Frist bis 2019 Union und SPD wollen Offshore-Windstrom stärker fördern

Für die Windkraft vor den deutschen Küsten soll es etwas länger eine höhere Anfangsförderung geben. Union und SPD vereinbarten nun, die höhere Vergütung bis 2019 zu verlängern. Die Parteien hoffen auf Investitionen im zweistelligen Milliardenbereich.

Offshore-Windpark "Alpha Ventus": Altmaier hofft auf "Welle von Investitionen"
DDP / DOTI / Matthias Ibeler

Offshore-Windpark "Alpha Ventus": Altmaier hofft auf "Welle von Investitionen"


Berlin - Betreiber von Windkraftanlagen auf hoher See können trotz der geplanten Einschnitte bei der Ökostrom-Förderung auf eine stärkere Förderung als bislang hoffen. Die Betreiber der Anlagen in Nord- und Ostsee sollen zwei Jahre länger als bisher geplant noch von höheren Vergütungen für ihren Strom profitieren können, wie Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) und Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bekanntgaben. "Wir glauben, dass damit ein Knoten gelöst werden kann und die nächste Welle von Investitionen ausgelöst wird", sagte Altmaier. Weil sprach von rund zwölf Milliarden Euro.

Hintergrund ist der stockende Ausbau der Offshore-Energie, was vor allem die Küstenregionen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein trifft, die große Hoffnungen auf die Milliarden-Projekte gesetzt haben. Um den Bau zu beschleunigen, war das sogenannte Stauchungsmodell ins Leben gerufen worden. Es sieht vor, dass die Betreiber statt der üblichen Vergütung von 15 Cent pro Kilowattstunde über zwölf Jahre auch 19 Cent über acht Jahre kassieren können.

Mit der Möglichkeit einer höheren Anfangsvergütung soll die Finanzierung durch Banken erleichtert werden. Dieses Stauchungsmodell wäre aber 2017 ausgelaufen, hätte also nur für bis dahin fertiggestellte Anlagen gegriffen. Wegen des langen Planungsvorlaufs hätten neue Projekte den Termin nicht mehr erreichen können. Daher soll das Modell nun bis Ende 2019 verlängert werden.

Weil sagte, nun werde es möglich, dass bis 2020 die von Union und SPD geplanten 6,5 Gigawatt Offshore-Leistung installiert werden könnten. Die Parteien haben im Entwurf zum Koalitionsvertrag die Ausbauziele gekürzt: Für 2020 sind jetzt 6,5 Gigawatt statt zuvor zehn Gigawatt vorgesehen. Für 2030 sollen es nun 15 statt 25 Gigawatt sein.

cte/Reuters



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insgesamt 64 Beiträge
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Seite 1
u.loose 21.11.2013
1. Aber das ist doch nicht dezentral
nicht in Bürgerhand, nutzt nur den bösen Großen... So werden die ersten Wortmeldungen hier beginnen....
jupp78 21.11.2013
2.
Zitat von u.loosenicht in Bürgerhand, nutzt nur den bösen Großen... So werden die ersten Wortmeldungen hier beginnen....
Hat aber ganz klar den Vorteil, dass da draußen der Wind deutlich stetiger weht als an Land.
diplommaurer 21.11.2013
3. Wie wird man Lobbyist für Erneuerbare
Da die Windenergie teuer ist und am Markt keine Chance hätte, bekommt sie Subventionen und Vorfahrt gegenüber dem billigen, bei uns aber bösen Strom. Den Spaß zahlen wir über das EEG mit der Stromrechnung und über die Produktpreise, da z.B. auch ein Bäcker EEG zahlen muss. Wenn Wind und Sonne uns nicht versorgen können, müssen uns dann doch die bösen und billigeren Kraftwerke versorgen. Dazu kommen Sekundärkosten für Netzausbau usw. Es ist absurd, würde bei uns die Sonne nicht scheinen und der Wind nicht wehen, hätte unsere Volkswirtschaft billigeren Strom. Leider geht es bei unserer Energiewende nicht um Peanuts, sondern um richtig viel Geld, das wir am Ende weniger in der Tasche haben. Weiß jemand wo man sich in Deutschland als Lobbyist für Strom aus Wind und Sonne bewerben kann? Ich will auch zu der kleinen Gruppe gehören, die von dem System profitiert.
thiede11 21.11.2013
4. Der Wahnsinn geht weiter
Den Atomkonzernen stopft man die Subventionsmrd in den Hals. 19 Cent für Offshore Windkraft plus anderer Vergünstigungen ist 3mal soviel wie Bürgerwindkraftwerke an Land erhalten, doppelt soviel wie PV erhält!! Jede EE musste zudem im EEG mit Degression rechnen, bis zu 30-40% weniger Vergütung pro Jahr. Nur bei der offshore WK gilt das nicht! Nach der Atomindustrie ab den 60ern wird von der Politik mit offshore die nächste Subventionsorgie fúr Energiekonzerne installiert. Aber wer gut schmiert...
graphics 21.11.2013
5. @diplommaurer
Entweder habe ich die Ironie in Ihrem Beitrag übersehen, oder Sie haben offensichtlich keine Ahnung wovon Sie sprechen. Wenn Sie wüssten, wie viel hoher die Subventionen für Kohle und erst für Atom sind, dann wüssten Sie dass die Kosten für den Ausbau der Erneuerbaren Peanuts sind! Die EEG hat ausschließlich politische Wurzeln und ist nicht den Kosten für den Energie-Wandel zu zurechnen.
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