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Notenbank: Obama macht Yellen zur neuen US-Zentralbankchefin

Das gab es noch nie in der fast hundertjährigen Geschichte der US-Notenbank: Mit Janet Yellen wird erstmals eine Frau die Zentralbank übernehmen. Sie folgt auf Ben Bernanke, dessen Amtszeit im kommenden Jahr endet.

Washington - Es ist der wohl wichtigste wirtschaftspolitische Posten, den Präsident Barack Obama in seiner zweiten Amtszeit noch zu besetzen hatte: die Nachfolge von US-Notenbankchef Ben Bernanke. Nun steht die Entscheidung fest und wird am Mittwoch verkündet: Bernankes bisherige Stellvertreterin Janet Yellen übernimmt den Posten. Sie ist die erste Frau in der fast einhundertjährigen Geschichte der Fed, die es bis an die Spitze bringt. Bernankes Amtszeit endet im Januar, ein drittes Mal will er nicht antreten. Yellens Nominierung muss noch vom Senat bestätigt werden.

Yellen galt als Favoritin auf den Posten, seit der ehemalige US-Finanzminister Lawrence Summers seine Kandidatur Mitte September überraschend zurückgezogen hatte. Ihr wird nachgesagt, keinen engen Draht zum Präsidialamt zu haben - im Gegensatz zu Summers.

Doch Summers war von etlichen Senatoren - zumeist Demokraten - scharf angegriffen worden. Sie hatten ihm vorgeworfen, in den neunziger Jahren die Deregulierung der Finanzmärkte zu forsch vorangetrieben zu haben. Auch der texanische Senator John Cornyn, Nummer zwei der Republikaner im US-Oberhaus, hatte Widerstand gegen eine mögliche Ernennung Summers angekündigt. Dieser stehe für "Konjunkturspritzen und höhere Steuern und das passt nicht zu texanischen Werten", ließ Cornyn über eine Sprecherin mitteilen.

Die promovierte Ökonomin Yellen diente in den 1990er Jahren unter Präsident Bill Clinton als Wirtschaftsberaterin. Im Jahr 2010 ernannte Obama die ausgewiesene Arbeitsmarktexpertin zur Vizepräsidentin der Notenbank. Sie gilt als Unterstützerin der ultralockeren Geldpolitik, mit der die Federal Reserve in den vergangenen Jahren gegen die Folgen der Wirtschaftskrise ankämpfte.

Die Vorhersagen der Ökonomin treffen meist zu, egal ob es um das Thema Wachstum, Arbeitsmarkt oder Inflation geht. In einer Treffsicherheitsanalyse des "Wall Street Journals" von mehr als 700 Prognosen seit 2009 lag Yellen jüngst auf Platz eins aller 14 Notenbanker. Ben Bernanke landete auf Platz fünf.

Yellens Nominierung kommt inmitten eines schweren Finanzstreits in Washington. Die US-Regierung muss derzeit ohne Haushalt operieren, nachdem sich der Kongress nicht auf einen Übergangsetat hatte verständigen können. Außerdem herrscht Uneinigkeit über die Mitte Oktober anstehende Erhöhung des US-Schuldenlimits.

jul/Reuters/AFP

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insgesamt 71 Beiträge
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1. Frau an der Macht..
osmanian 09.10.2013
Eine Frau am Geldhahn ist besser als ein Mann der zur Risikos und Triebsteuerungen neigt. Nach Erdogan's Kampfansage gegen die Weltfinanzlobby ect., geht jetzt Obama auch an den Härtekurs? Drehen die beiden etwa gemeinsame Sache gegen die Befehlsherren aus der Finanzmacht? 2014 wird verdammt heiß werden wenns so weiter läuft. Ich gehe mir schonmal Fischkonserven kaufen für den schlimmsten Fall :)
2. Bitte korrigieren
spon-facebook-1268200599 09.10.2013
Die Bezeichnung der Fed als US-Notenbank impliziert, dass es sich um eine staatliche Institution handelt. Das ist sachlich falsch. Vielmehr handelt es sich bei der Fed um eine Zentralbank im Besitz privater Finanzinstitutionen. Zwar stimmt es, dass der Präsi das Recht zur Ernennung der Vorstandsmitglieder und zum Vorschlagen des Zentralbankchefs hat, dem widerrum die Parlamente zustimmen müssen, doch handelt es sich dabei lediglich um Demokratietheater ohne jeden Inhalt. Die Eigentümer teilen dem Präsidenten der USA mit, wen er zum Obermotz der Fed zu berufen hat.
3. tja, dann dürfen wir uns auf negative Zinsen
vandenplas 09.10.2013
Oder wie es Marc Faber gesagt hat: "Mrs. Yellen will make Bernanke look like a hawk" ("Frau Yellen wird Bernanke wie einen Falken aussehen lassen"). Tatsächlich hat sich Yellen schon 2010 lauthals für negative Zinsen eingesetzt. Unter ihr wird es dem Sparer endgültig an den Kragen gehen.
4. Kandidatur bestaetigen
ktoto 09.10.2013
Trifft eher zu als "machen". P.s. Warum bisher kein Afro-amerikaner z.B. Das waere eine Sensation.
5. Darf ich mich melden
Dortfred 09.10.2013
Ich kann sicher auch den "Markt" vorhersehen. Dabei lege ich einfach die Fehler im System zu Grunde und stelle mich mit "dem Markt". Und? Was hat das damit zu tun, ob ich den Markt "lenken" kann. Wo sieht Sie die Probleme? Wie will Sie die Probleme angehen? Was läuft schief und warum? Ach! Alles okay? Gut dass ich nicht in Zetteln angelegt bin. Aber davon unabängig: Was soll ich drucken? 100 Mrd.? 1 Bio.? 10 Bio.? Drucke ich, kein Problem. Papier kostest Nichts und Druckerschwärze bekomme ich. Liefern Sie mir einfach 1.000 Überseecontainer und Sie bekommen die Zettel von mir. Ich hätte gerne 500 KFZ, 200 ... Ach was rede ich. Kapiert doch sowieso keiner. Freigeschaltet wird es nicht. Und wenn, fangen wir in einer Stunde hier bei Null an. Das war es. Bitte Login Löschen. (Achtung Willenserklärung).
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