Trotz Sorge über Handelskonflikt US-Notenbank peilt weitere Zinserhöhungen an

Die Währungshüter der amerikanischen Notenbank Fed warnen vor den Folgen eines Handelskonflikts mit China. Dennoch wollen sie die Zinsen weiter anziehen.

Fed-Chef Jerome Powell
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Fed-Chef Jerome Powell


Einer möglichen Eskalation des Handelskonflikts der USA mit China sieht die Notenbank Fed mit Sorge entgegen. Zugleich bewerten die Währungshüter die Wirtschaft positiv und steuern weitere Zinserhöhungen an. Laut den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der jüngsten geldpolitischen Sitzung vom März ist sich die Fed einig, dass sie die Zügel wahrscheinlich weiter anziehen müssen. Dies solle aber wie bisher stufenweise erfolgen. Bei Zeitplan und Umfang der Erhöhungen würden auch "internationale Entwicklungen" mit ins Kalkül gezogen.

Im Führungskreis der Fed herrsche Einigkeit, dass sich die Wirtschaftsperspektiven zuletzt aufgehellt hätten. Allerdings sei "die große Mehrheit der Währungshüter" in Sorge, dass es in dem von US-Präsident Donald Trump angestoßenen Handelsstreit zu "Vergeltungsaktionen anderer Länder" kommen könne. Dies berge Risiken für die Konjunktur.

Die US-Notenbank hatte auf der Sitzung ihren Schlüsselzins zur Versorgung der Banken mit Geld auf die aktuell gültige Spanne von 1,5 bis 1,75 Prozent angehoben und zwei weitere Schritte nach oben im laufenden Jahr signalisiert. Fed-Chef Jerome Powell hat zuletzt ebenfalls eine weitere Straffung angedeutet. Auf dem Arbeitsmarkt scheine Vollbeschäftigung nahezu erreicht und die Inflation werde sich voraussichtlich in den kommenden Monaten in Richtung der Zielmarke von zwei Prozent bewegen.

Wie aus den Protokollen hervorgeht, sind alle US-Währungshüter zuversichtlich, dass die Preise in den kommenden Monaten anziehen werden.

Die Fed, die Vollbeschäftigung und stabile Preise fördern soll, hat das erste Ziel praktisch erreicht. Bei den Preisen ist sie jedoch noch nicht so weit. Die Währungshüter achten hier primär auf Preisveränderungen bei persönlichen Verbraucherausgaben (PCE) ohne die schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelkosten. Hier lag die Steigerungsrate zuletzt mit 1,6 Prozent noch klar unter dem Ziel der Fed von 2,0 Prozent.

cop/Reuters/dpa



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