US-Notenbank: Fed erwartet sinkende Arbeitslosenzahlen - Zins bleibt niedrig

Weniger Arbeitslose, steigende Wirtschaftsleistung: Die US-Notenbank Fed blickt optimistischer in die Zukunft als noch zu Jahresbeginn. Der amerikanische Leitzins bleibt historisch niedrig - allerdings mehren sich die Befürworter einer Erhöhung im Jahr 2014.

Notenbankchef Ben Bernanke in Washington: "Wirtschaft moderat gewachsen" Zur Großansicht
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Notenbankchef Ben Bernanke in Washington: "Wirtschaft moderat gewachsen"

Washington - Die US-Notenbank Fed setzt weiter auf historisch niedrige Zinssätze: Der Leitzins werde zwischen null und 0,25 Prozent belassen, teilte die Zentralbank am Mittwoch nach einer Sitzung in Washington mit. Sie wolle demnach bis mindestens Ende 2014 am "außerordentlich tiefen" Zinsniveau festhalten.

Mit der Politik des günstigen Geldes versucht die Fed seit Ende 2008, die Konjunktur nach der Wirtschaftskrise zu befeuern. Derzeit sieht die Notenbank die Wirtschaft des Landes aber auf einem guten Weg: "Die US-Wirtschaft ist moderat gewachsen", heißt es in der Erklärung der Notenbank. Der Jobmarkt habe sich in den vergangenen Monaten erholt, die Arbeitslosenquote sei mit 8,2 Prozent aber noch immer "hoch". Für dieses Jahr rechnet die Fed nach der am Mittwoch vorgelegten Projektion mit einer Arbeitslosenquote von 7,8 bis 8 Prozent. Im Januar hatte sie noch 8,2 bis 8,5 Prozent veranschlagt.

Die Wirtschaft dürfte nach Einschätzung der Fed ebenfalls besser in Fahrt kommen, als noch Anfang des Jahres gedacht: Die Notenbank rechnet mit einem Anziehen der Wirtschaftsleistung in diesem Jahr um 2,4 bis 2,9 Prozent. Im Januar hatte sie 2,2 bis 2,7 Prozent geschätzt. 2013 soll das Bruttoinlandsprodukt dann um 2,7 bis 3,1 Prozent zulegen. Damit liegt die Fed nun leicht unter der Januar-Projektion von 2,8 bis 3,2 Prozent. Die Währungshüter um Fed-Chef Ben Bernanke registrierten eine leicht gestiegene Inflation, die sie auf höhere Energiepreise zurückführten.

Die Fed setzt auch ihre Praxis fort, kurzfristige US-Staatsanleihen gegen Papiere mit längeren Laufzeiten umzutauschen, um die Zinssätze weiter zu senken. Der Leitzins liegt bereits seit drei Jahren auf einem Rekordtief von offiziell null bis 0,25 Prozent. Die Fed hatte ihn während der Finanzkrise im Dezember 2008 auf diese Spanne verringert. Vor Beginn der Krise im Sommer 2007 hatte der Zinssatz noch bei 5,25 Prozent gelegen. Zum Vergleich: Auch die Europäische Zentralbank (EZB) hatte in der Krise ihren Leitzins gesenkt - allerdings längst nicht so stark wie die Fed. Im Euro-Raum müssen Banken für frisches Geld der EZB derzeit ein Prozent Zinsen zahlen.

Den angemessenen Zeitpunkt für eine Zinserhöhung sehen nunmehr bereits sieben US-Notenbanker im Jahr 2014. Im Januar waren es nur fünf. Für 2016 plädiert nunmehr kein Zentralbanker mehr, im Januar waren es noch zwei. Händler halten bislang den April 2014 für den wahrscheinlichsten Zeitpunkt für eine Zinswende in den USA.

lgr/AFP/Reuters

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