Unerwarteter Anstieg US-Handelsdefizit so hoch wie zuletzt 2008

Neue Munition für Donald Trump im Handelsstreit: Die USA gaben im Februar deutlich mehr für Importe aus, als sie für Ausfuhren bekamen. Mehr als die Hälfte des Defizits geht auf den Handel mit China zurück.

Hafen von Long Beach, Kalifornien
REUTERS

Hafen von Long Beach, Kalifornien


Das Handelsdefizit der USA hat sich im Februar unerwartet erneut ausgeweitet und liegt auf dem höchsten Niveau seit mehr als neun Jahren. Die Importe übertrafen die Exporte in dem Monat um 57,6 Milliarden Dollar, teilte das Handelsministerium in Washington mit.

Das ist das höchste Defizit seit Oktober 2008. Vor allem steigende Preise für importierte Rohstoffe sorgten für das im Vergleich zum Januar um 0,9 Milliarden Dollar höhere Defizit.

Der Einfuhrüberschuss ist damit den sechsten Monat in Folge gestiegen. Die US-Exporte wuchsen im Februar um 1,7 Prozent auf gut 204 Milliarden Dollar. Die Importe legten ebenfalls um 1,7 Prozent auf rund 262 Milliarden Dollar zu - auch das ist eine Höchstmarke.

China-Handel für mehr als die Hälfte des Defizits verantwortlich

Mehr als die Hälfte des jüngsten Defizits entstand im Handel mit China: Von dort importierten die USA für 29,3 Milliarden Dollar mehr Waren als sie lieferten. Allerdings waren das fast 19 Prozent weniger als noch im Januar. Im gesamten Jahr 2017 hatte das US-Defizit im Handel mit China den Rekordwert von rund 375 Milliarden Dollar erreicht.

US-Präsident Donald Trump hat wegen des hohen Defizits einen Handelskonflikt ausgelöst. Vor allem die Auseinandersetzung mit China verschärfte sich zuletzt. Trump droht der Volksrepublik mit zusätzlichen Zöllen auf mehr als 1000 Produkte im Volumen von 50 Milliarden Dollar.

China konterte als Vergeltung umgehend mit eigenen Strafabgaben auf Importe aus den USA in gleicher Höhe. Die Eskalation weckte Sorgen über negative Auswirkungen auf die globale Wirtschaft. Zuletzt hatte es aber Zeichen für eine Entspannung gegeben.

brt/dpa/Reuters

insgesamt 7 Beiträge
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Leser1000 05.04.2018
1. Stärke nach Plan
Jammern über Chinas Stärke darf eigentlich niemand weder die USA noch die EU. Die cleveren Chinesen haben sich bereitwillig als verlängerte Werkbank angeboten-gern genommen vom Westen. Blöd nur, dass die Asiaten nicht ganz Gentlemean like - dann fröhlich kopiert haben bei gleichzeitigen Handelshemmnissen gegenüber den Partnern (ohne joint ventures, die den Technologie Transfer garantieren geht ja nix,) und mit - das muss man zugestehen - mit viel Fleiß den "Meistern" so langsam das Fürchten lernen.
tinnytim 05.04.2018
2.
Der absolute Betrag des Defizits ist wenig aussagekräftig. Das Verhältnis zur Wirtschaftsleistung, also zum Bruttoinlandsprodukt ist doch der eigentlich vergleichbare Wert. Vermutlich ist auch ein Fehler im Artikel, solche Berichte beziehen sich eigentlich immer auf den Vorjahreszeitraum und nicht auf den Vormonat.
zila 05.04.2018
3. eher Munition gegen ihn
Das hoehere Defizit ist wohl dem niedrigen Dollar geschuldet, der in einer tiefen Vertrauenskrise steckt (niedrig trotz steigender Zinsen, guter Konjunktur und Fundamentaldaten).
rainercom 06.04.2018
4. Herr Trump sollte mal das Gehirn einschalten
und überlegen warum die Amerikanischen Waren nicht mal in den USA beliebt sind!
INGXXL 06.04.2018
5. Wer aus dem Handelskrieg der
Sieger ist bleibt abzuwarten. Wahrscheinlich werden alle verlieren! Die US Industie die auf dem Weltmarkt noch konkurrenzfähig ist wie z. B. Boeing wird stark leiden. Airbus wird es freuen.
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