Kräftiger Jobaufbau US-Arbeitslosenquote sinkt auf niedrigsten Wert seit 2008

Überraschend gute Nachrichten für Jobsuchende in den USA: Amerikanische Unternehmen haben im November fast 150.000 Stellen geschaffen. Die Arbeitslosenquote sank auf 7,7 Prozent. So niedrig war sie zuletzt vor vier Jahren.

Besucher einer Jobmesse in Washington: Arbeitsmarkt zum Hauptthema gemacht
AFP

Besucher einer Jobmesse in Washington: Arbeitsmarkt zum Hauptthema gemacht


Washington - Schwung für den US-Arbeitsmarkt am Jahresende: Die US-Wirtschaft hat im November deutlich mehr Stellen geschaffen als erwartet. Die Zahl der Beschäftigten außerhalb der Landwirtschaft stieg um 146.000, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Allerdings war die Zahl der im September und Oktober geschaffenen Stellen um fast 50.000 niedriger als ursprünglich gemeldet. Die Arbeitslosenquote sank von 7,9 Prozent auf 7,7 Prozent im November und erreichte den niedrigsten Stand seit Dezember 2008. Der Wirbelsturm "Sandy" hatte dem Ministerium zufolge keine größeren Auswirkungen auf die Daten.

Experten führen den Rückgang unter anderem darauf zurück, dass wieder mehr Amerikaner die Jobsuche aufgeben. In den Rezessionsjahren 2007 bis 2009 stieg die Arbeitslosenquote zeitweise über die Marke von zehn Prozent. Obwohl sie seither gesunken ist, sind die Vorkrisenwerte von rund fünf Prozent noch immer weit entfernt.

Analystin Kathy Jones von Charles Schwab sprach von gemischten Zahlen - "mit guten und schlechten Nachrichten". Die Privatwirtschaft schuf per Saldo 147.000 neue Jobs - allein der Einzelhandel fast 53.000. In der Industrie gingen 7000 Arbeitsplätze verloren, am Bau 20.000 Jobs. Die Regierung baute lediglich 1000 Stellen ab. US-Präsident Barack Obama hatte den Bürgern zu Beginn seiner ersten Amtszeit versprochen, den Arbeitsmarkt zu einem Hauptthema zu machen.

Die ersten Arbeitsmarktdaten nach der Wiederwahl von Obama zeigen, dass die Lage am Job-Markt auch künftig ein wichtiges Thema in Washington bleiben dürfte. Obama will etwa mit Infrastrukturausgaben die Wirtschaft ankurbeln. Das größte Problem ist derzeit aber der Haushaltsstreit ("fiscal cliff"). Nach aktueller Gesetzeslage laufen 2013 viele Steuerentlastungen aus, während zugleich Ausgabenkürzungen in Kraft treten. Dies würde das Staatsdefizit zwar auf einen Schlag kräftig drücken, könnte die weltgrößte Volkswirtschaft aber in die Rezession treiben. Republikaner und Demokraten müssen möglichst bis Ende des Jahres Kompromisse ausloten, wo gekürzt und gespart werden soll, und wo nicht.

