Uno-Index Lebensmittelpreise steigen auf Rekordhoch

Im schlimmsten Fall droht eine neue Lebensmittelkrise: Die Preise für Weizen, Fleisch und Zucker befinden sich nach Angaben der Uno auf einem Rekordhoch. Das hat fatale Auswirkungen für die Ärmsten der Welt - und könnte für neuen Zündstoff im Nordafrika-Konflikt sorgen.

Markt im nigerianischen Niger: Lebensmittelpreise zum Thema Nummer eins machen
AP

Markt im nigerianischen Niger: Lebensmittelpreise zum Thema Nummer eins machen


Mailand - Die steigenden Preise für Lebensmittel werden zu einer ernsten Gefahr: Geht die Preisrallye für Rohstoffe weiter, sind das weltweite Wachstum und die soziale Stabilität gefährdet, warnte die Weltbank bereits vor wenigen Wochen. Dass der Ernstfall immer näher rückt, ist spätestens seit Donnerstag klar: Im Januar kosteten Lebensmittel laut neuen Zahlen der Uno mehr denn je.

Die Preise steigen seit sieben Monaten ununterbrochen an. Inzwischen haben sie den Höchststand aus dem Jahr 2008 bereits übertroffen. Die Weltorganisation führt den starken Preistrieb der vergangenen Monate darauf zurück, dass vor allem Rohstoffe wie Getreide und Zucker sich zuletzt deutlich verteuerten. Aber auch Fleisch und Milchprodukte waren im Januar so wertvoll wie nie. Das Problem könnte sich zudem wegen schwerer Unwetter in den USA und Australien noch verschärfen.

Die Uno ist alarmiert: Vor drei Jahren war es in zahlreichen Ländern wegen hoher Preise zu massiven Unruhen gekommen. Weltbank-Chef Robert Zoellick mahnte am Donnerstag dringenden Handlungsbedarf an. Die internationale Gemeinschaft müsse das Thema Lebensmittel an die erste Stelle setzen, sagte Zoellick in Mailand.

Fachleute fürchten, dass es erneut zu einer Lebensmittelkrise kommen wird. Insbesondere die aktuellen Konflikte in Nordafrika deuten darauf hin. In Tunesien, wo die Proteste vor mehreren Wochen begannen, waren die Menschen auch wegen der hohen Inflation auf die Straße gegangen. Auch bei den Unruhen in Ägypten und Jordanien spielen die Preise für Nahrungsmittel eine Rolle.

Mehr als 900 Millionen Menschen leiden an Hunger

Das Fatale daran: Eine hohe Inflation trifft tatsächlich vor allem Menschen in Entwicklungsländern, die ohnehin wenig haben. Werden Lebensmittel teurer, können sie womöglich nicht einmal mehr Grundnahrungsmittel kaufen. Nach Uno-Schätzungen leiden bereits heute mehr als 900 Millionen Menschen weltweit an Hunger.

In Deutschland sind den meisten Menschen solche Sorgen unbekannt: Lebensmittel kosten vergleichsweise wenig, zugleich ist der Wohlstand hoch. Experten rechnen hierzulande wegen der anziehenden Konjunktur in diesem Jahr mit leicht steigenden Preisen. Die Steigerung dürfte aber moderat ausfallen.

