Staatsschulden US-Regierung warnt vor Finanzkollaps im Oktober

Den USA droht ein neues Etatdebakel. Laut Finanzminister Lew erreichen die Staatsschulden im Oktober die Obergrenze von 17 Billionen Dollar. "Das könnte die Finanzmärkte erschüttern und unsere Wirtschaft empfindlich treffen", warnt die Regierung.

US-Finanzminister Lew: Macht Druck auf die Republikaner
REUTERS

US-Finanzminister Lew: Macht Druck auf die Republikaner


Washington - Die US-Schuldenkrise war für einige Monate von der politischen Agenda verschwunden, doch nun holt der Finanzminister das Thema mit einer drastischen Warnung zurück: In einem Brief an Republikaner und Demokraten rief Jack Lew den Kongress auf, sich möglichst bald auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze zu verständigen. Anderenfalls könne der Bund bis Mitte Oktober zahlungsunfähig sein, so der Finanzminister. "Ein solches Szenario könnte die Finanzmärkte erschüttern und unsere Wirtschaft empfindlich treffen", erklärte Lew.

Die US-Schuldengrenze liegt bei knapp 17 Billionen Dollar. Wird diese erreicht, dürfen keine weiteren Kredite aufgenommen werden und eine Zahlungsunfähigkeit droht.

Die Regierung von Präsident Barack Obama hatte ursprünglich erklärt, eine Einigung müsse bis September erzielt werden, um eine Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden. Allerdings hat die wirtschaftliche Erholung in den USA zu höheren Steuereinnahmen geführt. Das unabhängige Haushaltsbüro des Kongresses geht davon aus, dass die Mittel bis November reichen könnten.

Der Streit über die Schuldenobergrenze hatte die USA 2011 bereits an den Rand der Zahlungsunfähigkeit gebracht und weltweit für Aufregung an den Finanzmärkten gesorgt. Derzeit gelten zahlreiche Sondermaßnahmen, unter anderem hat der Staat seine Zahlung von Beiträgen in die Pensionskassen ausgesetzt.

Wegen der Mehrheitsverhältnisse im Kongress müssen sich Republikaner und Demokraten in Haushaltsfragen einigen. Allerdings haben beide Parteien sehr unterschiedliche Vorstellungen, wie das Defizit angegangen werden soll. Im kommenden Jahr wird das ganze Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu gewählt.

cte/Reuters/dpa



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metbaer 27.08.2013
1. Cool
Dann ist es ja absolut sinnvoll, noch mehr Geld zu verpulvern, indem man sich in ein weiteres Kriegsabenteuer stürzt. ...wenn ich mal privat so mit Geld umgehen dürfte ohne echte Konsequenzen fürchten zu müssen: "Verdammt, die Haushaltskasse ist leer, ich sollte dringend noch ein neues Auto kaufen!"
rauschebart 27.08.2013
2. Amerika Bonds
Grüne. Und SPD können ja Amerika Bonds einführen und Deutschland haften lasse denn wir sollten Solidarisch sein oder Merkel Spant den Rettungsschirm auf hoffentlich ist dieses ganze System bald Pleite !
janne2109 27.08.2013
3. ...
Aber für einen Krieg reicht es noch, oder?? Ich fasse es nicht.
Progressor 27.08.2013
4. Ganz einfach
Die amerikanische Zentralbank, die FED, hält sowieso schon einen großen Teil der Staatsschulden. Es steht ihr frei noch weitere auf zu kaufen. Anschliessend streicht sie die einfach. Ein Federstrich und der Staat braucht keine Zinsen und keine Tilgung mehr dafür begleichen. So einfach geht das und so wird das auch bei uns im Euroland gemacht werden. Wer meint, es gäbe dazu Alternativen und die Staaten könnten irgendwie mal ihre Schulden zurück bezahlen, hat makroökonomisch nicht alle Tassen im Schrank.
universalinfidel 27.08.2013
5. Finanzkrisen aus Amerika
Die amerikanische finanzpolitik war schuld an jeder finanzkrise die uns die letzten jahre heimgesucht hatten. Schlimm wie unsere medien diesen fakt unterschlagen konnten und daraus sogar eine eurokrise herbeiredete. Der euro ist stabiler als der dollar. Seit seiner einführung. Die politische krise ist allerdings fakt in europa. Schuld daran.....das unpolitische volk. In russland darf nicht gedacht werden, hier muss keiner.
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