Umfrage Deutsche sehen Großzügigkeit von Millionären skeptisch

Tue Gutes und rede darüber: Nach diesem Motto stiften Bill Gates und Warren Buffett US-Milliardäre zu gigantischen Spenden an. Auch Reiche hierzulande wollen ihr Vermögen stärker zum Wohl der Gesellschaft einsetzen. Doch viele Deutsche kaufen ihnen das nicht ab.


Hamburg - Die spektakuläre Charity-Initiative von Warren Buffett und Bill Gates erregt weltweites Aufsehen. 40 US-Milliardäre haben im Rahmen der Kampagne "The Giving Pledge" zugesagt, mehr als die Hälfte ihres Vermögens für wohltätige Zwecke zu spenden. Darunter New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg, Oracle-Mitgründer Larry Ellison, Energie-Tycoon T. Boone Pickens und Medienmogul Ted Turner.

Auch hierzulande erklären vermehrt Reiche ihre Bereitschaft, finanziell mehr Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen zu wollen. So forderten nicht nur die Musiker Herbert Grönemeyer und Marius Müller-Westernhagen höhere Steuern für Wohlhabende, sondern auch Geschäftsleute wie der SAP-Mitgründer und Multimilliardär Dietmar Hopp, der Drogeriekettenbesitzer Dirk Rossmann oder der Hamburger Reeder Peter Krämer.

In der Bevölkerung werden solche Vorstöße skeptisch gesehen. Die Deutschen zeigen sich in einer Umfrage uneins darüber, was von solcher öffentlich gemachter Bereitschaft zu sozialer Verantwortung zu halten ist. Nur 50 Prozent sagen: "Ich finde diese Haltung gut." Das ergab eine repräsentative Umfrage, die das Marktforschungsinstitut YouGov im Auftrag des Wirtschaftsmagazins "enorm" durchgeführt hat. Vom 19. bis 21. Juli wurden 1042 Deutsche befragt - lange bevor Buffett und Gates die ersten Erfolge ihrer Initiative bekanntgaben.

Jeder Vierte fordert persönliches Engagement der Reichen

19 Prozent der Deutschen vermuten hinter dem Appell der Reichen für mehr gesellschaftliches Engagement eine "PR-Geschichte", 22 Prozent unterstellen sogar die Absicht, dass Millionäre mit Spenden Eigeninteressen verfolgen, wie Steuervorteile oder politische Ziele.

Wie "enorm" berichtet, sprechen sich acht Prozent der Befragten dafür aus, dass Reiche vom Staat dazu verpflichtet werden sollten, nach ihrem Tod drei Viertel ihres Kapitals gemeinnützigen Zwecken zur Verfügung zu stellen.

Unter denjenigen, die den Spenden positiv gegenüberstehen, mahnt jeder Zweite an, dass Wohlhabende insgesamt noch viel mehr tun müssten, um zur Überwindung sozialer Missstände beizutragen.

fdi



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insgesamt 74 Beiträge
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Seite 1
markus_wienken 05.08.2010
1. .
Zitat von sysopTue Gutes und rede darüber: Nach diesem Motto stiften Bill Gates und Warren Buffett US-Milliardäre zu gigantischen Spenden an. Auch Reiche hierzulande wollen ihr Vermögen stärker zum Wohl der Gesellschaft einsetzen. Doch viele Deutsche kaufen ihnen das nicht ab. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,710303,00.html
Dass in Deutschland auch immer alles madig gemacht werden muß... :-( Und selbst wenn es stimmt dass man dadurch Steuern sparen kann (weiß ich nicht, wage es aber zu bezweifeln) oder es sich um PR handelt (denkbar), kommt dennoch Geld bedürftigen zugute die es sonst sicher nie bekommen hätten (wenn man es sinnvoll verwendet, wovon ich mal ausgehe).
Ichbinsleid, 05.08.2010
2. .
Zitat von sysopTue Gutes und rede darüber: Nach diesem Motto stiften Bill Gates und Warren Buffett US-Milliardäre zu gigantischen Spenden an. Auch Reiche hierzulande wollen ihr Vermögen stärker zum Wohl der Gesellschaft einsetzen. Doch viele Deutsche kaufen ihnen das nicht ab. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,710303,00.html
Wen wundert das, in einem Land das so von Sozialneid geprägt ist wie Deutschland?!
RogerT 05.08.2010
3. es wird immer alles nur negativ gesehen
In Deutschland kann man machen was man will, es wird immer alles nur negativ gesehen. Dieses Volk ist in der breiten Masse von Hass, Mißgunst und Neid zerfressen. Schade an sich, hätte was draus werden können...
freddy loony 05.08.2010
4. erst mal Skepsis angesagt...
...das klingt ja alles erst einmal märchenhaft... Ich befürchte - es wird wohl auch so sein: Fragen: Warum? ... Wo fließt das Geld hin? Woher diese seltsame Freigiebigkeit Mir wäre es lieber, das würde in geregelten Bahnen laufen und denen zufließen, die den Reichtum dieser Superreichen erst ermöglicht haben - von nichts kam nichts...z.B.: Über ausgabengeregelte (Voraussetzung) Steuern würde es automatisch dem Staat oder der Gesellschaft zufließen. Über die UN könnte man das regeln... Meine Skepsis überwiegt... doch... sehr Ironische Anm.: Vielleicht will man sich beim Sensenmann einkaufen... -> sind ja alles meist alte Leute?!
Nonvaio01 05.08.2010
5. Finde ich gut
Hallo, ich finde das richtig, auch wenn es einige nur machen um steuern zu sparen da spenden absetzbar sind, das Geld kommt einem guten zweck zugute. Ich hoffe nur das das Geld auch den richtigen organisationen gespendet wird, das sind in meinen Augen nur solche die projecte in Deutschland foerdern und nicht im Ausland.
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