yes/Reuters



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Mario V. 07.12.2012
1. Überraschend gute Nachrichten?
Zitat von sysopAFPÜberraschend gute Nachrichten für Jobsuchende in den USA: Amerikanische Unternehmen haben im November fast 150.000 Stellen geschaffen. Die Arbeitslosenquote sank auf 7,7 Prozent. So niedrig war sie zuletzt vor vier Jahren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/us-arbeitslosenquote-sinkt-auf-niedrigsten-wert-seit-2008-a-871636.html
Was ist daran jetzt gut, noch dazu überraschend gut? Es wird geschätzt, dass die tatsächliche Arbeitslosenquote in den USA weit jenseits der 20% liegt, wenn man eben diese Leute einbezieht, die die Jobsuche aufgegeben haben. Und wie viele Leute einen gut bezahlten Job in Industrie, Baugewerbe oder sonstwo gegen einen Hungerlohn im Einzelhandel tauschen mussten, steht auch nirgendwo. Ist ja bei uns nicht anders. Dass der Einzelhandel in der Vorweihnachtszeit Arbeit hat ist kein Wunder. Nur ob die Leute den Job auch im nächsten Jahr noch haben ist fraglich. Ich kann die regelmäßigen Jubelmeldungen, sei es zu Arbeitslosenzahlen, Wirtschaftswachstum oder Staatsschulden, und besonders die Prognosen der sog. Experten, egal ob aus den USA oder Europa oder sonstwoher, nicht mehr hören. Denn wenn man die Nachrichten regelmäßig liest, stößt man kurze Zeit später wieder auf eine gegenteilige Meldung.
edmond_d._berggraf-christ 07.12.2012
2. An den Essensmarken läßt sich der Niedergang der VSA ablesen
Die englische Watschelente Kirchhügel soll einmal gesagt haben, daß man keiner Statistik glauben schenken solle, die man nicht selbst gefälscht habe und so verhält es sich wohl auch mit den Arbeitslosenzahlen in den VSA, zumal dort neben den üblichen Kunstgriffen und Taschenspielertricks noch hinzu kommt, daß die staatliche Armenhilfe nach einigen Jahren aufhört und es daher für die Betroffenen unsinnig ist sich arbeitslos zu melden und diese folglich nicht mehr in der Statistik auftauchen. Einzig die Essensmarkevergabe scheint hier eine zuverlässige Zahl zu sein und deren Vergabe stieg von 17 Mio. Empfängern mit 76 Dollar je Nase im Jahre 2000 auf 46 Mio. mit je 133 Dollar im Jahre 2012 an, wobei sich auch hier die erwähnte zeitliche Begrenzung der Leistungen auswirkt; sprich die tatsächliche Anzahl der Armen deutlich höher sein dürfte, aber auch so leben nun schon 14% der VS-Bevölkerung von staatlicher Hilfe und nichts deutet daraufhin, daß sich dies nicht noch weiter steigern wird.
tjivi 07.12.2012
3. Statistik
Weder in den USA noch in Deutschland werden die echten Arbeitslosenzahlen veröffentlicht, ja noch nicht mal erfasst (s.o. mein Vorredner zu den USA).Hier wird offen zugegeben, dass alle die, die an in irgendeiner vorübergehenden Maßnahme teilnehmen aus der Statistik rausfallen.
muellerthomas 07.12.2012
4.
Zitat von Mario V.Was ist daran jetzt gut, noch dazu überraschend gut? Es wird geschätzt, dass die tatsächliche Arbeitslosenquote in den USA weit jenseits der 20% liegt, wenn man eben diese Leute einbezieht, die die Jobsuche aufgegeben haben. Und wie viele Leute einen gut bezahlten Job in Industrie, Baugewerbe oder sonstwo gegen einen Hungerlohn im Einzelhandel tauschen mussten, steht auch nirgendwo. Ist ja bei uns nicht anders. Dass der Einzelhandel in der Vorweihnachtszeit Arbeit hat ist kein Wunder. Nur ob die Leute den Job auch im nächsten Jahr noch haben ist fraglich. Ich kann die regelmäßigen Jubelmeldungen, sei es zu Arbeitslosenzahlen, Wirtschaftswachstum oder Staatsschulden, und besonders die Prognosen der sog. Experten, egal ob aus den USA oder Europa oder sonstwoher, nicht mehr hören. Denn wenn man die Nachrichten regelmäßig liest, stößt man kurze Zeit später wieder auf eine gegenteilige Meldung.
Wer schätzt das? Nennen Sei doch mal eine Quelle. Selbst die sehr weit gefasste Arbeitslosenquote U-6 ist vom Höchststand von 17,2% auf zuletzt 14,4% gesunken. Im Gegensatz zum letzten Aufschwung unter GWB sind nun mittlerweile seit Aufschwungbeginn 500 Tsb. Jobs im verarbeitenden Gewerbe entstanden. Das sind saisonbereinigte Zahlen. Nennen Sie mal bitte ein Beispiel.
dapmr75 07.12.2012
5. Mathematik
Wenn die Grundgesamtheit (Labour participate rate) zufällig schneller "schrumpft", als die Arbeitslosigkeit, dann redet man von Erfolg? Hier wird mathematische Augenwischerei auf Niveau betrieben, Respekt. Wer die Theorie zu "Occams Razor" kennt, weiss, dass diese Tricks und Betrügereien boese enden werden.
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