Erstes Quartal US-Regierung muss Wachstum nach unten korrigieren

Die USA müssen ihre Angaben zum Wachstum im ersten Quartal deutlich anpassen: Statt um 2,4 Prozent legte die weltgrößte Volkswirtschaft von Januar bis März lediglich um 1,8 Prozent zu. Die Statistiker hatten vor allem die Kauflaune der Amerikaner überschätzt.

Baustelle im US-Bundesstaat Virginia: Immobiliensektor erholt sich weiter
AP

Baustelle im US-Bundesstaat Virginia: Immobiliensektor erholt sich weiter


Washington - Die Jubelmeldungen waren verfrüht: Die Wirtschaft in den USA ist zu Jahresbeginn schwächer gewachsen als gedacht. Von Januar bis März legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der weltweit größten Volkswirtschaft mit einer hochgerechneten Jahresrate von 1,8 Prozent zu, teilte das US-Handelsministerium mit. Das sind 0,6 Prozentpunkte weniger als bei der vorangegangenen Schätzung Ende Mai bekanntgegeben worden war. Ende April hatte die erste Schätzung mit 2,5 Prozent sogar noch etwas höher gelegen.

Bei ihren ersten Schätzungen hatten die Statistiker vor allem den privaten Verbrauch als Stütze für das Wachstum benannt. Das ist im Grunde auch richtig, allerdings fiel der Effekt weit schwächer aus als zunächst errechnet. Statt um 3,4 Prozent gaben die Konsumenten lediglich 2,6 Prozent mehr aus. Am stärksten wirkten sich jedoch die drastisch reduzierten Staatsausgaben negativ auf das Wirtschaftswachstum aus.

Der krisengeschüttelte Immobilienmarkt erholte sich weiterhin spürbar. Dadurch wuchsen auch Investitionen in den Wohnungsbau das Wachstum. Im Gegensatz dazu gingen die Investitionen der Unternehmen zurück. Die wichtigen Anlageinvestitionen etwa in Maschinen gaben zu Jahresbeginn deutlich um 8,3 Prozent nach. Zurzeit scheinen die Unternehmen ihre Zurückhaltung jedoch abzulegen, zumindest deuten jüngste Regierungszahlen darauf hin.

Nach EU-Rechnung wuchs US-Wirtschaft um 0,45 Prozent

Wie seit vielen Jahren importierten die Amerikaner wesentlich mehr als sie exportierten - der chronisch defizitäre Außenhandel hatte unter dem Strich aber kaum Auswirkungen. Er belastete das Wachstum im ersten Quartal nur leicht. Amerikas Exporte gaben zwar um 1,1 Prozent nach, die Importe sanken aber ebenfalls, wenngleich spürbar schwächer.

Trotz der deutlich nach unten korrigierten Statistik läuft es in den USA deutlich besser als in der rezessionsgeplagten Euro-Zone, wo die Wirtschaft zum Jahresauftakt um 0,2 Prozent und damit das sechste Quartal in Folge schrumpfte. In vergleichbarer Rechnung legte das Bruttoinlandsprodukt der USA allerdings auch nur um rund 0,45 Prozent zu.

An den Finanzmärkten verlor der Dollarkurs infolge der Zahlen gegenüber dem Euro leicht. Die US-Börsen setzten dagegen ihre Erholung fort. Der Dow Jones Chart zeigen stand im frühen Handel 0,83 Prozent höher bei 14.883,08 Punkten. Bereits am Dienstag hatte er um 0,69 Prozent zugelegt.

fdi/Reuters/dpa



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insgesamt 12 Beiträge
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Seite 1
Flugor 26.06.2013
1. Bei einem Kreditwachstum von 3,6% p.a. wahrlich schwach...
Man muss sich vorstellen: Da wächst die Kreditmenge der USA (alle Sektoren) um 3,6% gegenüber dem Vorjahr und als Resultat steigt das BIP (welches die zugehörige Kreditlast tragen muss) um nur 1,8% (bzw. 0,45% nach EU-Rechnung). Damit ist jenes Wachstum nicht nachhaltig, denn wenn die resultiernde Zinslast nicht steigen soll, müssen die Zinsen immer weiter gegen Null sinken, was den Werterhalt jener Währung langsam zerstört. Quelle: http://research.stlouisfed.org/fred2/graph/?g=jLl
masseltov 26.06.2013
2. sie lügen.......
wachstum, bsp, arbeitslose, inflation, staatsverschul- dung, qe: alles geschönte statistiken. und das seit jahren....
naklar? 26.06.2013
3. Und wir machen den ganzen Schwachsinn mit den ...
... Statistiken mit. Noch nie gab es soviel Armut in Amerika wie derzeit und wir gehen den selben Weg. Armut fällt in den USA schlicht aus der Statistik heraus. Meine These ist und bleibt: Die amerikanischen Bürger werden als erste westliche Nation Ihr perv... W.System stürzen und sich Ihre Bürgerrechte zurückholen. Trotz Drohnen und hochgerüsteter Polizeitruppen.
DasBrot 26.06.2013
4. Na Gott sei Dank...
Zitat von FlugorMan muss sich vorstellen: Da wächst die Kreditmenge der USA (alle Sektoren) um 3,6% gegenüber dem Vorjahr und als Resultat steigt das BIP (welches die zugehörige Kreditlast tragen muss) um nur 1,8% (bzw. 0,45% nach EU-Rechnung). Damit ist jenes Wachstum nicht nachhaltig, denn wenn die resultiernde Zinslast nicht steigen soll, müssen die Zinsen immer weiter gegen Null sinken, was den Werterhalt jener Währung langsam zerstört. Quelle: http://research.stlouisfed.org/fred2/graph/?g=jLl
...und ich hatte schon gedacht jetzt geht's doch nicht zu Ende mit den USA. Aber so is ja alles wieder gut [/IRONIE]
muellerthomas 26.06.2013
5.
Zitat von FlugorMan muss sich vorstellen: Da wächst die Kreditmenge der USA (alle Sektoren) um 3,6% gegenüber dem Vorjahr und als Resultat steigt das BIP (welches die zugehörige Kreditlast tragen muss) um nur 1,8% (bzw. 0,45% nach EU-Rechnung). Damit ist jenes Wachstum nicht nachhaltig, denn wenn die resultiernde Zinslast nicht steigen soll, müssen die Zinsen immer weiter gegen Null sinken, was den Werterhalt jener Währung langsam zerstört. Quelle: http://research.stlouisfed.org/fred2/graph/?g=jLl
Da bringen Sie aber nun gleich mehreres durcheinander: Das BIP-Wachstum ist das reale, aufs Jahr hochgerechnete Quartalswachstum, das andere das nominale jährliche Kreditwachstum. Die nominale jährliche BIP-Wachstumsrate lag bei 3,3%. Die Gesamtschuldenquote hat sich also praktisch nicht verändert.
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