Umstrittene Zuckerabgabe Frankreich führt Cola-Steuer ein

Einen ordentlichen Schluck aus der Pulle darf sich Frankreichs Fiskus gönnen: 280 Millionen Euro soll eine neue Steuer auf Süßgetränke dem Staat jährlich in die Kassen spülen. Eine Klage gegen die Abgabe wurde jetzt vom Verfassungsrat abgeschmettert.

Coca-Cola: 280 Millionen Euro Einnahmen jährlich durch Abgabe auf Süß-Getränke
AP

Coca-Cola: 280 Millionen Euro Einnahmen jährlich durch Abgabe auf Süß-Getränke


Paris - Mehr als 60 Abgeordnete der Opposition hatten Beschwerde beim Verfassungsrat eingereicht: Die geplante Abgabe auf Getränke mit Zuckerzusatz oder Ersatzstoffen diene nicht, wie von der Regierung angegeben, der Gesundheitsförderung und dem Kampf gegen Fettleibigkeit. Der Rat sah das aber ebenso wenig wie eine ungerechtfertigte Benachteiligung für eine bestimmte Produktgruppe.

Die so genannte Cola-Steuer kann also zum 1. Januar eingeführt werden. Nach Berechnungen der Regierung wird die neue Abgabe jährlich rund 280 Millionen Euro in die Staatskasse spülen. Französischen Medienberichten zufolge werden die betroffenen Herstellerfirmen die Mehrkosten auf den Preis umlegen. Softdrinks wie Coca-Cola werden Branchenangaben zufolge von Januar an um bis zu 35 Prozent teurer werden.

Die neue Steuer ist Teil eines umfassenden Sparplans, mit dem die konservative Regierung in den kommenden Jahren die Staatsschulden verringern will. Auch höhere Steuern auf Zigaretten, hochprozentigen Alkohol und die Abschaffung zahlreicher Steuervorteile sind vorgesehen. Das Milliardenpaket, mit dem die Euro-Schuldenkrise abgefedert werden soll, ist im Parlament heftig diskutiert worden.

Der Grund für den Widerstand der Opposition gegen die Cola-Steuer dürften die Werke des US-Konzerns in Frankreich sein. Der Softdrinkhersteller beschäftigt an fünf Standorten im Land insgesamt rund 3000 Menschen. In Pennes-Mirabeau nahe Marseille arbeiten 203 Menschen für den Konzern, der nach eigenen Angaben in den vergangenen fünf Jahren 45 Millionen Euro in das Werk investiert hat.

nck/dpa



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glück123 28.12.2011
1. Genial
Was für eine wunderbare Idee, sie würde allen Müttern in Deutschland die unsäglichen Dispute mit Kindern ersparen, die Ihnen erklären müssen, warum Cola schädlich ist. Ebenso werden Zahnarzttermine weniger und Augenarzttermine ebenso. Liberté. :)
bayrischcreme 28.12.2011
2. Lächerlich
Zitat von sysopEinen ordentlichen Schluck aus der Pulle darf sich Frankreich gönnen: 280 Millionen Euro soll eine neue Steuer auf Süßgetränke dem Staat jährlich in die Kassen spülen. Eine Klage gegen die Abgabe wurde jetzt vom Verfassungsrat abgeschmettert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,806143,00.html
Das wäre eine Steuerlast von 4-5 Euro pro Bürger und Jahr. Das hat mit Sicherheit überhaupt gar keinen erzieherischen Effekt und die Mehreinnahmen des Staates dürften zum Großteil durch die zusätzliche Bürokratie aufgefressen werden.
boeseHelene 28.12.2011
3.
Zitat von sysopEinen ordentlichen Schluck aus der Pulle darf sich Frankreich gönnen: 280 Millionen Euro soll eine neue Steuer auf Süßgetränke dem Staat jährlich in die Kassen spülen. Eine Klage gegen die Abgabe wurde jetzt vom Verfassungsrat abgeschmettert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,806143,00.html
viele Franzosen kaufen eh schon in Deutschland ein, dann werden es halt noch mehr werden *kopfschüttel* wie viele solcher Steuern die die Bürger erziehen sollen, doch noch kommen Buttersteuer,Colasteuer, vielleicht wird demnächst noch Klopapapier höher besteuert, damit nur noch ein Blat zum abwischen verwendet wird. Bei erzeugen solche Steuern eher das Gegenteil vom gewollten nämlich noch mehr Cola zu trinken gerne auch vor dem Finanamt mit einem netten Schildchen, in Allemagne gekauft.
rafkuß 28.12.2011
4. Absolut sinnvoll
Zitat von sysopEinen ordentlichen Schluck aus der Pulle darf sich Frankreich gönnen: 280 Millionen Euro soll eine neue Steuer auf Süßgetränke dem Staat jährlich in die Kassen spülen. Eine Klage gegen die Abgabe wurde jetzt vom Verfassungsrat abgeschmettert. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,806143,00.html
Als Nächstes: Abgaben/Gebühren auf Fast Food - Beides senkt die Ausgaben der Krankenkassen nicht unbeträchtlich. Zu meiner Kindheit gab´s als Getränk kalten Tee im Sommer: Ich habe z.B. noch alle meine eigenen Zähne. Wer im Alter besagte Kassen mehr belastet, soll ruhig auch in der Jugend schon für "Genüsse" entsprechend bezahlen, nur folgerichtig.
boeseHelene 28.12.2011
5.
Zitat von rafkußAls Nächstes: Abgaben/Gebühren auf Fast Food - Beides senkt die Ausgaben der Krankenkassen nicht unbeträchtlich. Zu meiner Kindheit gab´s als Getränk kalten Tee im Sommer: Ich habe z.B. noch alle meine eigenen Zähne. Wer im Alter besagte Kassen mehr belastet, soll ruhig auch in der Jugend schon für "Genüsse" entsprechend bezahlen, nur folgerichtig.
dann bitte aber auch Montainbikes und am besten generell alles was der Kasse hohe Kosten verursacht höher besteuern. Ich trinke schon seit meiner Kindheit gerne Cola da mir Kaffee nicht besonders schmeckt und ich habe weder Zahn plomben noch Übergewicht.
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