Aufschwung US-Arbeitslosenzahl so niedrig wie zuletzt 2008

Die Wirtschaft in den USA entwickelt sich besser als von Experten erwartet. Die Arbeitslosenquote sank auf 7,0 Prozent, den niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Die Zahl der Beschäftigten stieg um rund 200.000.

Arbeitslose in New York: Hoffnung auf baldige Erholung
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Arbeitslose in New York: Hoffnung auf baldige Erholung


Washington - Der Arbeitsmarkt der weltgrößten Volkswirtschaft kommt langsam in Schwung. Die US-Arbeitslosenquote sank im November auf 7,0 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit fünf Jahren. Das geht aus Zahlen des Arbeitsministeriums hervor. Die Quote, die auf dem tiefsten Stand seit November 2008 liegt, weckt Hoffnungen auf baldige Erholung. Im Oktober hatte die Arbeitslosigkeit in den Vereinigten Staaten noch bei 7,3 Prozent gelegen.

Die Beschäftigtenzahl außerhalb der Landwirtschaft stieg zum Vormonat um 203.000 Stellen und damit etwas mehr als erwartet. In den vergangenen 12 Monaten lag das Jobwachstum monatlich im Durchschnitt bei 195.000 Stellen. Die positiven Signale dürften durch den wochenlangen Verwaltungsstillstand der US-Regierung allerdings leicht verfälscht worden sein. Hunderttausende Staatsangestellte waren wegen des Notstands im Oktober in Zwangsurlaub geschickt worden und teilweise im November erst an die Arbeit zurückgekehrt.

Auch die wie erwartet steigenden durchschnittlichen Stundenlöhne deuten darauf hin, dass die US-Wirtschaft stärker wächst. Die zweite Schätzung des Wirtschaftswachstums im dritten Quartal war zudem deutlich besser ausgefallen als erwartet: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) hatte von Juli bis September aufs Jahr hochgerechnet 3,6 Prozent zugelegt. Das ist das beste Ergebnis seit Anfang 2012.

Diese positiven Signale dürften die Spekulationen über einen Kurswechsel der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) anheizen. Die Fed hatte betont, erst bei einer ausreichenden Erholung am Arbeitsmarkt die Zügel in der Geldpolitik wieder anzuziehen. Dieser als "Tapering" bezeichnete Schritt würde eine schrittweise Reduktion der Anleihekäufe bedeuten. Derzeit pumpt die Fed monatlich 85 Milliarden Dollar in die Märkte, um die langfristigen Zinsen niedrig zu halten.

Trotz der Ankündigung, die Geldschleusen "so lange wie nötig" geöffnet zu halten, hatte die Fed in den vergangenen Wochen eine mögliche Drosselung ihres massiven Konjunkturprogramms in Aussicht gestellt. Die nächste Sitzung der Notenbank findet am 17. und 18. Dezember statt.

cte/dpa



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vandenplas 06.12.2013
1. Job Job
Der Aussagekraft dieses Artikels hätte eine Angabe darüber, wohin und in welche Berufsgattungen die vormals als arbeitslos registrierten Amerikaner verschoben worden sind, gut getan. Nicht, dass etwa eine Mehrheit der neu Eingestellten in niedriglohn Jobs im Service-Sektor untergekommen... oder eben immer noch auf Arbeitssuche und mittlerweile schlicht aus der Statistik gefallen sind ;-) Willkommen als Türsteher bei WalMart, Firmenmaskottchen für OfficeDepot oder Verkäufer am Dunkin' Donuts Stand! (oder als Homeless in der Suppenküche) Wenn die Fed Monat um Monat das Geldvolumen um 80 Mia. aufbläst, dann muss man sich schon wundern, dass das Wachstum mit 3.6% so bescheiden ausgefallen ist. Das ist zwar immer noch besser als das nullkommafastnichts Wachstum in der Draghi-EU, aber eben auf Pump und vermutlich eher inflationsgetrieben als real.
Sam_Dicamillo 06.12.2013
2. Authenticjazzman
Eine einzige Lüge. Die Arbeitslosen die keinen Job mehr suchen werden nicht mehr gezählt, und die neuen Jobs sind zu 80% : Teilzeit.
Krolog 06.12.2013
3. Blick tiefer!
Zitat von sysopDPADie Wirtschaft in den USA entwickelt sich besser als von Experten erwartet. Die Arbeitslosenquote sank auf 7,0 Prozent, den niedrigsten Stand seit fünf Jahren. Die Zahl der Beschäftigten stieg um rund 200.000. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/us-arbeitslosigkeit-so-niedrig-wie-zuletzt-2008-a-937663.html
Und die Beschäftigungsrate liegt bei 63% der arbeitsfähigen Bevölkerung. Die fehlenden 30% sind sicher überwiegend wohlhabende Privatiers. Stille Reserve ist mit 91,3 Mill. Personen unverändert geblieben. Interessant auch die Branchen mit den größten Zuwächsen: Gastronomie, Hilfsdienste, Handel, Pflege. Hier wird bekanntlich - wie hier - nicht besonders gut bezahlt. Haushaltseinkommen folgerichtig -0,1% zum Vormonat. Möge der Konsumrausch kommen!
muellerthomas 07.12.2013
4.
Zitat von Sam_DicamilloEine einzige Lüge. Die Arbeitslosen die keinen Job mehr suchen werden nicht mehr gezählt, und die neuen Jobs sind zu 80% : Teilzeit.
Wo haben Sie diese Info her? Die Zahl der Teilzeitkräfte ist im Vergleich zum Vorjahr sogar gesunken. Table A-8. Employed persons by class of worker and part-time status (http://www.bls.gov/news.release/empsit.t08.htm)
merkur08 07.12.2013
5. Diese Nachricht wird hier vielen linken Spinnern nicht gefallen
Da hier viele schon den Untergang der USA heraufbeschworen haben, dürfte Ihnen diese Nachricht gar nicht passen. Die USA haben gegennüber der EU den grossen Vorteil, dass sie eine geeinte Nation sind und nicht über die Schmarotzermentalität vieler besonders linker in Europa haben. Die werden sich wieder erholen, Europa eher nicht.
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