US-Haushaltsdefizit Amerika macht 1.500.000.000.000 Dollar Miese

Es ist eine unvorstellbar hohe Zahl: Das Haushaltsdefizit der USA wird nach Angaben des US-Rechnungshofes im laufenden Etatjahr 1,5 Billionen Dollar betragen. So tief war das US-Budget noch nie im Minus.

US-Dollar: Haushaltsdefizit auf Rekordhoch
AFP

US-Dollar: Haushaltsdefizit auf Rekordhoch


Washington - Die USA stehen im laufenden Haushaltsjahr vor einem Negativrekord: Das Land wird mehr Schulden machen als jemals zuvor in seiner Geschichte. Der parteiunabhängige Rechnungshof des Kongresses (CBO) bezifferte den erwarteten Fehlbetrag im Staatshaushalt am Mittwoch in seiner Prognose auf 1,48 Billionen Dollar (knapp 1,1 Billionen Euro).

Dies sei ein Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem vorigen Haushaltsjahr, das am Ende September endete. Das Defizit entspreche 9,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, nachdem der Wert im Vorjahr 8,9 Prozent betragen habe. Die Budgetexperten warnten vor "drückenden Konjunktur- und Haushaltsproblemen", mit denen das Land konfrontiert sei.

Der bisherige Defizitrekord war 2009 erreicht worden. Damals lag der Fehlbetrag bei 1,416 Billionen Dollar. In dem Jahr hatten vor allem die hohen staatlichen Ausgaben zur Stützung der Konjunktur nach der Finanzkrise zu Buche geschlagen. Im Haushaltsjahr 2010, das am 30. September zu Ende ging, lag das Defizit bei 1,294 Billionen Dollar.

Für den neuerlichen Anstieg nannten die CBO-Experten mehrere Gründe. Der Fiskus habe wegen der im Dezember beschlossenen Verlängerung der Steuersenkungen bis 2012, die vor allem höheren Einkommensklassen zugute kommen, weniger Einnahmen. Auch sei der Aufschwung nach der Konjunkturkrise nach wie vor "langsam und unsicher". Die erwarteten Einsparungen durch die leicht verbesserte Wirtschaftslage - etwa durch niedrigere Ausgaben für Arbeitslose - würden durch den Anstieg staatlicher Ausgaben in anderen Bereichen mehr als aufgezehrt.

Unerwartet kommt die CBO-Prognose nicht. Bereits im vergangenen Juli war die US-Regierung von Präsident Barack Obama von einem ähnlich hohen Defizit ausgegangen. Führende republikanische Senatoren hatten wegen der angespannten Haushaltslage sogar die Möglichkeit ins Spiel gebracht, es per Gesetz finanziell gebeutelten Bundesstaaten zu ermöglichen, den Bankrott zu erklären.

Das Rekord-Haushaltsloch dürfte die Diskussion um Budgetkürzungen nun verstärken. Demokraten und Republikaner reden beide viel vom Sparen - von konkreten Maßnahmen wollen beide allerdings wenig wissen. Sie ignorieren weitgehend das gigantische 14-Billionen-Dollar-Staatsdefizit. 40 Cent von jedem Dollar, den Amerika derzeit ausgibt, sind gepumpt.

ulz/Reuters/dpa

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insgesamt 29 Beiträge
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Seite 1
Torfi 26.01.2011
1. und jetzt kommts
Kreditwürdigkeit AAA Geht das schon als Wirtschaftshumor durch?
hannovernews 26.01.2011
2. Die Fehlentscheidungen gehen eben weiter
Es ändert sich nichts und bleibt alles beim Alten, die USA taumelt weiter und steht vor der Staatspleite, das gleiche Spiel wie seit Monaten: http://www.finanznews-123.de/die-immobilienkrise-und-amerikas-weg-in-die-finanzielle-abhangigkeit/
Interessierter0815 26.01.2011
3. .
Zitat von hannovernewsEs ändert sich nichts und bleibt alles beim Alten, die USA taumelt weiter und steht vor der Staatspleite, das gleiche Spiel wie seit Monaten: http://www.finanznews-123.de/die-immobilienkrise-und-amerikas-weg-in-die-finanzielle-abhangigkeit/
Solange der Dollar Weltwährung ist können die Staaten auch nicht pleite gehen! Und außerdem ist diese Verschuldung in diesem Schneeballsystem zwangsgebunden. Oder was meinen Sie was bei einer großen Sparorgie passieren würde? Ohne Schulden kein Geld - ohne Geld keine Wirtschaft - ohne WIrtschaft Armut und Elend. Die Frage die wir uns vermeintlich intelligenten Spezies stellen sollten lautet: "Wollen wir uns auch in Zukunft dieses Schneeballsystem leisten das permanent Krisen hervorbringt und Hungersnot und Kriege auslöst?"
founder 26.01.2011
4. Würde ich gerne auch
Zitat von sysopEs ist eine unvorstellbar hohe Zahl: Das Haushaltsdefizit der USA wird nach Angaben des US-Rechnungshofes im laufenden Etatjahr 1,5 Billionen Dollar betragen. So tief war das US-Budget noch nie im Minus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,741856,00.html
Zu meinen Banker gehen und für mich und meine Familie (4 Personen) den Überziehungsrahmen um US$ 20.000 erhöhen. So lässt es sich Leben... ...Zumindest bis zum großen Crash der in einigen Videos schon sehr drastisch dargestellt werden Der Tag an dem der Dollar starb (http://politik.pege.org/2010/us-inflation.htm) und Chinesischer Professor doziert über das Ende großer Reiche. Grichen, Römer, British Empire, Vereinigte Staaten von Amerika (http://politik.pege.org/2010/usa-zukunft.htm)
mursilli 26.01.2011
5. Exit?
Zitat von sysopEs ist eine unvorstellbar hohe Zahl: Das Haushaltsdefizit der USA wird nach Angaben des US-Rechnungshofes im laufenden Etatjahr 1,5 Billionen Dollar betragen. So tief war das US-Budget noch nie im Minus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,741856,00.html
1,5 Bio., 1500 Mrd,, 1.500.000 Mio - das riecht nach Pleite. Aber wenn ich den roten Stempel auf dem 1000 Reichsmark-Schein in meiner Schublade sehe, worauf 1 Milliarde steht, dann weiss ich die Lösung.
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