US-Strafzölle Bundesbank-Chef hält Auswirkungen für vorerst überschaubar

Bundesbankpräsident Weidmann hält die ökonomischen Risiken infolge der US-Strafzölle gegen europäische Länder zunächst für begrenzt - und spricht sich für eine entschlossene Reaktion auf  das Vorgehen Washingtons aus.

Kanadas Finanzminister Morneau, Bundesbank-Chef Weidmann und der deutsche Finanzminister Scholz
DPA

Kanadas Finanzminister Morneau, Bundesbank-Chef Weidmann und der deutsche Finanzminister Scholz


Bundesbankpräsident Jens Weidmann vermutet wegen der von US-Präsident Donald Trump angeordneten Zusatzzölle für Stahl- und Aluminiumprodukte aus Europa zunächst keine größeren ökonomischen Verwerfungen.

"Die unmittelbaren Auswirkungen der jetzigen Beschlüsse sind meines Erachtens begrenzt. Wir reden hier über 0,04 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Europäischen Union", sagte Weidmann beim G7-Finanzministertreffen im kanadischen Whistler dem ZDF.

Zugleich betonte Weidmann, das sei natürlich eine Eskalation des Handelskonflikts mit den USA. Eine weitere Verschärfung könne Auswirkungen auf Verbraucher und Unternehmen haben.

Handelskrieg: "Am Ende nur Verlierer"

Das Ganze sei derzeit eines der wesentlichen konjunkturellen Risiken. "Wir müssen natürlich entschlossen und im Rahmen der WTO-Regeln reagieren", sagte Weidmann mit Blick auf die geplanten Zusatzzölle der EU auf US-Produkte und die Klage der EU-Kommission gegen die US-Regierung bei der Welthandelsorganisation. "Aber auf der anderen Seite sind gerade Treffen wie dieses wichtig, um im Gespräch zu bleiben und auch um klar zu machen, dass ein Handelskrieg am Ende nur Verlierer kennen wird", sagte Weidmann.

Zugleich wollte Weidmann nicht von einer "6 gegen 1"-Situation beim G7-Treffen sprechen, es gebe noch eine Reihe gemeinsamer Themen, wie der Schutz des geistigen Eigentums im Handel mit China. Auch sei die weltwirtschaftliche Lage noch stabil.

In Whistler redete auch der deutsche Finanzminister Olaf Scholz seinem US-Amtskollegen Steven Mnuchin ins Gewissen. Scholz nannte die Gründe für die Strafzölle, dass es den USA mit Blick auf eigene Arbeitsplätze um eine Frage der nationalen Sicherheit gehe, "fadenscheinig". Darauf fußt auch die Klage der EU-Kommission gegen die USA bei der WTO.

cop/dpa



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