Wirtschaft


Umstrittene Subvention: FDP will Hotelsteuer-Privileg wieder abschaffen

Kein anderes Projekt stand so für den schwarz-gelben Fehlstart wie die Mehrwertsteuersenkung für Hoteliers. Nun will die FDP die Subvention beenden - und auch andere Ausnahmen weitgehend streichen. 

 

Hotel-Rezeption in Bad Brückenau: Fast alle Ermäßigungen werden hinterfragtZur Großansicht
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Hotel-Rezeption in Bad Brückenau: Fast alle Ermäßigungen werden hinterfragt

Hamburg - Es war eine Entscheidung mit sehr beschränkter Haltbarkeit: Nur rund ein Jahr nach Senkung des Mehrwertsteuersatzes für die Hotellerie will die FDP die Entscheidung nun rückgängig machen. "Mit Ausnahme von Grundnahrungsmitteln und Kultur sollten nun alle ermäßigten Sätze hinterfragt werden", sagte FDP-Generalsekretär Christian Lindner der "Rheinischen Post".

Vor allem auf Druck von FDP und CSU hatte die Bundesregierung die Mehrwertsteuer für Hotelübernachtungen zum Jahresbeginn 2010 von 19 Prozent auf den ermäßigten Satz von sieben Prozent gesenkt. Die Entscheidung war Teil des sogenannten Wachstumsbeschleunigungsgesetzes. Sie führte zu heftiger Kritik, nachdem umfangreiche Wahlkampfspenden der Hotelkette Mövenpick an die Liberalen bekannt wurden.

Durch den Rückkehr zum vollen Mehrwertsteuersatz könnte laut Lindner insgesamt ein "einstelliger Milliardenbetrag" gewonnen werden. Das Geld solle zum Abbau des sogenannten Mittelstandsbauchs genutzt werden. Darunter wird die Eigenschaft der aktuellen Einkommensteuersätze verstanden, Normalverdiener besonders stark zu belasten.

Lindner hatte die Steuersenkung bereits im vergangenen Jahr als "Fehler" bezeichnet und kritisiert, bei dieser Entscheidung habe der "ordnungspolitische Kompass" der Partei versagt. Damit zog der FDP-Politiker den Zorn von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) auf sich.

dab/dpad/AFP

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insgesamt 97 Beiträge
Alexander P. 24.02.2011
Der vom DEHOGA angeführte Wettbewerb findet in der Hotelbranche eh nicht statt. Entweder möchte man Deutschland besuchen, dann ist es egal, ob man 5 Euro mehr oder weniger pro Nacht bezahlt (wohlgemerkt bei einem gehobenen [...]
Der vom DEHOGA angeführte Wettbewerb findet in der Hotelbranche eh nicht statt. Entweder möchte man Deutschland besuchen, dann ist es egal, ob man 5 Euro mehr oder weniger pro Nacht bezahlt (wohlgemerkt bei einem gehobenen Mittelklassehotel für 50 Euro die Nacht). Dazu kommt, dass die meisten Touristen mit wenig Geld in Jugendherbergen absteigen für ~ 20 Euro pro Nacht ab, die Differenz der beiden Steuerätze beträgt hier nur 2,40 Euro. Für 5 Euro Differenz plant ja keiner seinen Urlaub von Deutschland nach Rumänien um.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass Frau Murksel sich von einer Null namens Lindener "verärgern" lässt.
Zitat von sysopKein anderes Projekt stand so für den schwarz-gelben Fehlstart wie die Mehrwertsteuersenkung für Hoteliers. Nun will die FDP die Subvention wieder*abschaffen - und auch andere Ausnahmen weitgehend*streichen.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,747388,00.html
Ich kann mir kaum vorstellen, dass Frau Murksel sich von einer Null namens Lindener "verärgern" lässt.
l.augenstein 24.02.2011
Das wäre ja wirklich mal etwas Erwähnenswertes von dieser Partei. Da bin ich mal gespannt!
Zitat von sysopKein anderes Projekt stand so für den schwarz-gelben Fehlstart wie die Mehrwertsteuersenkung für Hoteliers. Nun will die FDP die Subvention wieder*abschaffen - und auch andere Ausnahmen weitgehend*streichen.* http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,747388,00.html
Das wäre ja wirklich mal etwas Erwähnenswertes von dieser Partei. Da bin ich mal gespannt!
Nun, ich bin entschiedener F.D.P-Gegner, obwohl ich sie als Unternehmer eigentlich gut finden müsste. Aber: Ich habe Respekt davor, dass die Partei diesen Fehler einzugesteht und dann auch noch handeln will. Dieser Lindner [...]
Nun, ich bin entschiedener F.D.P-Gegner, obwohl ich sie als Unternehmer eigentlich gut finden müsste. Aber: Ich habe Respekt davor, dass die Partei diesen Fehler einzugesteht und dann auch noch handeln will. Dieser Lindner kann mir noch sympatisch werden, leider ist der Rest der Partei eher zum Abgewöhnen.
busse1 24.02.2011
Steuererleichterungen, auch wenn sie nur einen bestimmten Bereich betreffen und vielleicht als ungerecht angesehen werden, sind keine Subventionen, liebe SPON-Redakteure. Ist das Gedankenlosigkeit oder bewußte Propaganda?
Steuererleichterungen, auch wenn sie nur einen bestimmten Bereich betreffen und vielleicht als ungerecht angesehen werden, sind keine Subventionen, liebe SPON-Redakteure. Ist das Gedankenlosigkeit oder bewußte Propaganda?
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  • Donnerstag, 24.02.2011 – 08:35 Uhr
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