Umfrage Nur jeder zweite Angestellte bekommt Urlaubsgeld

Deutschland ist zweigeteilt: Über einen Zuschuss zur Urlaubskasse können sich nur rund die Hälfte der Angestellten freuen. Und laut einer aktuellen Umfrage schwankt die Höhe des Extralohns je nach Branche.

Urlauber am Strand auf Mallorca: Extrageld vom Arbeitgeber
DPA

Urlauber am Strand auf Mallorca: Extrageld vom Arbeitgeber


Düsseldorf - Sommer, Sonne - Urlaubsgeld: Diese Gleichung geht nur für knapp jeden zweiten Beschäftigten in der Bundesrepublik auf. Laut einer Onlineumfrage der Hans-Böckler-Stiftung erhalten 45 Prozent der Angestellten eine Extrazahlung für die Ferien.

Demnach wirkt sich eine Tarifbindung des Arbeitgebers positiv auf das Urlaubsgeld aus. Beschäftigte mit Tarifbindung erhalten laut der Umfrage zu 59 Prozent ein Urlaubsgeld, Beschäftigte ohne Tarifbindung dagegen nur zu 33 Prozent. Der gewerkschaftsnahen Stiftung zufolge beteiligten sich 11.200 Beschäftigte an der Befragung. Diese wurde vom Tarifarchiv des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Böckler-Stiftung betreut.

Männer erhalten häufiger Urlaubsgeld als Frauen

Die Höhe des tariflich vereinbarten Urlaubsgelds hängt laut der Umfrage vor allem von der Branche ab. Am wenigsten Geld für die Urlaubskasse bekommen Beschäftigte in der Landwirtschaft und im Steinkohlenbergbau. Hier werden in der mittleren Vergütungsgruppe 156 bis 195 Euro bezahlt. Die höchsten Zahlungen erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter anderem in der Holz- und Kunststoffverarbeitung mit 2204 Euro. Auch in der Druckindustrie (1735 Euro) sowie in der Metallindustrie (1933 Euro) fällt das Urlaubsgeld hoch aus.

Unterschiede gibt es auch zwischen Ost und West. In Westdeutschland bekommen demnach 48 Prozent der Beschäftigten Urlaubsgeld, im Osten nur 32 Prozent. Und während knapp die Hälfte der Männer das Lohn-Extra erhält, sind es bei Frauen nur 38 Prozent.

Auch Besserverdiener sind im Vorteil. Bei Beschäftigten mit einem Gehalt zwischen 5000 und 6000 Euro bekommt etwa die Hälfte auch Urlaubsgeld. Bei Angestellten, die unter 1000 Euro monatlich verdienen, erhält nur ein Viertel den Ferienzuschuss.

Im öffentlichen Dienst und in der Stahlindustrie gibt es kein gesondertes tarifliches Urlaubsgeld. Es wird mit dem Weihnachtsgeld zu einer einheitlichen Jahressonderzahlung zusammengefasst. Im Bankgewerbe und in der Energiewirtschaft gibt es gar kein tarifliches Urlaubsgeld.

mmq

Mehr zum Thema


insgesamt 43 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
gog-magog 21.05.2014
1.
Zitat von sysopDPADeutschland ist zweigeteilt: Über einen Zuschuss zur Urlaubskasse können sich nur rund die Hälfte der Angestellten freuen. Und laut einer aktuellen Umfrage schwankt die Höhe des Extra-Lohns je nach Branche. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/urlaubsgeld-jeder-zweite-beschaeftigte-bekommt-extra-zahlung-a-970669.html
Immer noch jeder zweite? Beim Staat gibt es schon lange kein Urlaubsgeld mehr.
Crom 21.05.2014
2.
Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, das ist alles uninteressant. Wichtig ist das Jahresbrutto! Wie sich das zusammensetzt ist dabei zweitrangig.
rodelaax 21.05.2014
3. Vielen Dank an die Parteien der GroKo ...
... und ihren Helfern, die FDP und die Grünen. Dank Kohls "geistig moralischen Wende" und Schröders Agenda 2010 wird fleißig das Geld von unten nach oben gescheffelt. Wie nie zuvor in Deutschland in der Nachkriegszeit, fressen sich die Reichen auf Kosten der Armen die Bäuche voll.
thseeling 21.05.2014
4. alberne augenwischerei
Ein höheres Gehalt im Sommer und/oder im Winter ist doch nur Augenwischerei für den Angestellten. Konsequent wäre es, wenn alle prinzipiell genau 12 Gehälter bekommen. Dann erübrigt sich auch der Ärger, weil die Steuer soviel vom "mehr" wegfrisst, das man sich dann im nächsten Jahr mühevoll mit der Steuererklärung zurückholen muss. Und in der Zwischenzeit hat man dem Staat einen zinslosen Kredit gewährt.
smartphone 21.05.2014
5. Extralohn ?!?
Wohl kaum .... Es wäre steuerlich besser, wenn das Gesamtgehalt auf 12 Monate -und nicht auf 13 etc verteilt wird......Durch die kurzfristige "starke" Lohnerhöhung steigt die Steuer- analog wie bei Überstunden ...... Das ist also billigste , plumpe Augenwischerei .
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.