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USA: Notenbank hält an lockerer Geldpolitik fest

Wall Street: Händler erwarten Eindämmen der Geldflut ab März 2014 Zur Großansicht
AP/dpa

Wall Street: Händler erwarten Eindämmen der Geldflut ab März 2014

Die Zahlungsunfähigkeit konnte der US-Kongress abwenden, doch der Etatstreit beschäftigt die größte Volkswirtschaft der Welt weiter. Die US-Notenbanker setzen auch deshalb die Politik des billigen Geldes fort.

Washington - Die US-Notenbank hält an ihrer äußerst lockeren Geldpolitik fest. Da die Erholung am Arbeitsmarkt stockt, will die Federal Reserve (Fed) auch weiterhin monatlich für 85 Milliarden Dollar Staatsanleihen und Immobilienpapiere kaufen. Wie die Fed am Mittwoch in Washington weiter mitteilte, ist die Arbeitslosenquote noch immer zu hoch. "Und die Haushaltspolitik dämpft das Wachstum", warnte die Fed mit Blick auf die Folgen des Etatstreits.

Da die Wirtschaft unter den Behördenschließungen und politischen Turbulenzen im Oktober gelitten hat, dürfte die Fed noch bis Anfang 2014 geldpolitisch auf dem Gaspedal bleiben. Die Aktienmärkte an der Wall Street reagierten unbeeindruckt auf die anhaltende Geldflut und blieben leicht im Minus. Der Dollar verringerte seine Verluste zum Euro.

Die meisten von Reuters befragten US-Händler erwarten ein Eindämmen der Geldflut erst ab März 2014. Den Leitzins beließ die Zentralbank wie erwartet bei null bis 0,25 Prozent.

Der Kongress bewahrte die US-Regierung mit einer Einigung in letzter Minute vor der Zahlungsunfähigkeit. Die Folgen des vorübergehenden Haushaltsnotstands für die Wirtschaft sind jedoch noch nicht absehbar. Rund 800.000 Bundesbedienstete wurden wochenlang in Zwangsurlaub geschickt. Ökonomen befürchten, dass die Auswirkungen des Streit das Wirtschaftswachstum im letzten Quartal 2013 um bis zu einen halben Prozentpunkt schmälern wird. Die Konsumenten sind verunsichert und auch der Ruf der USA an den Finanzmärkten hat gelitten.

Eine Abkehr von der Nullzinspolitik steht vorerst nicht auf der Agenda. Die Fed will den Schlüsselzins mindestens so lange niedrig halten, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gesunken ist. Zuletzt lag die Quote bei 7,2 Prozent.

cte/Reuters

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insgesamt 7 Beiträge
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1. Viele Fragen
Ariwer 30.10.2013
Was eigentlich ist "billiges Geld"? Geld ohne Wert oder Geld welches aus dem Nichts erscheint? Wer oder was hat die göttliche Macht, Geld aus dem Nichts zu erzeugen? Haben wir es mit einem Finanzsystem einer höheren Gewalt zu tun? Wenn ja, wem nützt es? Wer ist diese "Höhere Gewalt"? Haben wir nicht das Recht zu erfahren, was dieses System der wundersamen Geldvermehrung antreibt und europäische Volkwirtschaften und sogar die Wirtschaft der USA in Geiselhaft hält? Ist es nicht die Aufgabe der Journalisten uns über dieses Wunder zu unterrichten? Warum wird nur über Erscheinungen geredet, geschrieben bzw. diskutiert und nicht über die Ursachen? Warum sind Journalisten nicht der Realität sondern der Meinung verpflichtet? 1000 unbeantwortete Fragen...
2.
naseweiser 30.10.2013
Schlüsselzins mindestens so lange niedrig halten, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gesunken ist." Das kann aber lange dauern . Auf nennenswertes Wirtschaftswachstum warten schließlich ein paar mehr Staaten als allein die USA . Und das auch schon etwas länger ...
3. 800 000 Beamte
grafpoldi 30.10.2013
Sie schreiben vom Zwangsurlaub der 800 000 Regierungsangestellten .Was sie nicht sagen ist die Tatsache , dass der ZWANGSURLAUB gar kein Urlaub war ,da die Stunden voll verguetet werden. Insofern kein Einfluss auf die Wirtschaft. Wie so haeufig- die halbe Wahrheit.
4. Us and a sind längst nicht mehr zahlungsfähig
blonderwonder 30.10.2013
Warum wird immer wieder so getan als ob grenzwerte hoch setzen eine lösung für alles im leben wäre?
5. Die Abhängigkeit der Weltwirtschaft und Börsen...
chilischweiz 31.10.2013
... vom Geldfluten der US Notenbank bereitet Sorgen. Ziel ist die Zinsen tief zu halten, damit die hoch verschuldeten USA keine marktgerechten zinsen zahlen muss, die ihr Budget sprengen würden. Die anhaltenden Diskussionen zwischen Republikanern und Demokraten um das Einhalten der Schuldenobergrenze zeigen, wie sensibel und nicht nachhaltig die Situation ist. Die Politik scheut sich zuzugestehen, dass das Primat der Plolitik über den Haushaltsprozess nicht mehr gegeben ist.
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