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Umfrage: Reiche Deutsche halten das Steuersystem für ungerecht

Nicht nur arme, auch wohlhabende Deutsche halten das Steuersystem für ungerecht - sie finden, dass sie zu hohe Steuern zahlen. Laut einer Umfrage in der oberen Mittelschicht sehen fast ein Drittel der Befragten die "finanzielle Belastung des Einzelnen" als ihr größtes Problem.

Zigarrenraucher: Obere Mittelschicht heute "politisch heimatlos" Zur Großansicht
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Zigarrenraucher: Obere Mittelschicht heute "politisch heimatlos"

Düsseldorf - Mehr als die Hälfte der wohlhabenden Deutschen hält das Steuersystem für ungerecht. 58 Prozent der Befragten waren dieser Meinung, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des "Handelsblatt" ergab. Noch mehr sind es unter den Angestellten und den über 50-Jährigen. Nur gut jeder Zehnte findet, dass die nächste Regierung die Steuern erhöhen sollte.

Forsa hat für die Umfrage in den vergangenen beiden Wochen 752 Akademiker mit einem monatlichen Haushalts-Nettoeinkommen von mindestens 4500 Euro befragt. 29 Prozent der Befragten gaben an, das die "finanzielle Belastung des Einzelnen" ihr größtes Problem sei, weitere 13 Prozent nannten die Steuergerechtigkeit. Das sind Platz eins und drei auf der Problem-Liste. Arbeitslosigkeit und Inflation rangieren weit dahinter, Familienpolitik am Ende der Skala. Nur 36 Prozent dieser Bevölkerungsgruppe findet, dass "Leistung in Deutschland noch in genügendem Maße anerkannt wird".

Gut jeder Zweite aus dieser Gruppe findet, dass die Mittelschicht heute "politisch heimatlos" sei. Unter den Anhängern der FDP sind es sogar 61 Prozent.

Die Erhebung steht im krassen Gegensatz zur Meinung aller Bundesbürger: Eine breite Mehrheit von 77 Prozent befürwortet Steuererhöhungen bei Gutverdienern zur Finanzierung zusätzlicher Bildungs- und Sozialausgaben.

lei

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1.
Stäffelesrutscher 12.09.2013
Zitat von sysopGetty ImagesNicht nur arme, auch wohlhabende Deutsche halten das Steuersystem für ungerecht - sie finden, dass sie zu hohe Steuern zahlen. Laut einer Umfrage in der oberen Mittelschicht sehen fast ein Drittel der Befragten die "finanzielle Belastung des Einzelnen" als ihr größtes Problem. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/umfrage-reiche-deutsche-halten-das-steuersystem-fuer-ungerecht-a-921949.html
In der Schlagzeile sind es »Reiche«, dann plötzlich nur noch »Wohlhabende«, und im Artikel kommt dann raus, dass gar nicht Eigentum als Kriterium herangezogen wurde, sondern Einkommen - und zwar in einer Höhe, wie es ein Facharbeiter bei einer Zuffenhausener Autobude auch erzielen könnte, wenn man den Lohn der mit ihm verheirateten Kollegin und das Kindergeld dazu nimmt. Ja Heilix Bleche! Das sind doch keine Reichen!
2. Je mehr umso geiziger!
audumbla 12.09.2013
GLEICH FANGE ICH AN ZU HEULEN. Diese armen Millionäre. Wenn ich als Single 100000 oder 1 Millionen verdiene gebe ich gern die Hälfte an das Finanzamt.
3. Immer wieder amüsant
u.loose 12.09.2013
wie der SPON es schafft 4500 Euro Haushaltseinkommen per Havanna, Caviar und Champagner ins "rechte Licht" zu rücken...
4. Staatsquote ist zu hoch
Eutighofer 12.09.2013
Die Staatsquote betrug 1960 33%, heute 45% . Das reicht. Ich möchte mein Geld selber ausgeben und nicht "wohlmeinende" Politiker.
5. Es ist eine Unverschämtheit,
Observer 12.09.2013
ein Haushaltseinkommen von ca. 5000 Euro als Wert anzusehen, bei dem man eine Familie als reich bezeichnen könnte.
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