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Umfrage: Diese Berufe lieben die Deutschen

Banker und Priester haben Imageprobleme, Soldaten und Richter sind beliebter als im Vorjahr: Eine Studie zeigt, in welche Berufe die Bürger das meiste Vertrauen haben - auf dem letzten Platz landen Politiker. SPIEGEL ONLINE stellt alle Ergebnisse vor.

Ranking: Das Ansehen von 20 Berufen Fotos
DDP

Nürnberg - Der Papst bittet die Missbrauchsopfer um Vergebung und will künftig alles tun, um Kinder zu schützen. Erstmals hat sich Benedikt XVI. am Freitagmorgen unmissverständlich geäußert. Zeit wurde es: Denn die Kirche steckt nach den zahlreichen Skandalen um Missbrauch an Schulen und in Gemeinden in einer tiefen Vertrauenskrise.

Das zeigt auch eine Umfrage der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Die Forscher haben untersucht, was die Bürger über verschiedene Berufe denken. 2009 hatten noch 72 Prozent der Deutschen Vertrauen in Priester, nun sank der Anteil auf 55 Prozent. Für ihren jährlichen Vertrauensindex hat die GfK weltweit 18.800 Menschen befragt. Zum Vergleich: Besonders gering ist das Vertrauen in Geistliche in Frankreich (33 Prozent), in Rumänien ist die Reputation der Kirche dagegen noch intakt - 86 Prozent der Befragten vertrauen Kirchenmännern weiterhin.

Ebenfalls schlechter als im Vorjahr schneidet in Deutschland die Finanzbranche ab: Nur noch 57 Prozent vertrauen den Bankern - seit dem Zusammenbruch von Lehman Brothers ist der Wert um 15 Prozentpunkte gesunken. Im internationalen Vergleich stehen die Banker aber noch recht gut da. Weltweit vertrauen ihnen nur 42 Prozent, heißt es in der Studie. "In der Folge der Finanzkrise stehen Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Sicherheit im Vordergrund, nicht mehr der große Erlebniskick und Glamour", sagt GfK-Chef Klaus Wübbenhorst.

Auf Platz eins landen in Deutschland mit Abstand die Feuerwehrleute. 97 Prozent der Befragten haben Vertrauen in die Helfer. Von Feuerwehrleuten höre man eben nur Gutes, erklärt Wübbenhorst: "Sie sind so etwas wie Helden, die kommen, wenn es brennt, und sich dann ins Feuer stürzen."

An Ansehen gewonnen haben im vergangenen Jahr Soldaten und Richter. Politiker hingegen liegen wie im Vorjahr auf dem letzten Platz im Ranking, nur 14 Prozent der Deutschen vertrauen ihrer Führung. Damit liegt Deutschlands politische Klasse im internationalen Durchschnitt. Schlechter kommen die Regierenden in Italien, Frankreich und Ungarn weg - dort vertrauen ihnen weniger als zehn Prozent der Befragten.

Vertrauen der Deutschen in einzelne Berufsgruppen in Prozent
Berufsgruppe 2010 2009
Feuerwehr 97 98
Ärzte 87 89
Polizisten 86 88
Lehrer 85 84
Postangestellte 84 86
Richter 83 79
Militär 82 79
Umweltschützer 76 77
Rechtsanwälte 72 72
Marktforscher 69 73
Mitarbeiter bei Wohltätigkeitsorganisationen 62 66
Gewerkschafter 59 59
Banker 57 63
Beamte 56 57
Kleriker 55 72
Marketingfachleute 43 40
Journalisten 42 43
Werbefachleute 33 35
Manager 17 15
Politiker 14 14
Quelle: GfK Vertrauensindex Frühjahr 2010, GfK Custom Research

cte/dpa

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 82 Beiträge
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1. Journalisten
harrybr 11.06.2010
Zitat von sysopBanker und Priester haben Imageprobleme, Soldaten und Richter sind beliebter als im Vorjahr: Eine Studie zeigt, in welche Berufe die Bürger das meiste Vertrauen haben - auf dem letzten Platz landen Politiker. SPIEGEL ONLINE stellt alle Ergebnisse vor. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,700133,00.html
nur 1 Punkt gefallen? Das kann nicht stimmen!
2. Interessant
franklinber, 11.06.2010
Da wir vom Export leben, unsere Politiker immer von Bildung reden, wundert es mich schon, dass der Beruf des Ingenieurs, des Handwerkers, des Facharbeiters überhaupt nicht erwähnt wird. Das zeigt doch eindeutig, die Leute wissen überhaupt nicht wo der deutsche Wohlstand erarbeitet wird. In den im Artikel genannten Berufen wird doch hauptsächlich der Wohlstand verteilt aber nicht erwirtschaftet, das ist doch bezeichnend, für wen die Medien in diesem Lande arbeiten, nämlich für Lobbyisten des öffentlichen Dienstes!
3. tolles Ergebnis
wernerHW 11.06.2010
Im Kindergarten waere die Feuerwehr auch auf Platz eins gelandet und die Politiker ganz unten! Nur bei Maedchen haetten die Umweltschuetzer wohl vor dem Militaer abgeschnitten. Ws fuer eine nutzlose Umfrage!
4. Meine Meinung
Bokurano 11.06.2010
Zitat von franklinberDa wir vom Export leben, unsere Politiker immer von Bildung reden, wundert es mich schon, dass der Beruf des Ingenieurs, des Handwerkers, des Facharbeiters überhaupt nicht erwähnt wird. Das zeigt doch eindeutig, die Leute wissen überhaupt nicht wo der deutsche Wohlstand erarbeitet wird. In den im Artikel genannten Berufen wird doch hauptsächlich der Wohlstand verteilt aber nicht erwirtschaftet, das ist doch bezeichnend, für wen die Medien in diesem Lande arbeiten, nämlich für Lobbyisten des öffentlichen Dienstes!
In einem haben sie recht, es kommen tatsächlich keine Handwerker, Ingenieure etc. vor, wodurch diese Aufstellung in keinsterweise Umfangreich genug ist. Aber schimpfen sie nicht auf den öffentlichen Dienst. Der ist nur das ausführende Organ was Juristen/Rechtanwälte und Politiker verzapfen. Bevor sie sich also über Beamte aufregen sollten sie sich lieber über die aufregen, welche die Grundlagen schaffen nach denen die Beamten handeln (müssen). Diese Beschimpfungen müssten sich eigtl. gegen die Richten die hinter den Beamten stehen. Das es natürlich auch Beamte gibt die absolut dämlich sind, si auch klar, aber die gibts pberall und ich schätze sie so ein, dass sie auch nicht anders wären, wenn sie in der Position eines Beamten wären. Was mich am Artikel extrem wundert wieso Banker immernoch so beliebt sind und dies sogar um 6 Punkte steigern konnten. Diese sind doch der Grund wieso es eine derartige Krise gibt, hiermit meine ich vorallem die Banker der großen Banken wie Goldman Sachs, Deutsche Bank, Rothschild etc. Es sind doch sie die am meisten von der jetzigen Lage profitieren, denn sie profitieren am meisten von unserem System(siehe: http://www.youtube.com/watch?v=wisoGy_WAGg)
5. Was für ein Unsinn
Lische 11.06.2010
Wer bitte wird für so einen methodischen Unfug bezahlt? Die Klassifizierung ist an Merkwürdigkeiten nicht zu überbieten. "Beamte" sind eine eigene Berufsgruppe. Bei der Feuerwehr, Polizei und in Schulen arbeiten zum Glück ja keine oder aber die "guten" Beamten. Bei der Post ist dann plötzlich von Angestellten (im Gegensatz zu Beamten?) die Rede. Scharf umrissene Berufe (Richter) wechseln mit Allgemeinplätzen (Manager). In der Folge ist das Ganze eine Erfassung gut abgehangener Vorurteile - mehr nicht. Und was das mit Konsumforschung zu tun hat, erschließt sich mir auch nicht.
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Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen in ausgewählten Berufen
Bürokaufleute
Bürokauffrauen mit bis zu drei Berufsjahren verdienen mit 1782 Euro nur rund 1,7 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen, die auf 1813 Euro kommen. Bei Mitarbeitern mit vier bis zehn Berufsjahren steigt der Rückstand auf 10,7 Prozent.
Industriekaufleute
Industriekauffrauen mit bis zu drei Berufsjahren verdienen im Schnitt 11,5 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen (1962 statt 2216 Euro), in den folgenden Jahren (vier bis zehn Berufsjahre) schwächt sich die Einkommensdifferenz etwas ab; sie beträgt dann noch 10,3 Prozent.
Großhandelskaufleute
In diesem Beruf beträgt der Einkommensabstand der Frauen gegenüber den Männern gut 14 Prozent. In den ersten drei Jahren bedeutet dies einen Rückstand von durchschnittlich 286 Euro, bei Mitarbeitern mit vier bis zehn Berufsjahren wächst er absolut auf 335 Euro.
Buchhalter
In den ersten drei Berufsjahren liegen Frauen acht Prozent hinter den Männern zurück. Bei Mitarbeitern mit vier bis zehn Berufsjahren wächst dieser Rückstand auf 14,9 Prozent. Bei den Frauen steigt das durchschnittliche Einkommen von 2053 auf 2317 Euro, bei den Männern von 2230 Euro auf 2722 Euro.
Bankkaufleute
Bankkauffrauen verdienen in den ersten drei Jahren im Schnitt mit 2462 Euro insgesamt 105 Euro (4,1 Prozent) weniger als Bankkaufmänner. Dieser Abstand wächst in der Gruppe der Beschäftigten mit vier bis zehn Berufsjahren auf 217 Euro (7,4 Prozent).
Sozialpädagogen
Berufsanfängerinnen liegen mit einem Einkommen von 2211 Euro in den ersten drei Berufsjahren im Schnitt 5,6 Prozent vor ihren männlichen Kollegen (2093 Euro). Weibliche Angestellte mit vier bis zehn Berufsjahren verdienen dagegen im Schnitt 9,4 Prozent weniger als männliche Sozialpädagogen.
Mathematiker und Statistiker
Mathematikerinnen starten mit einem kräftigen Einkommensrückstand von 15,7 Prozent gegenüber ihren männlichen Kollegen. Sie verdienen im Schnitt in den ersten drei Jahren 3100 Euro, Männer 3677 Euro. In der Folgezeit (vier bis zehn Berufsjahre) steigern die Frauen ihr Durchschnittseinkommen auf 4237 Euro. Männer verdienen in dieser Zeitspanne im Schnitt 4187 Euro und liegen damit 1,2 Prozent hinter den Frauen.
Juristen
Zu Beginn ihrer Berufskarriere verdienen Juristinnen im Schnitt 7,3 Prozent weniger als Männer. Sie verdienen in den ersten drei Berufsjahren im Schnitt 3207 Euro, rund 252 Euro weniger als ihre Kollegen. Bei Mitarbeitern mit vier bis zehn Berufsjahren wächst der Abstand sogar auf 12,4 Prozent. Juristinnen verdienen dann im Schnitt 3845 Euro, Juristen 4391 Euro.


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