yes/Reuters

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Seifen 03.02.2011
1. Es ist nicht zu fassen
und gerade hat Gabriel in der vergangenen Legislaturperiode da für gesorgt, daß in Deutschland tausend von Hektar Ackerland zur Maismonokulturen werden, um Grundstoff zur biologischen Energiegewinnung zu erzeugen. Das war moralisch verwerflich und eine wirtschaftspolitische Dummheit. Die Folgen seiner Entscheidung waren vorhersehbar!
timewalk 03.02.2011
2. Auf dem Weg von Blut und Krieg
Zitat von sysopIm schlimmsten Fall droht eine neue*Lebensmittelkrise:*Die Preise für Weizen, Fleisch und Zucker befinden sich*nach Angaben der*Uno*auf einem Rekordhoch. Das hat fatale Auswirkungen*für die Ärmsten der Welt*- und*könnte für neuen Zündstoff im Nordafrika-Konflikt sorgen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,743283,00.html
Der Hauptausschlaggebende Grund wieso die Lebensmittelpreise stark anziehen - weltweit, liegt im Klimawandel begründet und den daraus resultierenden Wetterextremen. Was die Welt die letzten 6 Monate erlebt hat an Vernichtung von Essbarkeiten kann wohl nur noch mit einmalig in der Geschichte, beschrieben werden. Dieser Artikel bringt die Zusammenhängen anhand von Fakten zusammen: High food prices are contributing to MidEast unrest And, yes, extreme weather and high oil prices are major contributors to those price hikes http://climateprogress.org/2011/02/01/high-food-prices-are-contributing-to-mideast-unrest/ Wieso erfährt man in Zusammenhang mit der Berichterstattung auf Spiegel nicht, wie es um die Nahrungsmittelpreise in aktuell Ägypten bestellt ist? Wieso berichtet Spiegel nur über einen Bruchteil der Wetterextreme der letzten Wochen und Monate? Umso länger man die Tatsachen verkennt und das dringende Handeln im Kampf gegen den Klimawandel aufschiebt, wird sich die Situation zusehends verschlechtern. Mit einem hohen Preis an Menschenleben und der Möglichkeit das ganze Nationen in den Strudel der Anarchie geraten.
salmo 03.02.2011
3. Wieso nennt keiner das Kind beim Namen?
Die Ursache ALLER unserer derzeitigen Probleme ist ganz einfach eine zu hohe Weltbevölkerung, die ausserdem noch superexponentiell anwächst. Genug Energie für alle dürfte kein unlösbares Problem sein, wenn man nur will: die Technik zur Ausnutzung von Wind, Sonne, Wellen usw. besteht und muss nur eingesetzt werden. Anders ist das bei den Nahrungsmitteln: der Planet, und somit die Agrarfläche ist begrenzt. Zusätzlich schrumpft die Agrarfläche natürlich umso mehr je mehr die Bevölkerung wächst. Die Erhöhung der Agrarerträge pro Flächeneinheit ist nicht mehr wesentlich zu steigern, und beruhte (noch schlimmer) hauptsächlich aus auf Erdöl basiertem Kunstdünger. Es KANN nicht mehr funktionieren - und das Katastrophale ist, dass exponentielle Kurven die Eigenschaft haben, zum Ende mit ungeheurer Geschwindigkeit zu wachsen... Kurz: es wird knallen !
pom_muc 03.02.2011
4. Bevölkerungswachstum
Zitat von sysopIm schlimmsten Fall droht eine neue*Lebensmittelkrise:*Die Preise für Weizen, Fleisch und Zucker befinden sich*nach Angaben der*Uno*auf einem Rekordhoch. Das hat fatale Auswirkungen*für die Ärmsten der Welt*- und*könnte für neuen Zündstoff im Nordafrika-Konflikt sorgen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,743283,00.html
Eigentlich ist es eine Binsenweisheit dass eine Bevölkerung die sich innerhalb von 50 Jahren verdreifacht hat kaum noch ernährt werden kann. http://www.google.com/publicdata?ds=wb-wdi&met=sp_pop_totl&idim=country:DEU&dl=de&hl=de&q=bev%C3%B6lkerungswachstum+deutschland#met=sp_pop_totl&idim=country:DEU:EGY:YEM:KEN Es wird Zeit dass einige religiöse Schwafler mit dem "Seit fruchtbar und mehret euch"-Gerede aufhören und das chinesische Modell propagieren. Ansonsten regeln Hunger und Krieg die Sache. Denn eine Verdreifachung der Lebensmittelerzeugung alle 50 Jahre kriegen selbst BASF und Co. nicht hin.
lezel 03.02.2011
5. Gut so!
Entwicklungshilfe hat da viel Schaden angerichtet. Zum einen hat sie Bauern in den Ruin getrieben, die mit geschenkten Lebensmitteln preislich nicht konkurrieren konnten. Zum anderen hat sie Leute vor dem Hungertod bewahrt, deren Kinder nun auf Importe angewiesen sind. Beides wird nun korrigiert. Schade nur, daß es eine Weile dauern wird, bis die durch hohe Preise frisch motivierten Bauern die lokalen Märkte wieder beliefern können.
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