Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

US-Notenbank: Fed will 2016 nur kleine Zinserhöhungen wagen

Die US-Notenbank in Washington Zur Großansicht
REUTERS

Die US-Notenbank in Washington

Die Konjunkturabkühlung hat die US-Notenbank Fed vorsichtig werden lassen. Sie will in der Geldpolitik in diesem Jahr offenbar nur noch kleine Schritte nach oben wagen.

Die US-Notenbank Fed scheint ihre Geldpolitik in diesem Jahr deutlich langsamer straffen zu wollen als bisher beabsichtigt. Wie aus den Prognosen der Währungshüter hervorgeht, werden sie voraussichtlich noch zwei Mal nachlegen und damit weniger oft als noch bei der Zinswende im Dezember vorgesehen. Für Ende 2016 sagen die Notenbanker nun im Mittel ein Zinsniveau von 0,875 Prozent voraus.

Am Mittwoch beließ die Federal Reserve (Fed) den Schlüsselsatz zur Versorgung der Banken mit Geld bei 0,25 bis 0,5 Prozent. Wann der nächste Schritt ansteht, ließen die Währungshüter offen: Anders als noch vor der Zinserhöhung im Dezember verzichteten sie auf eine bestimmte Formulierung, mit der die Märkte damals auf die erste geldpolitische Straffung seit fast zehn Jahren vorbereitet wurden - nämlich den Hinweis, dass die Risiken annähernd ausgeglichen seien.

Im Dezember hatten die Mitglieder im Offenmarktausschuss für Ende 2016 noch ein Leitzinsniveau von 1,375 Prozent angepeilt. Die Konjunkturabkühlung in China und der Ölpreisverfall zu Jahresbeginn haben die Fed jedoch vorsichtiger werden lassen.

"Weltweite wirtschaftliche und finanzielle Entwicklungen bedeuten weiterhin Gefahr", heißt es in einem Statement der Fed. Der Zins werde noch für eine ganze Weile unter der langfristigen Zielmarke liegen. Schuld daran sei neben Entwicklungen im Ausland auch die Inflation, die bisher nicht die Zielmarke von zwei Prozent erreicht habe. Das liege einerseits an den Niedrigen Energie- und Rohstoffpreisen, andererseits aber auch an billigen Importen wegen des vergleichsweise starken Dollars.

Aussichten erfreuen Investoren

Die Aussichten auf einen relativ schwachen Anstieg der Zinsen sorgte bei Investoren für gute Laune. An der Wall Street ging es bergauf. Der Dow-Jones-Index drehte ins Plus und stieg leicht. Der Euro legte zum Dollar zu.

In Europa hatte die Europäische Zentralbank in einer gegenläufigen Entwicklung erst vergangene Woche die Geldpolitik weiter gelockert und den Leitzins auf Null gedrückt. Zudem gab Zentralbankchef Mario Draghi bekannt, das Programm zum Ankauf von Anleihen - eine weitere Maßnahme zum "Gelddrucken" - auszuweiten. Der Euro hatte im Vorfeld der Entscheidung leicht nachgegeben.

Nähere Details zum weiteren Kurs erhofften sich Experten von der Pressekonferenz mit Fed-Chefin Janet Yellen. Die US-Notenbank soll Vollbeschäftigung fördern und für stabile Preise sorgen. Das erste Ziel gilt mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt 4,9 Prozent als weitgehend erreicht. Die Inflation nähert sich zumindest dem von der Zentralbank angestrebten Wert von 2,0 Prozent.

brt/dpa/Reuter

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 6 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Bei der Vermietung lassen sich Zinsen absetzen
globus1 16.03.2016
Wenn ich keine oder wenig Zinsaufwendugen habe, werden meine Mieteinnahmen überproportional steuerpflichtig. Ich müsste mir doch glatt mal ausrechnen, ob eine solche Geldanlage (Vermietung und Verpachtung) überhaupt noch ein Plusgeschäft sein kann, für das sich der Zeitaufwand lohnt. Aber Zinserhöhungen werden von der Politik wohl Zugeständnisse an Investoren abverlangen, die anders als bisher aussehen müssen. Die USA werden dazu vermutlich eher bereit sein als Old Europe.
2.
nic 16.03.2016
Die Leute kaufen Immobilien lieber wenn die Zinsen unten sind, wegen der nächsten Blase. Die bliebe sonst aus.
3.
CommonSense2006 17.03.2016
Zitat von globus1Wenn ich keine oder wenig Zinsaufwendugen habe, werden meine Mieteinnahmen überproportional steuerpflichtig. Ich müsste mir doch glatt mal ausrechnen, ob eine solche Geldanlage (Vermietung und Verpachtung) überhaupt noch ein Plusgeschäft sein kann, für das sich der Zeitaufwand lohnt. Aber Zinserhöhungen werden von der Politik wohl Zugeständnisse an Investoren abverlangen, die anders als bisher aussehen müssen. Die USA werden dazu vermutlich eher bereit sein als Old Europe.
Wenn Sie tatsächlich ein Vermieter sind oder werden wollen, dann sollten Sie zuerst einmal bedenken, dass Zinsen zwar steuerlich abzusetzen sind, aber natürlich zugeich als erstes einmal Kosten sind. Und wenn Sie niedrigere Kosten haben, dann haben SIe auch mehr Gewin, der dann natürlich steuerpflichtig ist, aber es bleitbt trotzdem mehr übrig. Noch mal ein bisschen ins BWL-Buch schauen, bevor Sie anfangen zu kalkulieren...
4. BWL-Buch
Ichbines2 17.03.2016
@CommonSense2006 besser, SIE schauen da mal rein, der Forist beklagt, dass die bisherige Rendite geschmälert wird und damit hat er zweifelsohne Recht.
5. Interesse
Ichbines2 17.03.2016
der Anleger an dem neuerlichen Geldgeschenk ist niedrig, weil sie doch für den morgigen Verfallstag auf Dax-Kurse deutlich unter 9900 GEWETTET haben..., also wird das Kasino runtergezockt.....
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: