrage und da die Nachfrage steigt wird wohl der Preis auch steigen und dann macht RWE bei uns Endverbrauchern Kasse. Für die Schulden der Ukraine steht eh Mutti ein das zahlen wir dann auch.
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