US-Sanktionen Keine Nike-Schuhe für Iran-Spieler

Die US-Sanktionen gegen Iran treffen nun auch die Fußballnationalmannschaft des Landes und ihre Vorbereitungen auf die WM. Der Sporthersteller Nike darf die Spieler nicht mehr mit Schuhen versorgen.

Iranischen Fußballnationalmannschaft
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Die Wirtschaftssanktionen von US-Präsident Donald Trump gegen Iran beeinflussen auch die Vorbereitung des Fußball-Nationalteams auf die WM in Russland. Der amerikanische Sportartikelhersteller Nike darf Mitglieder des iranischen Teams nach eigenen Angaben bei der WM nicht ausstatten. "Die Sanktionen bedeuten, dass wir als US-Unternehmen derzeit keine Spieler aus der iranischen Nationalmannschaft mit Schuhen versorgen können", teilte Nike mit.

Dieser Schritt stößt beim iranischen Team auf großes Unverständnis. Es sei "eine Beleidigung des Irans und wir werden daher der FIFA ein Protest-Schreiben schicken, um gegen die Entscheidung von Nike zu protestieren", sagte Nationaltrainer Carlos Queiroz iranischen Medienberichten zufolge in der Nähe von Moskau, wo sich das Team derzeit auf die WM vorbereitet. Der Portugiese forderte den Weltverband zur Unterstützung auf. "Es kann doch nicht sein, dass kurz vor einer WM den Spielern ein Verbot aufgedrängt wird. Jeder weiß, wie wichtig es für die Spieler ist, mit ihren eigenen Schuhen zu spielen."

Die USA hatten Anfang Mai das Atomabkommen mit dem Iranaufgekündigt und scharfe Sanktionen wieder in Kraft gesetzt. Die iranische Mannschaft wird vom deutschen Sportartikelhersteller Adidas ausgestattet. Einzelne Spieler wie beispielsweise Stürmer Saman Ghoddos vom schwedischen Club Östersunds FK tragen allerdings normalerweise Schuhe von Nike. Es ist offen, inwiefern sich die Spieler diese auf anderem Wege für die WM besorgen können.

lie/dpa



insgesamt 10 Beiträge
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fackelimohr 08.06.2018
1. gut für Adidas und Puma, aber...
werden diese Unternehmen dann mit Sanktionen in den USA belegt? Dass ein Sportwagenhersteller keine Schuhe in den Iran liefern darf ist wohl vor allem ein Akt der Niederträchtigkeit, und dient kaum als Druckmittel zur Lösung eines Konfliktes. Das dürfte wohl auch den Urhebern der Sanktionen klar sein, die damit nur zeigen dass ihr Ziel die Erniedrigung des Iran's zur Provokation eines bewaffneten Konfliktes ist.
Marc U. 08.06.2018
2. Bitte keine Atom-Waffe
Bitte, lieber Iran, bastele aus den nicht geschicken Nike-Turnschuhen eine Atom-Bombe. Das ist doch alles eine Farce. Warum nicht einfach das Abkommen aufrecht erhalten? Um mal ganz ehrlich zu sagen. Niemand auf der Welt möchte eine Atombombe zünden. Weder der Iran noch Nord Korea. Wenn man es schafft über Abkommen die Wahrscheinlichkeit kleiner zu machen, dann sollte jedes Mittel recht sein. Aber nein, der Iran ist ja auch weit weg von Nordamerika. Einfach mal die ganze Region in Chaos stürzen. Ist ja weit weg. Bitte, liebe Amis, seht was dort passiert. Und zieht eure Rückschlüsse für eure eigene Wirtschaft. Weil das ja anscheinend das einzige ist, was euch interessiert.
ansv 09.06.2018
3.
Also in Deutschland lernt man gerade, Fußball ist unpolitisch, egal was die Spieler tun. Daran sollte sich doch dann auch die FIFA halten, oder? Und wenn dieser iranische Nationalspieler ohnehin in Schweden lebt, soll er halt dort Schuhe kaufen. Auf der Sachebene kann ich das Problem grade nicht wirklich erkennen.
mimoun74 09.06.2018
4. Schuhe kein Problem
Verstehe nicht warum umgekehrt nicht im Iran einfach Nike verboten wird. Es gibt doch genügend gute Alternativen, nicht nur Adidas und Puma. Immerhin wollen die US Unternehmen Gewinne erwirtschaften. Dann halt andere eventuell asiatische Sportbekleidungshersteller bevorzugen, am besten welche die den US Markt nicht beliefern und stattdessen überall sonst in der Welt liefern. Islands WM Mannschaft hatte doch eine unbekannten Ausrüster und war sehr erfolgreich.
DerBlicker 09.06.2018
5. das ist albern
Die iranischen Spieler können sich ihre Nike Schuhe jederzeit im Ausland also auch während der WM in Russland im Nike Store oder wo auch immer kaufen, daran hindert sie niemand. Der Aufschrei des iranischen Trainers ist daher nur iranische Propaganda.
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