DIHK Deutsche Industrie fordert Steuersenkung - wegen Trump

Die drastische Steuersenkung für US-Unternehmen weckt auch bei der deutschen Wirtschaft Begehrlichkeiten. Der Industrieverband DIHK wendet sich mit einem deutlichen Wunsch an die Bundesregierung.

Neuwagen von Mercedes-Benz und BMW auf dem Autoterminal in Bremerhaven (Archivbild)
DPA

Neuwagen von Mercedes-Benz und BMW auf dem Autoterminal in Bremerhaven (Archivbild)


Die US-Steuerreform beunruhigt die Unternehmen in Deutschland. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) fordert von der Bundesregierung als Reaktion auf die Reform von US-Präsident Donald Trump Steuersenkungen.

Die vor wenigen Tagen vom US-Senat gebilligte Reform ist ein riesiges Steuersenkungsprogramm vor allem für Kapitalgesellschaften, große Vermögen und Unternehmen. Sie sieht eine Reduzierung der Firmensteuer auf 20 Prozent von bislang 35 Prozent vor.

"Die US-Steuerreform kann Deutschland nicht ungerührt lassen", sagte DIHK-Präsident Eric Schweitzer der "Wirtschaftswoche". Mit der generellen Senkung der Unternehmenssteuerbelastung in den USA werde der Druck auf Deutschland steigen. "Die künftige Bundesregierung muss intensiv prüfen, ob die steuerlichen Bedingungen für unsere Unternehmen noch zeitgerecht sind", sagte Schweitzer dem Magazin. Er hält eine "Senkung der vergleichsweise hohen Steuerlast von etwa 30 Prozent für dringlich."

Zudem solle möglichst bald eine steuerliche Förderung von Forschung und Entwicklung eingeführt werden, damit Deutschland in diesem zentralen Bereich seine Wettbewerbsposition verbessere.

Kritiker befürchten, dass sich der weltweite Steuerwettbewerb durch die US-Maßnahmen deutlich verschärfen könnte und Trump damit eine neue Runde in einem globalen Wettbewerb um die niedrigsten Steuersätze für Unternehmen eingeläutet hat. Auch Wissenschaftler hatten vor Trumps Steuerplänen gewarnt.

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rst2010 08.12.2017
1. falsch.
wir müssen über kurz oder lang weg von der besteuerung der individuellen arbeit, denn die automatisierung/digitalisierung wird uns schon in absehbarer zeit da die einnahmen gehörig verhageln. also bleibt nur, bei den firmen bzw. käufern die dann fehlenden steuergelder abzugreifen. die alternative, einen großteil der bevölkerung mit hartz4 zu finanzieren dürfte mit dem bisherigen system nicht klappen.
Hackwar 08.12.2017
2. Keine Steuersenkungen
Man fragt sich immer wieder, wann die Leute es kapieren: Eine Steuerlast von 40-50% (insgesamt) ist normal und völlig okay! Es beschweren sich immer alle darüber, dass sie zu viele Steuern zahlen, aber kaum einer bedenkt die Alternative. Wo keine Einnahmen sind, kann der Staat auch seine Ausgaben nicht halten und dazu gehören eben viele Dinge, die sonst extrem viel teurer würden oder welche wir uns gar nicht leisten könnten. Wäre jemand bereit, die ganze Verkehrsinfrastruktur zu bezahlen, die momentan zum guten Teil durch Steuergelder bezahlt wird? Kostenlose Schulen und Berufsausbildung an Berufsschulen und Hochschulen würde genauso damit zur Disposition stehen. Ebenso wie unsere sozialen Sicherungssysteme. Hartz4 ist schon zu wenig, aber wenn das auch noch weg fällt, brennt hier richtig die Hütte. Preise für Strom und Lebensmittel würden massiv ansteigen, wenn die Subventionen für Atomstrom und Bauern wegfallen würden. Deutschland ist gerade so gut aufgestellt, die Leute sind so vergleichsweise wohlhabend und die Wirtschaft brummt so sehr, weil wir eben über relativ hohe Steuern allgemeine Aufgaben finanzieren, von denen alle profitieren. Wir können gerne über Steuergerechtigkeit reden, aber von der Idee von (spürbaren) Steuersenkungen für alle sollten sich die Leute endlich mal verabschieden.
observerlbg 08.12.2017
3. Genau, Steuermodelle wie bei Apple ect
Wäre doch gelacht, wenn wir die soziale Verantwortung nicht noch weiter runter schrauben könnten. trump als Vorbild für die Welt, alles klar!
Hans Rosenstein 08.12.2017
4. Die Industrie fordert Steuersenkungen?
Senkung von welchen Steuern denn? Auf die in Holdings und Stiftungen verschobene Gewinne? Und wer soll diese "fehlenden" Steuern dann für das Gemeinwohl nachschiessen? Der Arbeitnehmer und Kleinunternehmer, der mal nicht eben eine Briefkastenfirma für die Verwaltung des digitalen Eigentums in den Liederlanden oder gar ein Double Irish With a Dutch Sandwich installiert. Wegen Trump. "Die Industrie" hofft wohl auf Verständnis wenn der ins Spiel kommt.
der.tommy 08.12.2017
5.
Genau. Ich finde auch meine Steuerlast verglichen mit der im direkten Nachbarland Schweiz für zu hoch. Komischerweise wandern trotzdem nicht alle deutschen dahin ab oder auf die Bahamas. Warum wohl? Weil es da auf lange Sicht nichts zu holen gibt! Vielleicht sollte man diesen Herren mal vorschlagen, dass sie ab sofort nur noch in steurrparadisen produzieren dürfen? Dafür ihre Produkte hier aber mit Zöllen belegt werden? Mal sehen wie groß der Wunsch dann noch ist, noch weniger steuern zu zahlen. Im übrigen, was würde man denn mit dem gesparten Geld machen? An die Aktionäre verteilen möchte ich mal denken? Doch wohl kaum die Löhne mal kräftig anheben.
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