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Koalitionsgespräche: Union und SPD wollen Managergehälter begrenzen

Plakat der 1:12-Initiative: Schweizer stimmen über Lohngrenze für Manager ab Zur Großansicht
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Plakat der 1:12-Initiative: Schweizer stimmen über Lohngrenze für Manager ab

Die Schweiz macht es vor, nun soll es auch in Deutschland strengere Regeln für Managergehälter geben. Der Plan von Union und SPD: Aufsichtsräte sollen künftig festlegen, wie viel mehr ein Vorstand im Vergleich zum Durchschnittseinkommen verdienen soll.

Berlin - Union und SPD haben sich in den Koalitionsverhandlungen offenbar auf strengere Regeln für Managergehälter geeinigt. Künftig solle der Aufsichtsrat jedes börsennotierten Unternehmens ein Maximalverhältnis zwischen dem durchschnittlichen Einkommen der Arbeitnehmer und dem Verdienst jedes Vorstandsmitglieds festlegen, berichtet die "Bild am Sonntag".

Im Entwurf des Koalitionsvertrags werde erstmals eine Grenze für Managergehälter eingezogen, sagte SPD-Fraktionsgeschäftsführer Thomas Oppermann der Zeitung. "Wo der freie Markt versagt, muss der Staat versuchen, für Gerechtigkeit zu sorgen. Das vernünftige Maß darf bei den Gehältern von Managern nicht verlorengehen."

Wirtschaftsvertreter wehren sich gegen strengere Vorschriften für die Managergehälter. "Eine neue gesetzliche Regelung zur Vorstandsvergütung ist nicht erforderlich, weil der Corporate-Governance-Kodex bereits umfassende Transparenzregelungen enthält", sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer.

In der Bevölkerung gibt es dagegen breite Unterstützung für strengere Regeln. Fast drei Viertel der Deutschen spricht sich dafür aus, hierzulande Top-Managern die Gehälter zu beschneiden. Das zeigt eine repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK für die "Welt am Sonntag".

Auf die Frage, ob sie für eine solche Regelung seien, antworteten 73,3 Prozent der Befragten zustimmend, gut 21 Prozent waren dagegen. "Die hohe Zustimmung zieht sich - wenn auch in Variationen - durch alle Bevölkerungsgruppen und sozialen Schichten", berichtet die Zeitung.

Schweizer stimmen über Lohngrenze ab

In der Schweiz stimmen die Bürger an diesem Sonntag über die sogenannte 1:12-Initiative ab. Das Ziel: Firmenchefs sollen in einem Monat maximal so viel verdienen wie ein einfacher Mitarbeiter in einem Jahr. Niemand könnte dann noch viel mehr als 500.000 Franken im Jahr verdienen.

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Die bisherige schwarz-gelbe Bundesregierung wollte die Vergütungen der Spitzenmanager börsennotierter Unternehmen von der Zustimmung der Aktionärsversammlungen abhängig machen, um Auswüchse zu verhindern. Diese Pläne scheiterten aber an der Mehrheit der von SPD, Grünen und Linkspartei geführten Länder im Bundesrat. Diese sahen darin eine Schwächung der Aufsichtsräte und damit auch der Mitbestimmung der Arbeitnehmerseite.

cte/Reuters

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insgesamt 79 Beiträge
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1. Ach was, die CDU auch?
rodelaax 24.11.2013
Das würde ja bedeuten, dass die ganzen Bestech... ähm ... Parteispenden nichts gebracht haben.
2. Na endlich
Pfaffenwinkel 24.11.2013
Es wurde Zeit, dieser maßlosen Gier ider Banker Einhalt zu gebieten.
3. optional
Qual 24.11.2013
Lol, wenn die Deutschen so etwas planen juckt das doch nun wirklich niemanden, dann muss eben ein anderer Weg gefunden werden diese Regelung zu umgehen.
4. großkoalitionäre Augenwischerei
wühlmaus_reloaded 24.11.2013
Wieder so ein "bahnbrechendes" Ergebnis dieser großen Koalition der Kleingeister. Legten die Aufsichtsräte bisher die Managergehälter in absoluten €-Beträgen fest, so tun sie dieses nun eben in der Maßeinheit "niedrigstes Gehalt im Unternehmen", letztlich aber doch genauso willkürlich und ungebremst wie vorher. Ändert sich an der physikalischen Lufttemperatur denn irgendetwas, wenn ich sie in °C statt in Fahrenheit angebe ? Das eigentliche Problem, dass Manager, die ein Unternehmen mit offenen Augen gegen die Wand fahren, dafür auch noch fürstlich belohnt und abgefunden werden, bleibt davon völlig unberührt. Würde man steigende Gehälter hingegen an steigende persönliche Haftung koppeln, dann würde sich einerseits die Gier nach gigantischen Gagen deutlich einbremsen und anderseits die Qualität der Managemententscheidungen verbessern. Zudem wäre das geeignet, den Neid der Habenichtse zu relativieren. Wenn ich solchen Neid bei mir selbst entdecke und eingestehe, dann ist der jedenfalls größer gegenüber den risikotechnisch voll gepamperten Top-Managern als gegenüber einem kleinen bis mittelständischen Unternehmer der mit (fast) seinem gesamten Vermögen persönlich haftet. Absahnen ohne Risiko (die Bankster haben es vorgemacht) ist jedenfalls kein Modell, welches verantwortungsbewusstes Handeln fördert.
5. Unvorstellbar
futolapi 24.11.2013
Verkehrte Welt: Man stelle sich vor, die Gewerkschaften fordern 5%. Der Manager: nein so geht das nicht, es müssen mindestens 10% sein! Das da die Aktionäre und die CDU nicht jubeln, ist doch klar. Woher sollen dann die Spenden an die CDU kommen?
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