Uno-Warnung: Finanzkrise vernichtet 30 Millionen Arbeitsplätze

Die internationale Schuldenkrise trifft Millionen Menschen hart. Laut der Uno-Arbeitsorganisation Ilo wurden nach dem Finanzcrash 30 Millionen Arbeitsplätze vernichtet. Selbst wer einen Job hat, verdient oft zu wenig, um die Familie ausreichend zu versorgen.

Junge Jobsuchende in Spanien: Ein Drittel aller Arbeitslosen weltweit ist unter 25 Zur Großansicht
REUTERS

Junge Jobsuchende in Spanien: Ein Drittel aller Arbeitslosen weltweit ist unter 25

Tokio - 200 Millionen Menschen weltweit sind nach Angaben der Internationalen Arbeitsorganisation (Ilo) ohne Arbeit und ohne festes Einkommen - und damit 30 Millionen mehr als vor der weltweiten Finanzkrise. Das geht aus einer am Freitag veröffentlichten Rede des Ilo-Chefs Guy Ryder hervor, die dieser am Samstag vor dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in Tokio halten will. Der Brite Ryder hatte am 1. Oktober den Posten an der Spitze der Uno-Organisation übernommen.

Ryder weist in seiner Rede auf eine alarmierende Entwicklung hin. Ein Drittel aller Arbeitslosen weltweit sei unter 25 Jahre alt. Einer früheren Ilo-Studie zufolge ist die Jugendarbeitslosigkeit vor allem in Griechenland und Spanien erschreckend hoch, wo etwa jeder zweite Jugendliche ohne Job dasteht. Inzwischen hat sich für diese Gruppe der Begriff der "verlorenen Generation" etabliert.

Der Ilo-Chef warnte zudem vor einer Verschärfung der weltweiten Arbeitslosigkeit. Jedes Jahr strömten rund 40 Millionen Menschen neu auf den Arbeitsmarkt. Die Welt stehe deshalb auf Jahre hinaus vor "großen und wachsenden Defiziten" bei der Schaffung von Arbeitsplätzen.

Auch wer eine Arbeit habe, verdiene oft nicht genug, um seinen Lebensunterhalt damit zu bestreiten, kritisierte der Ilo-Chef. 900 Millionen Beschäftigte verdienten weniger als nötig wäre, um sich und ihren Familien ein Leben oberhalb der Armutsgrenze zu ermöglichen. Der Schaden durch weltweite Sparmaßnahmen infolge der Finanzkrise sei tiefgreifender als angenommen.

yes/AFP

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insgesamt 91 Beiträge
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1. In DE selbstgemachtes Leiden
MütterchenMüh 12.10.2012
Zitat von sysopDie internationale Schuldenkrise trifft Millionen Menschen hart. Laut der Uno-Arbeitsorganisation Ilo wurden nach dem Finanzcrash 30 Millionen Arbeitsplätze vernichtet. Selbst wer einen Job hat, verdient oft zu wenig, um die Familie ausreichend zu versorgen. Uno: 30 Millionen Menschen mehr arbeitslos als vor der Krise - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/uno-30-millionen-menschen-mehr-arbeitslos-als-vor-der-krise-a-860885.html)
In De sind die Billigjobs ein hausgemachtes Problem, initiiert durch den Minijob-Bereich. Solange dieser nicht radikal zu Gunsten sozialversicherungsplichtiger Jobs reformiert wird, brauchen wir uns um Präkariat und Altersarmut nicht zu echauffieren.
2. Neue Perspektiven
whiterussian 12.10.2012
Ich denke, wir sollten uns darüber bewußt sein, dass junge Menschen ohne Job die Revolutionäre von morgen sind. Das bringt jede Menge "Probleme", aber hey, vielleicht gibt es einen Leben jenseits der Marktlogik?
3. Schützt endlich den heimischen Arbeitsmarkt!
xehris 12.10.2012
Weil immer mehr Jobs vernichtet werden, deshalb ruft man in Deutschland nach immer mehr Zuwanderung bzw. fördert weiterhin die Massenzuwanderung über Asyl. Ich verstehe unsere Politiker nicht, die die wahre Lage auf dem Arbeitsmarkt mit Hilfe einer frisierten Statistik verschleiern und die Grenzen für zügellose Zuwanderung offen lassen. Die Löhne in Deutschland sind bereits so niedrig, dass sich viele junge Leute keine Kinder mehr leisten können.
4. Schwachsinn aus der Mottenkiste sozialistischer Kampfparolen
felsen2000 12.10.2012
Wenn ich einem Teil der Bevölkerung Geld wegnehme und damit andere Leute Löcher graben lasse, damit die beschäftigt sind... dann sind das keine "Arbeitsplätze". Jedenfalls nicht in dem Sinn, der hier gemeint ist. Klar arbeiten die Löcher-Graber auch, aber es ist Beschäftigungstherapie. In Griechenland, Spanien, Süditalien und weiteren Gebieten gab es massenhaft Beschäftigungsverhältnisse, die unproduktiv waren. Auf Deutsch: die Leute bekamen Gehalt ohne einen entsprechend nutzbaren Output zu liefern. Und auch, wenn unsere Salonsozialisten das nicht hören wollen: das hat was mit Adam Riese zu tun und nicht mit "Gerechtigkeit". JEDER Job muss sich selbst tragen. Muss mindestens so viel Nutzen bringen, wie er kostet. Man kann nicht mehr esen, als man produziert - ddas ist doch leicht zu verstehen. Das Wohlstandsniveau der oben genannten Länder wurde mit vielen hundert Milliarden Euro jedes Jahr künstlich hoch gehalten. Jetzt sacken die ab - und es gibt Heulen und Zähneklappern, weil Deutschland, Frankreich, Niederlande und weitere Länder nicht mehr bereit sind, diesen künstlichen Wohlstand zu bezahlen. Die Polen und Rumänen mussten sich ja auch allein aus dem Dreck wühlen. Sollen die Spanier und Griechen auch machen.
5. Wachstumsbremsen
spon-facebook-10000120661 12.10.2012
wenn 30 Mio Arbeitplätze vernichtet wurden stellt sich die Frage wo da Wachstum herkommen soll, den politiker sehen.
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