Rating-Entscheidung: Moody's stuft Zyperns Bonität deutlich herab
Die Rating-Agentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Zyperns um gleich drei Noten herabgestuft, auf Caa3. Als Begründung nannte Moody's die Probleme des zyprischen Bankensektors, der auf Staatshilfen angewiesen ist, und die wachsende Verschuldung des Euro-Landes. Der Ausblick bleibt "negativ".
London - Seit Wochen wartet die Regierung in Nikosia auf die Zusage der Euro-Finanzminister über Milliardenhilfen, jetzt haben die angeschlagenen zyprischen Banken dem Land eine erneute Abwertung der Kreditwürdigkeit eingebrockt. Die Rating-Agentur Moody's senkte die Bonitätsnote Zyperns gleich um drei Stufen von B3 auf Caa3. Der Ausblick bleibe "negativ" - es droht also eine weitere Herabstufung. Moody's bewertet Zypern jetzt daher noch schlechter als die Konkurrenz von Standard & Poor's ("CCC+") oder Fitch ("BB-"). Damit steht Zypern ähnlich negativ da wie Griechenland.
Als Begründung führte Moody's die Probleme des zyprischen Bankensektors an, der auf staatliche Hilfen angewiesen ist, sowie die wachsenden Staatsschulden der Mittelmeerinsel. Der Bedarf der zyprischen Banken für eine Rekapitalisierung liegt nach Einschätzung der US-Rating-Agentur bei zehn Milliarden Euro, mehr als die Hälfte des zyprischen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Demnach könnte der Schuldenstand Zyperns im Jahr 2013 auf 150 Prozent des BIP klettern, was der höchste Schuldenstand in der Euro-Zone wäre.
Wegen der Liquiditätsprobleme, des Rekapitalisierungsbedarfs der Banken und der schleppenden Verhandlungen mit der Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) bewertet Moody's außerdem den Ausblick für das Land als "negativ". In den vergangenen zehn Monaten hatte Moody's Zypern um insgesamt neun Noten herabgestuft.
Zypern befindet sich in einer tiefen Wirtschaftskrise. Der kleine, mit dem hochverschuldeten Griechenland eng verflochtene Inselstaat hatte im Juni 2012 Finanzhilfen von EU und IWF erbeten, nachdem Banken des Landes von der Griechenland-Krise schwer in Mitleidenschaft gezogen worden waren.
Diskutiert wird derzeit über internationale Kredite in Höhe von rund 17 Milliarden Euro, davon 10 Milliarden für die Unterstützung des Bankensektors. In Vorbereitung auf das Hilfsprogramm hat die zyprische Regierung bereits strikte Kürzungsmaßnahmen beschlossen. Kritiker eines Rettungspakets werfen dem Land vor Steuerdumping zu betreiben und nicht entschlossen genug gegen Geldwäsche vorzugehen. Am 21. Januar sollen sich die Finanzminister der Euro-Zone in Brüssel erneut mit Zypern befassen.
nck/dpa/AFP
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