Stillstand im Osten Aussichten für ukrainische Wirtschaft verdüstern sich

Die wirtschaftlichen Folgen des Ukraine-Konflikts sind offenbar gravierender als bislang gedacht. Die Weltbank korrigierte ihre Prognose nach unten und geht nun von einem Einbruch um acht Prozent aus. Die Zentralbank des Landes ist noch pessimistischer.

Wechselkursanzeige in Kiew: Ein Viertel der Exporte stammt aus dem Osten
REUTERS

Wechselkursanzeige in Kiew: Ein Viertel der Exporte stammt aus dem Osten


Kiew - Die Wirtschaftsleistung der Ukraine wird in diesem Jahr laut einer Prognose der Weltbank um voraussichtlich acht Prozent einbrechen. Das sagte der Weltbank-Vertreter in der Ukraine, Qimiao Fan, in Kiew. Bisher hatte die Institution ein Minus von fünf Prozent vorhergesagt.

"Die Unterbrechung der wirtschaftlichen Tätigkeit im Osten führt zu einem stärkeren Rückgang des Bruttoinlandsproduktes", begründete Fan. Die umkämpften Regionen Donezk und Luhansk machten rund 16 Prozent der Wirtschaftsleistung und 27 Prozent der Exporte des Landes aus.

Die ukrainische Regierung hatte zuletzt einen Einbruch von sechs Prozent prognostiziert, der Internationale Währungsfonds ging von 6,5 Prozent aus. Besonders pessimistisch ist die ukrainische Zentralbank, die einen Rückgang von bis zu zehn Prozent für möglich hält.

In der Ostukraine kämpft die Armee gegen Separatisten, die einen Anschluss an Russland wollen. Erst am Mittwoch waren in der Rebellenhochburg Donezk bei Granateneinschlägen auf einem Schulhof und in einer nahe gelegenen Straße mindestens zehn Menschen getötet worden.

dab/Reuters

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Ichbines2 02.10.2014
1. Dringendst
muss Deutschland an erster Stelle, aber auch die EU GELD hinschicken: Zinsfreie "Kredite", Aufkauf von Krediten und Staatsanleihen sind doch eigentlich immer erste Wahl. Dann endlich Geld zur Sanierung von Tschernobyl, damit diese Altlast endlich verschwindet. Und dann natürlich vor allem auch jede Menge Waffen,Militärberater und Knowhow. Nur so kann die Ukraine überleben und uns im Gegenzug das Gas im Winter abzapfen. Das müssen die quasi, um nicht zu frieren.
marthaimschnee 02.10.2014
2.
Ach was? Komischerweise ist dieser Zustand aber schon älter, als der offene Konflikt. Dieser Zustand wurde schon vor langer Zeit generiert und alle Machthaber haben ihn gehegt und gepflegt. Und es hat sich - mit Verlaub - bisher niemand auch nur die geringsten Gedanken gemacht, wie man ihn lösen kann. Stattdessen hat man dafür gesorgt, daß das an sich gute Verhältnis zu Russland zerstört wurde und die Bevölkerung das nun knallhart zu spüren bekommt, indem sie an den Arsch friert, weil der Westen zB auf marktübliche Gaspreise pocht - als Gegenleistung für "Hilfen" des IWF! Und eine EU Mitgliedschaft, sorry, was will die EU mit noch mehr Pleitestaaten?
FKassekert 02.10.2014
3. Geldboersen auf
Ihr deutschen Steuerzahler! Denn nun wissen wir immer mehr was auf die EU zukommt und diesem korrupten un dbankrottem System zu zahlen ist! Und unsere Frau Merkel ist dazu bereit, denn sie machtdas sehr gern, ist doch der Poroschenko, auch Porosjenok genannt (Schweinchen!) zu fuettern wie auch andere Oligarchen des Landes! Und was die Produktion angeht, was importiert Deutschland denn aus der Ukraine: Stahl, Aepfel, Fallobst ... oder was auch immer!
Ichbines2 02.10.2014
4. Pleitestaat?
Natürlich brauchen wir die Ukraine. Sie ist zwar ein Pleitestaat, aber damit gehen wir doch locker um: Die Pleiten werden zulasten der Steuerzahler sozialisiert, Gewinne durch Etablierung von Unternehmen, fließen in private Kassen. In der Ukraine wie auch in der Gesamt-EU wird es deshalb so sein: Die Reichen werden gewinnen, die Mittelklasse wird weiter abrutschen, vorn den Ärmeren brauchen wir erst gar nicht zu reden.
Claudia Schwarzer 02.10.2014
5.
Zitat von FKassekertIhr deutschen Steuerzahler! Denn nun wissen wir immer mehr was auf die EU zukommt und diesem korrupten un dbankrottem System zu zahlen ist! Und unsere Frau Merkel ist dazu bereit, denn sie machtdas sehr gern, ist doch der Poroschenko, auch Porosjenok genannt (Schweinchen!) zu fuettern wie auch andere Oligarchen des Landes! Und was die Produktion angeht, was importiert Deutschland denn aus der Ukraine: Stahl, Aepfel, Fallobst ... oder was auch immer!
Es wurden auch mal Kabelbäume für die Autoindustrie importiert, die dann beim Einsatz in den Fahrzeugen in Flammen aufgingen. Es kommen also nur "hochwertige Waren" von dort :lol: Wer trägt eigentlich die Verantwortung dafür, diesen Pleitestaat mal in die EU zu holen? Haben wir nicht mit Bulgarien und Muränien schon genug korrupte Pleitestaaten "im Boot"?
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