Teure Lebensmittel Uno-Organisationen fordern Allianz gegen Preisspirale

Noch ist Zeit zum Handeln: Mit einem eindringlichen Appell haben führende Uno-Organisationen rasche Maßnahmen gegen die steigenden Lebensmittelpreise gefordert. Länder sollten Panikkäufe unterlassen und Exportbeschränkungen aufheben.

US-Farmerin mit Maiskolben: Sorge vor der Preisspirale
DPA

US-Farmerin mit Maiskolben: Sorge vor der Preisspirale


Rom - Die hohen Preise für Mais, Weizen und Soja haben führende Uno-Organisationen auf den Plan gerufen. Das Welternährungsprogramm (WFP), die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) forderten am Dienstag ein rasches Eingreifen der Regierungen weltweit.

Die steigenden Preise drohten besonders in armen Ländern das Leben von Millionen Menschen noch schwerer zu machen, warnten sie. "Wir stehen heute besser da als vor fünf Jahren, um auf diese Herausforderungen zu antworten", hieß es in der Erklärung.

So forderten die Organisationen die Länder auf, Panikkäufe zu vermeiden und keine Exportbeschränkungen zu verhängen. Solche Beschränkungen könnten zwar kurzzeitig den Verbrauchern im eigenen Land helfen, verschlimmerten aber die Lage für andere. In der Vergangenheit hatte Russland Exportbeschränkungen verhängt, um eine geringe Weizenernte aufzufangen.

Die derzeitige Lage auf den Nahrungsmittelmärkten schüre die Angst vor einer neuen Krise bei den Preisen wie in den Jahren 2008 und 2010, hieß es. "Das kann aber vermieden werden: Wir müssen dringend handeln und sicherstellen, dass aus solchen Preis-Schocks keine Katastrophen werden, unter denen Dutzende von Millionen Menschen in den nächsten Monaten zu leiden hätten."

Langfristig müsse ein nachhaltiger Weg gefunden werden, Nahrung in Zeiten der steigenden Bevölkerungszahl und Nachfrage sowie des Klimawandels zu produzieren, zu vermarkten und zu verbrauchen. So müsse in armen, von Importen abhängigen Ländern eine nachhaltige Nahrungsproduktion unterstützt werden.

Die Regierungen wurden auch aufgefordert, ihre Quoten zur Herstellung von Biosprit anzupassen. Die Organisationen wandten sich auch an die armen Länder. Diese sollten die Unterstützung für Kleinbauern und die Lebensmittelhilfen für Mütter und Kinder ausweiten. Außerdem sollten sie sich für eine nachhaltige Produktion einsetzen.

Eine anhaltende Trockenheit in den USA hat zum drastischen Preisanstieg auf den internationalen Märkten beigetragen. Die USA sind der größte Exporteur von Mais, Sojabohnen und Weizen.

mmq/dapd/dpa



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